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Nach Tod von George FloydUS-Gouverneure gegen Würgegriff bei Polizeieinsätzen

Nach tagelangen Protesten gegen Polizeibrutalität und Rassismus gibt es nun in mehreren US-Staaten Bestrebungen, den Würgegriff bei Polizeieinsätzen zu verbieten. Barack Obama begrüßt "ehrliche Debatte" über Rassismus.

© APA/AFP
 

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hat am Freitag einen entsprechenden Reformvorschlag für seinen Bundesstaat vorgelegt. Auch die Akten zu früherem Fehlverhalten von Polizisten soll transparent einsichtlich werden. Er hoffe, dass das Parlament des US-Staats New York, in dem rund 19 Millionen Menschen leben, den Entwurf in der kommenden Woche verabschieden werde, sagte Cuomo.

Auch der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom teilte mit, er werde eine Methode, bei der die Blutzufuhr zum Gehirn unterbunden wird, aus dem Trainingsprogramm für Polizeibeamte verbannen. Er wollte dies auch gesetzlich festlegen. Der Demokrat stellte sich auch hinter Demonstranten, die bei "friedlichen Protesten" nicht mit Tränengas, Gummigeschoßen oder Verhaftungen konfrontiert werden sollten. Newsom benannte einen früheren Polizisten und eine Aktivistin für Justizreform, neue Vorschriften im Umgang mit Demonstranten umzusetzen.

Erste Reformen der Polizei

Die Stadt Minneapolis selbst hat ebenfalls erste Reformen ihrer Polizei auf den Weg gebracht. Künftig dürften Beamte keine Würgegriffe mehr anwenden und Verdächtige nicht am Nacken festhalten, erklärte Bürgermeister Jacob Frey am Freitagnachmittag in Anschluss an eine Stadtratssitzung. Zudem müssten alle Polizeibeamte, die Zeugen einer "ungenehmigten Gewaltanwendung" ihrer Kollegen würden, dies unter Strafandrohung melden. Alle Beamte seien zudem verpflichtet, in solchen Fällen einzuschreiten, andernfalls drohe ihnen die gleichen disziplinarischen Konsequenzen wie dem Täter.

Die mit dem Staat Minnesota juristisch bindend vereinbarten Reformen seien ein guter Schritt, um die Kultur der Polizei zu ändern und "systematischen Rassismus zu entwurzeln", schrieb Frey auf Twitter. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Reformen nur ein erster Schritt sind. "Wir haben noch einen langen Weg vor uns zum Wandel - nicht nur in der Politik der Stadt, sondern auch im Recht des Bundesstaats und dem Vertrag mit der Polizeigewerkschaft", sagte er.

Der Tod Floyds löste nach Ansicht des früheren US-Präsidenten Barack Obama nun endlich eine "ehrliche" Debatte über Rassismus in den USA aus. Die Bewegung sei "inspirierend", sagte der 58-jährige Ex-Präsident in einem Videochat.

"Es hat in der vergangenen Woche in diesem Land so viel ehrliche Gespräche zum Thema Rassismus gegeben wie nie zuvor in der Zeit, an die ich mich erinnern kann", sagte Obama. Nicht nur vonseiten einer Minderheit, sondern von "einem großen Teil des Landes".

Kommentare (6)

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dieRealität2019
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über dieseit Jahrzehnten in den USA ausgewiesenen "Fälle" möchte niemand sprechen

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zur generellen Übersicht: Mit Unterstützung durch die National Law Enforcement Officer’s Memorial Fund besitzt die ODMP in ihrer Datenbank mittlerweile die Namen von 21.254 getöteten Beamten (Stand: 30. November 2012). Die reicht zurück zum Jahre 1791, in dem der vorerst erst erwiesene in Ausübung seiner Pflicht getötete Polizist Constable Darius Quimby aus Albany County im US-Bundesstaat New York bei einer Verhaftung erschossen wurde
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Unabhängig von Rassismus. Ab 14jährige schwarze Täter aufwärts schießen auf Polizisten und töten sie . Interessant für die geht niemand auf die Straße.
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Jahr für Jahr unzählige Tötungsdelikte von Polizisten im Dienst durch die Hand von schwarzen Täter. Hier machen es sich Menchen sehr einfach in dem sie Rassismus zugrunde legen.

AAltausseer
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Ich fürchte,

Sie machen es sich zu leicht! Wenn Sie mit scheinbar objektiven Zahlen von im Dienst getöteten Polizisten (Opfer und Täter ALLER Hautfarben includiert!) das Umbringen von unbewaffneten und bereits gefesselten und am Boden liegenden Menschen relativieren ( fast schon zu rechtfertigen), dann sind Sie für mich Teil des Problems Rassismus, und Ihr Kommentar kein Teil der Problemlösung!

Es sind natürlich nicht nur ab 14jährige schwarze Täter, die Polizisten gefährden, sondern ab 14 jährige Täter (jeder weitere Zusatz entbehrlich)

Polizisten haben einen gefährlichen Job, in Amerika halt noch gefährlicher als „bei uns“ aufgrund der laschen Waffengesetze.
Aber minutenlang auf eines Menschen Hals oder Genick zu knien, hat mit Selbstschutz des Polizisten rein gar nichts zu tun. Dafür kann es nur den Gang vor Gericht und dann ins Gefängnis geben.

dieRealität2019
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lesen und nochmals lesen,

bitte lesen sie die beiden letzten Absätze. Im übrigen kenne ich auch die Zahlen der letzten 10 Jahre im Detail aufgeschlüsselt. Unabhängig davon habe ich sehr engen Kontakt mit Menschen aus Teile der US Gesellschaft (Patenkinder 2 Generationen seit Mitte der 60iger Jahre und ihren Umfeld aus NJ)
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"Ein zur Sache lesenswerter zutreffender Artikel KZ heute 7.6.2020 Pro & anspricht."
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Die Gewaltaktionen haben nicht das Geringste mit Rassismus zu tun, sondern sind nur der Ausdruck von Gewalttäter die diese Situation ausnutzen für brandschatzen und plündern.
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Hier muss man Rassismus und Gewaltübergriffe durch Polizisten versuchen zu trennen. Tatsache ist das jährlich hunderte Polizisten in allen Bundesstaaten durch schwarze Täter zu Tode kommen. Hinterfragen sie manche Vorfälle direkt an USA Quellen und sie werden staunen.
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Es ist primitv auch in Europa, die einzelnen Übergriffe von Polizisten generell zu verallgemeinern. Wenn ich die in Österreich und auch Europa einzelnen angezeigt5en Fälle hinterfrage, sehe ich immer einen Großteil von Provokation und aufgelegten Übergriffen. Es sind immer die gleichen Akteure.

Mezgolits
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Erste Reformen der Polizei

Ich finde es unverschämt, in der heutigen Zeit,
für die in der Verfassung zugesicherten Rechte,
noch KÄMPFEN zu müssen. Erfinder Mezgolits

lilith73
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Tötung inkauf genommen

Ist es denn notwendig einen Menschen der sich ohne Gefebwehr die Hände am Rücken fesseln lässt, auf den Boden zu drücken und sich auf die Halsschlagader zu knien.

Raubtiere machen dies mit ihrer Beute, sie bohren ihre Zähne in die Halsschlagader und halten sie so lange fest bis diese kein Lebenszeichen mehr von sich gibt.

Wendet die Polizei diese Technik an ist es Mord. Der Tod eines Verhafteten wird bewusst inkauf genommen.

SoundofThunder
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🤔

Sie haben es auf den Punkt getroffen. Das Kniegelenk ist hart genug. Es gibt nicht nach. Und wenn man auch noch mit seinen Körpergewicht auf den Hals kniet wird die Halsschlagader unweigerlich zusammen gedrückt. Das Genick des Menschen hält einiges aus.Aber die Weichteile nicht.Habe eine Dokumentation gesehen wo ein Arzt gesagt hat dass die meisten Menschen, die sich erhängt haben,nicht an Genickbruch starben sondern weil der Strick die Halsschlagader zugedrückt hat. Sorry, ist ein bisschen grauslich.Bitte nicht übel nehmen.