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Brände in MoriaFähre dient nun als Unterkunft für Flüchtlinge auf Lesbos

Zwei griechische Marine-Schiffe sollen zusätzliche Schlafmöglichkeiten bieten. Auch drei Flugzeuge wurden den Angaben zufolge nach Lesbos geschickt, um 406 unbegleitete Minderjährige aufs Festland zu bringen.

Viele mussten vor den Bränden in Moria mit dem Nötigsten flüchten © AP/Petros Giannakouris
 

Nach der Brandkatastrophe im Flüchtlingslager Moria will Griechenland noch am Donnerstag Familien und besonders bedürftigen Menschen eine neue Unterkunft beschaffen. Eine Fähre mit Platz für hunderte Menschen wurde zur Insel Lesbos entsandt, teilte das Migrationsministerium am Donnerstag in Athen mit. Zwei griechische Marine-Schiffe sollen demnach zusätzliche Schlafmöglichkeiten bieten.

Auch drei Flugzeuge wurden den Angaben zufolge nach Lesbos geschickt, um 406 unbegleitete Minderjährige aufs Festland zu bringen. Sie wurden zuvor auf das neuartige Corona-Virus getestet.

EU-Vize-Kommissionspräsident Margaritis Schinas wird am Donnerstag auf Lesbos erwartet. Dort war das völlig überfüllte und schon seit Jahren als unmenschlich kritisierte Flüchtlingslager Moria am Dienstagabend durch einen Großbrand in weiten Teilen zerstört worden.

urch ein zweites Feuer am Mittwochabend verbrannte dann der verbleibende Teil des Lagers fast vollständig, wie das Ministerium mitteilte. Ernsthaft verletzt wurde durch die Brände niemand, fast 13.000 Menschen wurden aber obdachlos und mussten auf der Insel auf Straßen oder einfach im Gelände schlafen.

Drama in Moria: Flüchlingslager in Flammen

Das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Ägäis-Insel Lesbos gilt als Sinnbild für das Versagen der europäischen Asylpolitik. Nun wurde es Opfer von Flammen.

(c) AP (Panagiotis Balaskas)

Ursprünglich war Moria einer von fünf "Hotspots", die nach der Flüchtlingskrise in Griechenland eingerichtet wurden, um bei der Überfahrt aus der Türkei gefasste Menschen zu internieren. Es ist aber seit Jahren völlig überfüllt.

(c) AP (Panagiotis Balaskas)

Das Lager hat eine Kapazität von rund 2.800 Menschen, doch leben dort mehr als 12.700 Asylsuchende unter schwierigsten Bedingungen. 

(c) AP (Panagiotis Balaskas)

Zur humanitären Notlage kam heuer auch die Coronakrise. Nach der Feststellung des ersten Coronafalls wurde das Lager Anfang September unter Quarantäne gestellt. 

(c) AP (Panagiotis Balaskas)

Einer kompletten Schließung und Evakuierung des Lagers verschließt sich die konservative griechische Regierung bisher.

(c) AP (Panagiotis Balaskas)

Eingerichtet wurde Moria im Oktober 2015. Zunächst wurden Asylbewerber dort nur registriert und dann nach kurzer Aufenthaltsdauer auf das griechische Festland gebracht. Dies änderte sich durch das EU-Türkei-Flüchtlingsabkommen im Frühjahr 2016.

(c) AP (Panagiotis Balaskas)

Mitte September 2016 waren bei einem Brand große Teile der Einrichtung des Lagers zerstört worden, Ende September starben zwei Menschen bei einem weiteren Brand. Im November 2016 kam es zu Auseinandersetzungen von Lagerinsassen mit Sicherheitskräften, zwei Menschen starben bei einer Gasexplosion.

(c) AP (Panagiotis Balaskas)

Im Februar 2020 kam es zu einem Marsch von 2.000 Flüchtlingen zum Hafen der Inselhauptstadt Myrtilini, um gegen die Lebensbedingungen im Lager zu protestieren. 

(c) AP (Panagiotis Balaskas)
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Migrationsminister Notis Mitarachi hatte am Mittwoch gesagt, die Feuer seien ausgebrochen, "als die Asylbewerber gegen die verhängte Quarantäne protestierten". Wenige Stunden zuvor hatte das Ministerium mitgeteilt, dass 35 Lagerbewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden seien.

Kommentare (7)

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d203020e3ad790c1521e9b4d0dcd6d31
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Zu Ende denken

Wenn wir uns die Konfliktherde um uns anschauen, die in weiten Bereichen katastrophale wirtschaftliche und politische Situation in vielen Ländern der Erde, die kommenden klimabedingten Migrationsbewegungen, so ist alles zu vermeiden, was Sogwirkung erzeugt, dafür aber auch alles zu tun, um das Bleiben zu erleichtern. Da braucht es nur eine kleine Verschiebung der irrsinnigen Militärausgaben hin zum humanitären Mitteleinsatz.

Und weil immer wieder das Christliche strapaziert wird: Nur zu fordern, was „man“, oder die Politik tun sollte ist zu wenig. Die Frage ist, was tue ich als Christ, was könnte, will ich tun?
Was Christsein bedeutet, steht eindrucksvoll in der Bergpredigt.

Landbomeranze
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Sehe ich auch so.

Dazu gehört auch, dass jene Bürgermeister und Politiker, die sich als so gute Christen beweihräuchern, Flüchtlinge bei sich zu Hause aufnehmen und auf eigene Kosten verpflegen sollen. Wenn es so viele Bürgermeister sind, die das fordern, dann können sicher 200 unbegleitete Kinder aufgenommen werden. Jede Wette gehe ich ein, dass dann nicht einmal 50 nach Österreich kommen. Ich bin nicht dafür, dass anderen Menschen erklärt wird, sie hätten gefälligst gute Christen zu sein und daher mit ihrem Steuergeld die zusätzlichen Flüchtlinge zu versorgen,weil sie im Vergleich so reich wären. Das haben, glaube ich, die Pharisäer so gemacht, Kritik geübt und den Zusammenhang vernachlässigt.

voit60
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das gestrige Interview mit dem Aussenminister in der ZIB 2 war zum fremdschämen

was ist bloß aus dieser OVP geworden. Das Christliche wurde mit dem Kurz aus dem Parteiprogramm gestrichen. Der adelige Aussenminister legte eine Arroganz und Unmenschlichkeit hin, die einem christlichen Politiker unwürdig ist.

Landbomeranze
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Hab das Interview zwar nicht gehört,

aber wenn er meinte, dass zuerst die anderen EU-Länder je 100.000 Einwohner einmal jene Zahl an Flüchtlingen aufnehmen sollen, wie sie Österreich hat, dann stimme ich ihm zu. Das hat mit dem Christlichen wenig zu tun, sondern es ist eher eine Frage des Hausverstandes. Und schon gar nicht brauchen wir jene Typen, die bewusst ein Lager in Brand stecken, um Griechenland oder andere EU_Länder hinsichtlich einer Aufnahme ohne Kontrolle zu erpressen.

voit60
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aber anscheinend

ist er mit det menschenverachteten Einstellung in guter Gesellschaft hier.

cockpit
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voit

so ist es leider

Balrog206
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Voit

Komisch was ist den mit den Genossen Staatsmännern in anderen Ländern der Eu ??