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CoronavirusBoris Johnson "erholt sich und ist gut gelaunt"

Vize-Premier Gove informiert über aktuellen Gesundheitszustand - und weist Kritik an zögerlicher Reaktion auf Pandemie zurück.

© APA/AFP/10 Downing Street/-
 

Eine Woche nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus geht es dem an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankten britischen Premierminister Boris Johnson nach Regierungsangaben deutlich besser. Johnson "erholt sich gut und ist gut gelaunt", sagte Vize-Premierminister Michael Gove am Sonntag dem Sender Sky News. Kritik am Krisenmanagement der Regierung wies Gove zurück.

Johnson habe die "Lage absolut im Griff" und einen guten Überblick über die Regierungsgeschäfte, sagte Gove. Der Premier habe mit Außenminister Dominic Raab gesprochen, der dessen "Anweisungen" in einer Telefonschaltung am Samstag an die Kabinettsmitglieder übermittelt habe.

Gove verteidigte die Entscheidung der Regierung vom Donnerstag, die Ausgangssperre um mindestens drei Wochen zu verlängern. "Die Zahl der Todesfälle ist nach wie vor sehr besorgniserregend", sagte der Vize-Premier. Zwar gingen die Infektions- und Sterberaten allmählich zurück. Daraus lasse sich jedoch noch kein allgemeiner "Abwärtstrend" schließen.

Großbritannien ist inzwischen eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Nach Regierungsangaben erhöhte sich die Zahl der im Krankenhaus an den Folgen einer Corona-Infektion Gestorbenen am Samstag auf mehr als 15.400.

Statistik wohl unvollständig

Kritiker bemängeln jedoch eine Unvollständigkeit dieser Statistik, da Corona-Todesfälle, die in Pflegeheimen oder Privathaushalten auftreten, darin nicht erfasst sind. Schätzungen des britischen Branchenverbands der Pflegeheime zufolge könnten in den Einrichtungen zwischen 4.000 und 7.500 Menschen durch eine Corona-Infektion gestorben sein.

Auch die Kritik an der zögerlichen Reaktion der britischen Regierung auf die Pandemie wurde zuletzt wieder lauter. Die "Sunday Times" warf der Regierung am Sonntag vor, die Warnungen von Wissenschaftern und ihren Appell, medizinische Schutzbekleidung zu organisieren, ignoriert zu haben. Johnson habe an mehreren Krisentreffen wegen des Coronavirus gar nicht teilgenommen, schrieb die Zeitung.

Der neue Vorsitzende der oppositionellen Labour-Partei, Keir Starmer, warf der Regierung in einem Gastbeitrag in der "Mail on Sunday" vor, bei der Einführung von Eindämmungsmaßnahmen und der Beschaffung von notwendigem medizinischem Material "zu langsam" gewesen zu sein.

Gove wies die Vorwürfe zurück und nahm Johnson in Schutz. "Niemand kann sagen, dass der Premierminister sich nicht mit Leib und Seele in den Kampf gegen das Virus gestürzt hat", sagte Gove. Die Regierung arbeite unter Hochdruck daran, Großbritannien mit ausreichender medizinischer Schutzausrüstung zu versorgen.

Johnson war Ende März positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden und musste zwischenzeitlich auf der Intensivstation behandelt werden. Er erholt sich derzeit auf seinem Landsitz Chequers nordwestlich von London.

Kommentare (2)

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gonde
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2
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Das ist fein, daß Johnson gut gelaunt ist!

Ob das die Angehörigen der unnötigen Vielzahl von Opfern auch so empfinden?

Kristianjarnig
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1
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Gut für Ihn das er sich gutfühlt. Kommt wohl auch von daher das er ein kleines bißchen besser behandelt wurde als der durchschnittliche NHS Patient.

Durchimmunisierung der "Herde" ist dann wohl vom Tisch für den guten Boris.

Klingt halt alles besser bis es dann einen selbst trifft, trotz bevorzugter Behandlung(die ich natürlich nicht nachweisen kann aber wir sind ja nicht erst seit gestern auf dieser netten Welt wo alle ganz ganz gleich sind).

Was mich bei solchen "Kasperln" wie Johnson oder Trump fasiziniert - normalerweise sind die Dampfplauderer diejenigen vom Stammtisch, in den beiden Länder regieren die aber. Das soll noch jemand behaupten das die Welt nicht verrückt ist.