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Coronavirus Experte: Epidemie-Höhepunkt in zehn Tagen

Laut chinesischem Experten soll Coronavirus-Epidemie in rund zehn Tagen ihren Höhepunkt erreichen. Andere Forscher sind weniger optimistisch.

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© (c) APA/AFP/STR (STR)
 

Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in China könnte nach Angaben eines Experten in rund zehn Tagen ihren Höhepunkt erreichen. Er gehe davon aus, dass die Epidemie "in einer Woche oder rund zehn Tagen einen Höchststand" erreichen werde, sagte der renommierte Wissenschafter Zhong Nanshan am Dienstag der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Die Verbreitung der Krankheit werde "nicht in großem Umfang ansteigen", ergänzte der Experte der Nationalen Gesundheitskommission. Auch wenn weiterhin kein Heilmittel gefunden werde, werde die Sterblichkeitsrate dank lebenserhaltender Geräte und der Anstrengungen des medizinischen Personals "sicherlich weiter sinken", sagte Zhong laut Xinhua.

Offene Fragen

Zhong hatte unter anderem daran mitgewirkt, das ganze Ausmaß der Sars-Epidemie bekannt zu machen. An ihr waren in den Jahren 2002 und 2003 knapp 350 Menschen in Festlandchina sowie knapp 300 weitere in Hongkong gestorben.

Dennoch gibt es bezüglich des neuartigen Virus 2019-nCoV immer noch offene Fragen, vor allem hinsichtlich der Ansteckungswege. Das neuartige Coronavirus sei "gerissener" als das Sars-Virus, sagte Zeng Guang, ein weiterer Experte der staatlichen Gesundheitskommission, dem staatlichen Fernsehsender CCTV. Er gehe davon aus, dass sich die Lage mit Einsetzen des wärmeren Wetters bessern werde, das "der Verbreitung von ansteckenden Atemwegserkrankungen nicht förderlich" sei.

106 Tote in China

Auf Grundlage der ersten erhältlichen Daten gehen Wissenschafter in Nordamerika hingegen davon aus, dass mindestens mehrere zehntausend Menschen von dem Virus betroffen sein werden und die Epidemie noch mindestens mehrere Monate andauern wird. "Im besten Fall" werde die Epidemie "über den Frühling bis in den Sommer andauern und dann abebben", sagte David Fisman von der Universität von Toronto der Nachrichtenagentur AFP. Er verfasste eine Analyse des Virus für die Internationale Gesellschaft für Ansteckende Krankheiten.

Chronologie: Coronavirus auf dem Vormarsch

31. Dezember: Erste Warnung aus Peking

Die chinesischen Behörden informieren die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über mehrere Fälle einer mysteriösen Lungenkrankheit in Wuhan, der Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Hubei. Ihren Angaben zufolge wurde der erste Fall bereits am 12. Dezember registriert. Der Erreger der Krankheit sei unbekannt

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Mehrere der Erkrankten arbeiteten auf einem Großmarkt für Fische und Meeresfrüchte, auf dem aber auch andere Tiere wie etwa Ratten, Krokodile, Schlangen und vor allem auch Zibetkatzen angeboten wurden. Zibetkatzen sind in China eine Delikatesse, von der vermutlich der Erreger der gefährlichen Lungenkrankheit SARS stammt, an der in den Jahren 2002/2003 über 700 Menschen weltweit starben.

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7. Jänner: Neues Coronavirus als Erreger identifiziert

Laut WHO gelingt es chinesischen Experten, den Erreger zu identifizieren. Er gehört demnach zur großen Familie der Coronaviren, die harmlose Erkältungen auslösen können - aber auch SARS.

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11. Jänner: Erster Todesfall wird vermeldet

Die chinesischen Behörden berichten von einem ersten Toten, einem 61-jährigen Kunden des Fischmarkts in Wuhan.

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13. Jänner: Beginn der Ausbreitung außerhalb Chinas

Die WHO bestätigt einen ersten Fall außerhalb Chinas; eine Patientin in Thailand, die aus Wuhan kam. Am 16. Jänner bestätigt Japan seinen ersten Krankheitsfall - einen ebenfalls aus Wuhan eingereisten Mann. In den folgenden Tagen melden Nepal, Australien, Malaysia, Singapur, Südkorea, Vietnam, Taiwan und schließlich auch die USA und Frankreich erste Krankheitsfälle.

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20. Jänner: Chinesischer Experte bestätigt Mensch-zu-Mensch-Übertragung

Ein Mitglied der nationalen Gesundheitskommission Chinas, der weltweit anerkannte Experte Zhong Nanshan, erklärt, dass es erstmals auch eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus gegeben habe.

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22. Jänner: Behörden warnen vor Mutation des Virus

Die chinesischen Behörden warnen, dass der Erreger mutieren und damit deutlich ansteckender werden könnte.

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23. Jänner: Wuhan wird unter Quarantäne gestellt

Kurz vor Beginn des chinesischen Neujahrs, das in China einer Völkerwanderung gleichkommt, stellen die Behörden Wuhan mit seinen elf Millionen Einwohnern unter Quarantäne. Peking sagt vorsorglich alle größeren Neujahrsfeiern ab.

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Die WHO beschließt nach einer zweitägigen Krisensitzung, vorerst keinen weltweiten Gesundheitsnotstand auszurufen. Zur Begründung heißt es, bisher gebe es außerhalb Chinas "keine Hinweise" auf eine Übertragung des Krankheitserregers von Mensch zu Mensch.

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25. Jänner: China weitet Maßnahmen massiv aus

In China werden weitere Städte isoliert. De facto stehen nun 56 Millionen Menschen unter Quarantäne. Im gesamten öffentlichen Verkehr der Volksrepublik werden Fiebermessstationen eingerichtet.

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26. Jänner: Erster Verdachtsfall in Österreich

Eine chinesische Flugbegleiterin wurde in das Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital gebracht. Die zuständigen Stellen und Wiener Krankenhäuser sind auf das Coronavirus vorbereitet. Auch aus Berlin wurde ein erster Verdachtsfall gemeldet.

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27. Jänner: Minister tagen, mehrere Verdachtsfälle

Im Innenministerium in Wien hat am Montagnachmittag der Einsatzstab zum Coronavirus getagt. Mit dabei waren alle Ministerien, Vertreter der Blaulichtorganisationen und der Bundesländer. In Österreich waren am Montag drei Verdachtsfälle bekannt, jedoch keine bestätigte Erkrankung. Zudem wurde eine Info-Hotline eingerichtet.

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28. Jänner: Erste Fall in Bayern bestätigt

Der erste Fall in Deutschland erweist sich als der erste bekannte Fall einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung außerhalb Asiens. Der 33-jährige Patient steckte sich nach Behördenangaben wohl bei einer aus China angereisten Kollegin an

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30. Jänner: Drastischer Anstieg der Erkrankten in China

Die Infektionen und Todesfälle durch die neue Lungenkrankheit in China haben den stärksten Anstieg innerhalb eines Tages gezeigt. Die Zahl der nachgewiesenen Patienten kletterte bis Donnerstag um rund 1.700 auf 7711. Auch wurden 38 Todesfälle verzeichnet, mehr als je zuvor in einem Tag.

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Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tedros Adhanom Ghebreyesus und Notfallchef Michael Ryan zeigten sich besorgt über die "rapide Ausbreitung" der Lungenkrankheit.  Am Abend ruft die WHO in China eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" aus. 

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"Das ist nichts, was nächste Woche vorbei ist oder nächsten Monat", erklärte auch Alessandro Vespignani von der Northeastern University in Boston. Er gehört einer Wissenschaftergruppe an, die online neue Erkenntnisse zu dem Virus zusammenträgt.

In China starben bereits 106 Menschen an dem Virus. Nach Behördenangaben gibt es mehr als 4.500 bestätigte Infektionen, 7000 weitere Verdachtsfälle werden geprüft. In 15 weiteren Ländern gibt es insgesamt rund 50 Infektionen, darunter eine in Bayern.

Die chinesischen Behörden haben im Kampf gegen das Virus unter anderem mehr als ein Dutzend Städte isoliert, fast 60 Millionen Menschen stehen damit de facto unter Quarantäne. Als neue Schutzmaßnahme wurden am Dienstag die derzeitigen Schul- und Semesterferien zum chinesischen Neujahr auf unbestimmte Zeit verlängert.

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