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Zivilcourage rettet LebenIS reklamiert Terrorattacke auf London Bridge für sich

Der Täter gehöre "zu den Kämpfern des IS" und sei Aufrufen zu Angriffen auf Bewohner jener Länder gefolgt, die der internationalen Anti-IS-Koalition angehören, ließ der IS wissen.

© (c) APA/AFP/NIKLAS HALLE'N
 

Am Freitagnachmittag hatte nach Polizeiangaben ein 28-jähriger Mann an der London Bridge im Zentrum von London auf mehrere Menschen eingestochen. Ein Mann und eine Frau erlagen nach den Messerattacken ihren Verletzungen. Verletzt wurden zudem ein weiterer Mann sowie zwei Frauen. Der mutmaßliche Angreifer wurde nach einer Rangelei mit Passanten von der Polizei erschossen.

Wie englische Medien berichten, hatte der Täter Verbindungen zu "islamistischen terroristischen Vereinigungen". Er sei polizeibekannt gewesen, berichtete die britische Nachrichtenagentur Press Association (PA) unter Berufung auf Sicherheitskreise. Laut der Zeitung "The Times" war der Mann schon einmal in Zusammenhang mit "islamistischen Terrorvergehen" bereits einmal verurteilt worden. Er sei vor rund einem Jahr aus dem Gefängnis entlassen worden. Mit der Auflage, eine elektronische Fußfessel zu tragen. 

Er habe eine Bombenattrappe am Körper getragen, sagte der Chef der britischen Anti-Terror-Polizei, Neil Basu, bei einer Pressekonferenz am Abend. Die Behörden gehen von einem Einzeltäter aus. Sicherheitsminister Brandon Lewis sagte am Samstag dem TV-Sender Sky News zufolge, die Polizei fahnde nicht nach weiteren Verdächtigen. Die Zahl der Polizeistreifen in der britischen Hauptstadt ist nach der tödlichen Attacke an der London Bridge indessen erhöht worden. 

Der IS beanspruchte den Anschlag am Samstag für sich. Der Täter gehöre "zu den Kämpfern des IS" und sei Aufrufen zu Angriffen auf Bewohner jener Länder gefolgt, die der internationalen Anti-IS-Koalition angehören, erklärte Amaq, das Propagandaorgan des IS, am Samstag im Messengerdienst Telegram. Der Terrorexperte Peter Neumann vom Londoner King's College hält die Mitteilung für echt. Er gab aber zu bedenken, dass es sich lediglich um eine Behauptung der Terrormiliz handle. Sie beinhalte keine Details oder Täterwissen.

Die Entlassung Usman Khans vor rund einem Jahr war Medienberichten zufolge routinemäßig erfolgt. Die zuständige Kommission (Parole Board) teilte am Samstag mit, sie sei nicht an der Entscheidung beteiligt gewesen. Premierminister Boris Johnson sprach sich bei einem Besuch am Tatort am Samstag für härtere Strafen für Schwer- und Gewaltverbrecher und gegen vorzeitige Haftentlassungen aus. "Wir plädieren dafür, dass die Leute die Haftstrafe absitzen sollte, zu der sie verurteilt wurden", sagte der konservative Regierungschef. Er lobte Einsatzkräfte und Passanten, die geholfen hatten, den Attentäter zu stoppen.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan erklärte, es handle sich offensichtlich um einen einzelnen Täter und es werde nach niemandem mehr gesucht. Khan würdigte zudem den Mut von Bürgern, die den Angreifer entwaffnet hätten. Videos im Netz zeigen einen Mann, offenbar ein Koch polnischer Abstammung, der trotz Warnung des Angreifers, die Bombe zu zünden, mit einem Stoßzahn eines Narwals versucht, den Täter abzuwehren. Ein zweiter Mann besprüht ihn gleichzeitig mit einem Feuerlöscher.

Auf einem Twitter-Video war zu sehen, wie mehrere Passanten auf dem Fußweg der Brücke mit einer am Boden liegenden Person ringen und dann von der Polizei weggeleitet werden. Kurz darauf fallen Schüsse. Premierminister Boris Johnson unterbrach seinen Wahlkampf und sagte, die Ermittlungen liefen. Alle in die Tat verwickelten Personen würden zur Rechenschaft gezogen.

"Atemberaubendes Heldentum"

Die Polizei teilte mit, sie sei gegen 14 Uhr Ortszeit zunächst wegen einer Messerstecherei alarmiert worden. Der Verdächtige sei später von Spezialeinsatzkräften der Londoner Polizei erschossen worden, sagte Basu. Der Sprengstoffgürtel, den er am Körper getragen habe, habe sich als Attrappe erwiesen.

Dies hätten die Personen aber nicht gewusst, die den Angreifer überwältigten, sagte Bürgermeister Khan. "Sie liefen wortwörtlich der Gefahr entgegen, ohne zu wissen, was sie erwartet." Sie hätten deshalb "atemberaubendes Heldentum" bewiesen und seien "die Besten".

Zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz. Die Brücke wurde von den Behörden gesperrt. Der Verkehr dort kam zum Erliegen. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie zahlreiche Menschen das Gebiet fluchtartig verließen. Gebäude rings um die über die Themse führende Brücke wurden evakuiert.

Johnson sagte am Abend, aller Wahrscheinlichkeit sei die Lage unter Kontrolle. Großbritannien werde sich niemals von solchen Angriffen spalten oder einschüchtern lassen. Er fügte hinzu, ihm drängten sich Erinnerungen an Juni 2017 auf.

Foto © KLZ

Mehrere Menschen erlitten Stichverletzungen. Dem Londoner Bürgermeister Sadiq Khan zufolge wurden einige davon schwer verletzt. Genaue Angaben über ihren Gesundheitszustand gab es zunächst nicht. Britische Medien berichteten am Abend über bis zu zwei Todesopfer.

Die Polizei rief Zeugen dazu auf, Hinweise und Videos vom Tathergang einzureichen. Offenbar hatten Passanten versucht, den Angreifer zu überwältigen. Einem BBC-Reporter zufolge, der am Tatort war, hatten mehrere Menschen versucht, einen Mann zu Boden zu drücken. Dann seien Schüsse gefallen.

Mehrere Videos, die in sozialen Medien kursierten, schienen diesen Hergang zu bestätigen. Zu sehen ist beispielsweise, wie Menschen auf der Brücke miteinander ringen. Ein Mann, der dem Angreifer offenbar ein Messer entwenden konnte, bringt es außer Reichweite. Ein drastisches Video zeigt, wie Polizisten auf einen Mann schießen, nachdem sie einen anderen in Sicherheit gebracht haben.

Wieder trifft es Großbritannien

Der jüngste Vorfall im Herzen der britischen Hauptstadt reiht sich ein in eine Serie von Anschlägen, die Großbritannien in den vergangenen Jahren erschüttert haben.

  • 15. September 2017, London
    Bei einem Bombenanschlag in der U-Bahn-Station Parsons Green während der Hauptverkehrszeit werden 30 Menschen verletzt. Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beansprucht den Anschlag für sich.
  • 19. Juni 2017, London
    Ein Mann fährt mit einem Lieferwagen in eine Gruppe von Muslimen, die aus einer Moschee im Stadtteil Finsbury Park kommen. Ein Mann wird getötet, elf weitere Menschen werden verletzt. Der Fahrer, der 48-jährige Darren Osborne, wird zu lebenslanger Haft verurteilt.
  • 3. Juni 2017, London
    Drei Attentäter fahren mit einem Lieferwagen auf der London Bridge in eine Menschenmenge. Anschließend stechen sie mit Messern auf Menschen im nahegelegenen Ausgehviertel rund um den Borough Market ein. Sie töten sieben Menschen und verletzen dutzende weitere, bevor die Polizei die drei Männer erschießt. Der IS beansprucht den Anschlag für sich.
  • 22. Mai 2017, Manchester
    Ein Selbstmordattentäter tötet bei einem Konzert von US-Sängerin Ariana Grande 22 Menschen, darunter viele Kinder. Mehr als hundert Menschen werden verletzt. Es ist der schwerste Anschlag in Großbritannien seit der Attentatsserie in Londoner U-Bahnen und Bussen im Juli 2005. Die IS-Miliz reklamiert die Tat für sich.
  • 22. März 2017, London
    Ein Attentäter rast mit seinem Auto auf der Westminster Bridge in Fußgänger, bevor er auf das Gelände des britischen Parlaments stürmt und einen Polizisten mit einem Messer ersticht. Insgesamt tötet der 52-Jährige, der zum Islam konvertiert war, fünf Menschen und verletzt mehr als 50 weitere, bevor die Polizei ihn erschießt. Der IS beansprucht die Tat für sich.
  • 5. Dezember 2015, London
    Ein psychisch kranker Messerangreifer sticht im U-Bahnhof Leytonstone auf zwei Menschen ein. Die Polizei stuft den Vorfall als Terrorakt ein. Der in Somalia geborene Mann wird zu lebenslanger Haft verurteilt.
  • 22. Mai 2013, London
    Zwei zum Islam konvertierte Briten nigerianischer Abstammung fahren vor einer Kaserne den Soldaten Lee Rigby mit einem Auto an, bevor sie ihn erstechen. Der 29-jährige Haupttäter wird zu lebenslanger Haft, sein 22-jähriger Komplize zu mindestens 45 Jahren Haft verurteilt.
  • 30. Juni 2007, Glasgow
    Zwei Männer rasen mit einem brennenden Wagen in den Haupteingang des Glasgower Flughafens. Der aus Indien stammende Fahrer zieht sich schwere Verbrennungen zu und stirbt später im Krankenhaus. Der Beifahrer, ein irakischer Arzt, wird wegen der Anschlagspläne zu mindestens 32 Jahren Haft verurteilt.
  • 7. Juli 2005, London
    Bei einer Anschlagsserie in U-Bahnen und Bussen in London reißen vier Selbstmordattentäter 52 Menschen mit in den Tod. 700 weitere Menschen werden verletzt. Zum schwersten Anschlag in der Geschichte Großbritanniens bekennt sich das Terrornetzwerk Al-Kaida.

Premierminister Boris Johnson teilte per Twitter mit, er werde über den Vorfall auf dem Laufenden gehalten, und dankte den Einsatzkräften für ihre "unverzügliche Reaktion". Medienberichten zufolge kehrte Johnson von einem Wahlkampfauftritt in die Downing Street zurück. Auch er lobte die "außerordentliche Tapferkeit" der Passanten. Seine Gedanken seien bei den Betroffenen, ließ Oppositionschef Jeremy Corbyn von der Labour-Partei per Twitter wissen. Die Briten wählen am 12. Dezember ein neues Parlament.

Eine Solidaritätsbekundung kam auch aus Washington. US-Präsident Donald Trump sei über den Angriff an der London Bridge unterrichtet worden und verfolge die Situation. "Die Vereinigten Staaten verurteilen alle schrecklichen Gewalttaten gegen unschuldige Menschen scharf. Und wir sagen unserem Verbündeten, dem Vereinigten Königreich, unsere volle Unterstützung zu", teilte ein Sprecher des Weißen Hauses mit.

Die Brücke und ihre Umgebung wurden weiträumig abgesperrt. Das werde auch noch für einige Zeit so bleiben, sagte Chefermittler Basu. Die London Bridge ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit einem betriebsamen Bahnhof, sie verbindet den Finanzdistrikt City of London mit dem Bezirk Southwark südlich der Themse.

Im Juni 2017 starben in der britischen Hauptstadt acht Menschen, nachdem Terroristen mit einem Transporter erst drei Menschen auf der London Bridge umgefahren und anschließend fünf weitere am Borough Market erstochen hatten. Polizisten erschossen die drei Täter. Im März desselben Jahres fuhr ein Angreifer mit einem Auto auf der Westminster Bridge in mehrere Fußgänger, vier Passanten starben. Der Mann erstach zudem einen Polizisten, ehe er von der Polizei erschossen wurde.

Kommentare (16)

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freeman666
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3
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Grausliche Terrorserie - gleiches Muster!

Wenn man sich objektiv die Serie über Terroranschläge durchliest, kann man eventuell - ich bin nur Laie- ein gewisses gemeinsames Muster der Täter erkennen. Wer es auch findet, bitte verschweigen, verdrängen und möglichst unter den Teppich kehren, ansonsten wird man verachtet und beschimpft.

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onyx
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Multikulti mit muslimischer Beteiligung

scheint leider nur im Sport und Hochschulwesen gut zu funktionieren.
Meine Hochachtung ergeht an die einschreitenden Passanten.

Warum derlei Straftäter zur Strafverbüßung im Land belassen werden verstehe ich nicht, da es keine Präventionswirkung hat.

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checker43
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Im Großen

und Ganzen funktioniert es. Von den Millionen Muslimen sind nur wenige Attentäter. Sie sollten deshalb nicht verallgemeinern und daraus schließen, dass alle Muslime "weg" gehörten.

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hbratschi
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allergrößten respekt...

...vor dem eingreifen der passanten...

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bond007
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Falsches Waffenverbot

Und wieder mussten 2 Menschen ihr Leben lassen, weil die guten Menschen sich an Waffenverbote halten müssen und das "Böse" dadurch freie Hand hat. Bzw. man sieht, dass sich böse Menschen an keine Gesetze halten. Nur mal so zum Nachdenken.

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woelffchen
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WARUM IST DER NOCH IN GB GEWESEN

Wenn dieser Mann schon verurteilt wurde, stellt sich mir die Frage warum er nicht ausgewiesen wurde. Solche Menschen sind eine Gefahr für die Sicherheit der Einwohner, es sollte hier konsequenter gehandelt werden.

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KarlZoech
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@ woelffchen: Nun ist dieser mordende Fanatiker tot

und das ist durchaus nicht zu bedauern.

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styrianprawda
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@woelffchen

Vielleicht weil er britischer Staatsbürger war?

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Kormoran
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Weil

es aufgrund der Gesetzeslage in einem Rechtsstaat oftmals einfach nicht möglich ist. Da der Täter anscheinend noch seine Reststrafe unter Bewährung verbüßt hat ist ein Abschieben in der Regel - so z.B in Österreich - erst danach möglich.

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Sam125
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kormoran, dann sollen die Gesetze den jetzigen Gegebenheiten angepasst werden,

denn die Gesetze sind in ganz Europa, den Migranten gegenüber zu Liberal, denn durch die Multi Kulti Gesellschaft, ist auch die Kriminalität, hauptsächlich durch die Zuwanderer gestiegen! Und wir und ganz Europa, (außer im Osten Europas) sind keine "Insel der Seligen mehr "!Noch vor einigen Jahren wurden zB bei uns Polizeiposten zusammengelegt und Polizisten eingespart ! Und heute können wir gar nicht soviele ausbilden, wie wir bräuchten! Und auch das Bundesheer wurde in Frage gestellt und ganze Kasernen geschlossen ,verkauft und zu Geld gemacht!! Ja macht nur weiter so die nächsten Generationen werden es euch danken,wenn sie überhaupt können!!

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woelffchen
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Leider schützt der Rechtsstaat mittlerweile die Falschen

so viel unlogisches Verhalten, gehört raschest korrigiert.

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Stratusin
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Politike, die genau das umsetzen wollten

in Österreich, wurden abgewählt. Kickl wird in Österreich beschimpft weil er solche Gesetze umsetzen wollte. Wir haben die Politker und somit deren beschlossenen Gesetze, die von Volk gewählt wurden. Da hilft hinterher kein Jammern. In Ungarn wird so etwas kaum passieren können.

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checker43
7
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Kickl

wurde beschimpft, weil er EU- und menschenrechtswidrige Gesetze einführen wollte. Und weil er Pferde wollte.

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Kormoran
4
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stimmt

in Ungarn ist ja alles gut.....*

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aral66
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Manche brauchen eben einen "starken Mann"

Das wäre schön ...*

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styrianprawda
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@aral66

Der dann nicht nur für sie denkt, sondern auch handelt.

So, wie der "Herr" HC!

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