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Missbrauchsskandal im Erzbistum KölnHamburger Erzbischof bietet Amtsverzicht an

Untersuchung wurde vorgestellt: Die Opfer waren mehrheitlich Burschen. In knapp 32 Prozent der Fälle habe es sich um sexuellen Missbrauch gehandelt, in gut 15 Prozent um schweren sexuellen Missbrauch. Weihbischof Schwaderlapp bietet Papst Amtsverzicht an.

- Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße hat Papst Franziskus seinen sofortigen Amtsverzicht angeboten.
- Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße hat Papst Franziskus seinen sofortigen Amtsverzicht angeboten. © imago images/epd
 

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße hat Papst Franziskus seinen sofortigen Amtsverzicht angeboten. Er ziehe damit die Konsequenz aus dem Ergebnis des am Donnerstag vorgestellten Gutachtens zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Köln, sagte Heße in Hamburg. Er habe sich nie an Vertuschungen beteiligt, werde aber seinen Teil der Verantwortung für das Geschehen tragen.

In dem Gutachten sind Hinweise auf 202 Beschuldigte festgestellt worden. Bereits unmittelbar nach der Präsentation des Papiers am Donnerstag zog der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki personelle Konsequenzen und entband seinen Weihbischof Dominikus Schwaderlapp und den Leiter des Erzbischöflichen Gerichts, Offizial Günter Assenmacher, wegen Pflichtverletzungen mit sofortiger Wirkung vorläufig von ihren Ämtern.

Vertuschung

Der Kardinal sprach von "Vertuschung" in der deutschen Diözese. Während Schwaderlapp in acht Fällen konkrete Pflichtverletzungen begangen haben soll, soll Assenmacher in zwei Fällen eine unzutreffende Rechtsauskunft abgegeben haben. Woelki selbst wurde in dem Gutachten entlastet. Eigentlich wollte der Kardinal erst am kommenden Dienstag Konsequenzen aus dem Gutachten des Strafrechtlers Björn Gercke ziehen.

Kardinal Woelki sagte, in Köln hätten sich "höchste Verantwortungsträger", darunter mit den Kardinälen Joachim Meisner und Joseph Höffner seine beiden Vorgänger, schuldig gemacht. "Sie haben nicht sanktioniert, sondern verzögert oder den Schutz der Betroffenen nicht beachtet." Es spreche Bände, dass Laien in Köln bei Missbrauchsvorwürfen immer schnell und konsequent bestraft worden seien, Priester aber nicht - "das berührt mich und beschämt mich auch zutiefst". Beide früheren Erzbischöfe von Köln sind bereits verstorben.

Gercke hatte zusammen mit seinem Team in den vergangenen Monaten die Kirchenakten von 1975 bis 2018 ausgewertet. Herausgekommen ist ein 800 Seiten starker Bericht, in dem erstmals ungeschwärzt auch die Namen von Verantwortlichen genannt werden.

Erzbischof Heße wirt Gercke elf Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit der Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen in Köln vor. Heße war vor seiner Berufung nach Hamburg Personalchef und Generalvikar in Köln. Die meisten Pflichtverletzungen stellte Gercke bei seinen Untersuchungen bei dem 2017 verstorbenen Kardinal Meisner fest.

Die Opfer waren demnach mehrheitlich Burschen. Bei 63 Prozent der Beschuldigten handle es sich um Kleriker. In knapp 32 Prozent der Fälle habe es sich um sexuellen Missbrauch gehandelt, in gut 15 Prozent um schweren sexuellen Missbrauch. Die anderen Fälle stuft Gercke unter anderem als Grenzverletzungen und sonstige sexuelle Verfehlungen ein.

Ein erstes Gutachten einer Münchner Kanzlei war vom Kölner Kardinal unter Verschluss gehalten worden, wofür er rechtliche Bedenken anführte. Dieses Verhalten Woelkis hatte eine Vertrauenskrise in der Erzdiözese ausgelöst. Der Erzbischof hat jüngst allerdings bereits vor Vorstellung des Gercke-Gutachtens angekündigt, aus den Ergebnissen umgehend Konsequenzen ziehen zu wollen. Das Erzbistum Köln ist mit rund 1,9 Millionen Katholiken die größte Diözese im deutschsprachigen Raum.

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Danke für Ihr Verständnis.

himmel17
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Immer diese katholischen Pädophilen

Unsere Eliteschüler in deren hochbezahlten Internaten hatten kein Glück.

Hapi67
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Konsequente Kirche

Bei 202 Beschuldigten werden 2 vorläufig ihres Amtes enthoben.

So geht man als moralische Instanz, die bei der Politik und Gesellschaft ständig Toleranz und Menschlichlichkeit einfordert im Jahr 2021 vor.

Die frommen Schäfchen bilden sich Ihre Meinung und stürmen die Kirche, allerdings wenige für den Kirchenbesuch.

Gehet hin in Frieden

Mezgolits
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Der Erzbischof hat allerdings angekündigt, aus den Ergebnissen des

Gercke-Gutachtens kommende Woche umgehend Konsequenzen zu ziehen.
Vielen Dank - ich meine: Jawohl + die überfälligen Konsequenzen wären zusätzlich:
1. Das Ende der menschenrechtswidrigen Sterbehilfe-Bevormundungen = Artikel 1
2. Das Ende der menschenrechtswidrigen Frauen-Priesterweihe-Verbote = Artikel 2
3. Das Ende der menschenrechtswidrigen Priester-Geweihten-Ehe-Verbote = Artikel 16
4. Das Ende der menschenrechtswidrigen Schwangerschaft-Abbruchs-Bevormundungen
= Menschenrechte Artikel 25 = das Recht auf rechtmäßige ärztliche Behandlungen. Erf. M
+ Was was wir in diesem Forum nicht dulden: Beschimpfungen, Verspottungen,
Belästigungen, Ehrbeleidigungen, Verhetzung, Diskriminierung in jedweder
Form - ebenfalls vielen Dank und ich dulde keine Frauen-Diskriminierung =
Menschenrechte Artikel 2 + Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) Artikel 7 =
Keine Vorrechte der Geburt = des Geschlechts ...

gepovie
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welche Rechtsvorschrift?

@Mezgolits: Auf welche Artikel beziehen Sie sich bei Ihren Ausführungen? Die EMRK kanns ja nicht sein. Bitte um Aufklärung, ich würde gerne Ihre Argumentation nachvollziehen können.

Mezgolits
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Danke für dein Interesse: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vom

September 1998: Artikel 2 + Bundes-Verfassungsgesetz = B-VG = Artikel 7 = Keine Vor-
rechte der Geburt = des Geschlechts = die Priesterweihe nur für Männer ist für mich
menschenrechts- und verfassungswidrig + das ausnahmslose Sterbehilfe-Verbot ist
für mich menschenrechts- und strafgesetzbuchwidrig = verfassungswidrig = StGB §
4 = Strafandrohungen für Unschuldige = deshalb mussten die unrechtmäßigen Straf-
androhungen verfassungsgerichtlich verboten werden + das menschenrechtswidrige
= Artikel 16: Das Recht auf Ehe = Priester-Geweihten-Ehe-Verbot + das menschenrechts-
und strafgesetzbuchwidrige = Artikel 25 + StGB § 97 ausnahmslose Schwangerschaft-
Abbruchs-Verbot und wie ist Jesus Chistus geboren?: Als uneheliches Kind - obwohl bis
1983 unehelich geborenen Männern die römisch-katholische Priesterweihe verweigert
wurde und wie ist Jesus Christus gestorben?: Ich meine: Durch eine unzulässige Sterbe-
hilfe = Tötung auf Verlangen = Direkte Sterbehilfe = die unzulässige Übertragung
seiner Verfügungsgewalt an die römischen Soldaten und Alles Gute, Stefan.

georgXV
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???

sämtliche Termine zur Erklärung des Kirchenaustritts sind in der katholischen Stadt Köln bereits auf Monate ausgebucht.
Und der Papst sieht noch immer KEINEN Grund um zu handeln ...