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Städte werden evakuiertAustraliens Premier bei Besuch in Feuergebiet beschimpft

In den Bundesstaaten New South Wales und Victoria sollten mehr als ein halbes Dutzend Städte evakuiert werden - Tausende retten sich vor den Buschbränden.

Premierminister Scott Morrison, ein Kohle-Förderer
Premierminister Scott Morrison, ein Kohle-Förderer © (c) AP (James Ross)
 

Im Südosten Australiens herrscht Katastrophenalarm: Tausende Menschen sind auf der Flucht vor den verheerenden Buschbränden.

In den Bundesstaaten New South Wales und Victoria sollten mehr als ein halbes Dutzend Städte evakuiert werden, darunter beliebte Touristenorte. Am Freitag bildeten sich lange Staus, das Benzin wurde knapp. Die Polizei eskortierte die Autos aus den Feuergebieten. In der Küstenstadt Mallacoota brachte die Marine Menschen in Sicherheit, die sich an den Strand gerettet hatten.

Dritter Notstand dieser Brandsaison

In New South Wales ist es bereits der dritte Notstand dieser Brandsaison, für Victoria ist es das erste Mal in der Geschichte des Bundesstaates. Dort allein werden nach Angaben der Regierung 28 Menschen vermisst. Die für Katastrophen zuständige Ministerin, Lisa Neville, rief die Bewohner dringend dazu auf, die Feuergebiete zu räumen. "Sie sollten weg, um Ihr Leben zu retten. Wenn Sie das nicht tun, schicken wir die Polizei, damit Sie diese Botschaft verstehen."

Waldbrände: Ausnahmezustand in Australien

Die australische Marine hat mit einer Rettungsaktion für hunderte von den verheerenden Buschbränden eingekesselte Menschen begonnen.

APA/AFP/ROYAL AUSTRALIAN NAVY/HE

Familien aus Mallacoota gingen mit ihren Haustieren und wenigen Habseligkeiten an Bord des Landungsbootes und wurden anschließend auf das Kriegsschiff "HMAS Choules" gebracht.

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Ein Landungsboot der Marine legte am Freitag im Urlaubsort Mallacoota an der Südostküste des Landes an, wo Bewohner und Urlauber seit Silvester festsaßen.

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Das Land bereitet sich auf eine neuerliche Verschärfung der Brandsituation am Wochenende vor.

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Bis zum Nachmittag sollten auf diese Weise etwa 1.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden, sagte Premierminister Scott Morrison. Er wurde dafür kritisiert, dass er während der Krise nach Hawaii fuhr, brach seinen Urlaub erst ab, als der öffentliche Druck zu groß wurde. Bei einem Besuch im Feuergebiet wurde Morrison am Donnerstag beschimpft.

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Eine neue Zuspitzung der Lage wird für das Wochenende erwartet, wenn die Temperaturen auf weit über 40 Grad Celsius steigen sollen.

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Nahezu im gesamten Südosten des Landes gilt der Ausnahmezustand.

 

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Zehntausende Touristen und Bewohner wurden aufgefordert, bis Samstag einen 300 Kilometer langen Küstenstreifen zu verlassen.

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"Es gibt noch ein Zeitfenster zur Flucht", sagte New South Wales' Regierungschefin Gladys Berejiklian.

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"Wenn Sie nicht unbedingt in dieser Region sein müssen, müssen Sie gehen - das Zeitfenster wird sich schließen."

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In Australien sind die Feuer auch ein Politikum. Premierminister Scott Morrison, ein Kohle-Förderer, sieht die Brände als Naturkatastrophe und lehnt es ab, seine Klimapolitik zu ändern. Er wurde dafür kritisiert, dass er während der Krise nach Hawaii fuhr, er brach seinen Urlaub erst ab, als der öffentliche Druck zu groß wurde. Bei einem Besuch im Feuergebiet, in Cobargo, wurde Morrison am Donnerstag beschimpft.

Premierminister Scott Morrison, als er zur Rede gestellt wurde
Premierminister Scott Morrison, als er zur Rede gestellt wurde Foto © (c) AP

Die Buschfeuer auf dem Kontinent wüten bereits seit Oktober. Landesweit starben mindestens 19 Menschen. Dieses Wochenende könnte sich die Lage bei großer Hitze und Gewittern weiter zuspitzen. In New South Wales und Victoria wüten aktuell fast 200 Feuer.

Tennisturnier muss verlegt werden

Die Brände haben auch Auswirkungen auf Sport-Events: Das Internationale Tennisturnier in der Hauptstadt Canberra, das am Montag starten soll, wird wegen der Brände in der Region in die rund 620 Kilometer westlich gelegene Stadt Bendigo verlegt, wie die Veranstalter am Freitag auf ihrer Homepage mitteilten.

Kim Kachel, Geschäftsführer des australischen Tennisverbandes ACT, sagte: "Die Gesundheit von Spielern, Fans, Freiwilligen, Mitarbeitern und Akteuren ist zu jeder Zeit unsere höchste Priorität." Wegen der von Wetter- und Feuerexperten prognostizierten Bedingungen in Canberra sei es unwahrscheinlich, dass in den kommenden Tagen Spiele stattfinden könnten.

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