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Wegen fahrlässiger KörperverletzungErmittlungsverfahren gegen Pharmakonzern wegen Epilepsie-Medikamentes

Wegen fahrlässiger Körperverletzung und schwerer Täuschung - Depakine kann bei Neugeborenen zu Schäden führen.

Sujebtild © APA/BARBARA GINDL
 

Frankreichs Justiz hat gegen den Pharmakonzern Sanofi wegen des umstrittenen Epilepsie-Medikaments Depakine ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Das gab der französische Pharmakonzern am Montagabend bekannt. Das Verfahren werde für das Unternehmen eine Gelegenheit sein, nachzuweisen, dass es seiner Informations- und Transparenzpflicht nachgekommen sei, hieß es in einer Mitteilung.

Nach Angaben der französische Nachrichtenagentur AFP wird gegen Sanofi wegen fahrlässiger Körperverletzung und schwerer Täuschung ermittelt. Depakine hilft Epileptikern bei Krämpfen, kann bei Neugeborenen aber zu Schäden führen. Nach dem Bericht der Gesundheitsbehörden nahmen zwischen 2007 und 2014 knapp 15.000 Frauen das Medikament während der Schwangerschaft ein. Unklar blieb allerdings, für wie viele Kinder das Medikament tatsächlich gesundheitliche Folgen hatte. Das Medikament wird in Frankreich seit 1967 verkauft. Es kann bei Neugeborenen zu Geburtsschäden, zu einem erhöhten Risiko für Autismus, geistige oder körperliche Behinderung führen. Im Jahr 2016 entschied das französische Parlament, das Opfer des Medikaments entschädigt werden.

Vorwürfe werden geprüft

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits 2015 Vorermittlungen eingeleitet und den Fall ein Jahr später an Ermittlungsrichter weitergegeben. Es wird geprüft, ob Sanofi schwangere Patientinnen nicht ausreichend über die bekannten Risiken informiert hat. Das Unternehmen versicherte nun, weiterhin mit den Justizbehörden zusammenarbeiten zu wollen. Das eingeleitete Verfahren kann am Ende zu einem Strafprozess führen, falls die Ermittler ausreichend Beweise sehen. Andernfalls können sie das Verfahren auch wieder einstellen.

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