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Von Amt beurlaubtGänswein nach Buch-Skandal bei Papst Franziskus in Ungnade

Laut einem Bericht der deutschen Zeitung "Die Tagespost" wurde Erzbischof Gänswein als Leiter des Päpstlichen Hauses von seinem Amt beurlaubt.

Erzbischof Georg Gänswein
Erzbischof Georg Gänswein © (c) APA/dpa/Rolf Vennenbernd
 

Drei Wochen nach der Polemik rund um eine Buchveröffentlichung von Benedikt XVI. zum Thema Zölibat ist der Privatsekretär des emeritierten Kirchenoberhauptes, Georg Gänswein, bei Papst Franziskus offenbar in Ungnade gefallen. Laut einem Bericht der deutschen Zeitung "Die Tagespost" (Mittwochausgabe) wurde Erzbischof Gänswein als Leiter des Päpstlichen Hauses von seinem Amt beurlaubt.

Statt öffentliche Aufgaben bei Audienzen wahrzunehmen, solle er auf Wunsch von Franziskus dem emeritierten Papst mehr Zeit widmen, schrieb das Blatt. Laut dem Vatikan-Sprecher Matteo Bruni hat es eine "gewöhnliche Umverteilung verschiedener Pflichten und Funktionen des Präfekten des Päpstlichen Hauses gegeben", Gänswein sei jedoch nicht vom Amt als Präfekt des Päpstlichen Hauses suspendiert worden.

Der 63-jährige Gänswein war zuletzt bei mehreren Besuchen und Audienzen des Papstes, für die er als Präfekt eigentlich zuständig ist, abwesend. So hatte er auch nicht an der am heutigen Mittwoch geplanten Generalaudienz teilgenommen. Gänswein selber äußerte sich bisher nicht zu dem Bericht.

Umstrittenes Buch zu Zölibat

Seit dem Skandal um den umstrittenen Beitrag Benedikts zum Zölibat wurde Gänsweins Doppelrolle für Benedikt und Franziskus kritisch infrage gestellt. Von dem jüngst erschienenen Buch des Kurienkardinals Robert Sarah über das Priesterzölibat, das auch einen Beitrag des früheren Papstes enthält, hatte die Nennung Benedikts XVI. als Mitautor auf Intervention Gänsweins zurückgezogen werden müssen. Sarah und Erzbischof Gänswein lieferten unterschiedliche Darstellungen des Sachverhalts. Gänswein sprach von einem "Missverständnis". Das Buch, das als Kritik am Kurs Franziskus
betrachtet wird, sorgte für Irritation im Vatikan.

In "Des profondeurs de nos cœurs" ("Aus den Tiefen unserer Herzen") warnen Sarah und Benedikt vor einer Priesterweihe für Verheiratete. Das Buch wird als Affront gegen Papst Franziskus gewertet. Dass sich der Ex-Pontifex noch vor dem amtierenden Katholiken-Oberhaupt zu so einem heiklen Thema äußert, brandmarkten Kritiker als Grenzüberschreitung. Benedikt hatte nach seinem Rücktritt im Februar 2013 Zurückhaltung und ein stilles Leben im Gebet gelobt.

Schatten des Pontifex

Zwei Päpsten zu dienen, war für Gänswein bisher kein Problem. Jetzt soll sich "Don Giorgio", wie die Italiener im Vatikan den Süddeutschen nennen, mehr dem emeritierten Papst widmen. 2003 bestellte ihn Josef Ratzinger, damals Präfekt der römischen Glaubenskongregation, zu seinem Privatsekretär. Während Benedikts Pontifikat war Gänswein der Schatten des Pontifex. Im Dezember 2012, wenige Monate vor seinem spektakulären Rücktritt, ernannte Benedikt seinen Privatsekretär zum Präfekten des Päpstlichen Hauses und erhob ihn gleichzeitig zum Erzbischof. Der neue Erzbischof bekam das Titularbistum Urbisaglia in der mittelitalienischen Region Marken zugewiesen.

 

 

 

Kommentare (6)

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Nixalsverdruss
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8
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Leider komplett falsch recherchiert!

Bitte keine voreiligen Kommentare - der Originalartikel steht auf "Die Tagespost" aus Würzburg.
Nachlesen - eigene Meinung bilden - dann kommentieren!

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Occam
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.

Es würde Einigen in der Kirche gut tun, von der Himmelsleiter herabzusteigen und den Kontakt mit der Erde und der Lebenswirklichkeit der Menschen die Aufmerksamkeit zu schenken, wie es Jesus getan hat.

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GordonKelz
5
5
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Frage mich, ob uns dieser....

...nicht trocken gelegte SUMPF überhaupt interessieren sollte?
Gordon Kelz

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schandopr
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11
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gänswein

Kirchenspaltung? Eher Kurienspaltung mit geteilter Anhängerschaft. Der Heilige Geist wird ausgeklammert, wo es nur geht; aber er weht, wo immer er will; hoffentlich erleben wir das auch.

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jg4186
7
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Leider der richtige Weg ...

... den Papst Franziskus da geht! Der pensionierte Papst Benedikt darf sich öffentlich nicht mehr melden, zu keinem kirchlichen Thema. Hat er mit dem Buch leider getan. Und da wird Gänswein irgendwie beteiligt gewesen sein, wäre wohl nicht ohne ihn möglich gewesen. Und deshalb musste Franziskus klar eine Grenze ziehen. Damit das ja nie mehr geschieht. Sonst gibt’s eine Kirchenspaltung.

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cleverstmk
7
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Super

Bravo endlich aufräumen unter den Stockkonservativen. Weiter so

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