AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Appell an EUGewerkschafterinnen fordern mehr Schutz von Frauen vor Gewalt

Jede dritte Frau in Europa ist Opfer körperlicher und/oder sexueller Gewalt.

Wichtiges Signal von ÖGB-Vizepräsidentin Korinna Schumann
Wichtiges Signal von ÖGB-Vizepräsidentin Korinna Schumann © APA/Helmut Fohringer
 

Mehr als 50 europäische Gewerkschaftsführerinnen, darunter ÖGB-Vizepräsidentin Korinna Schumann, rufen die EU-Kommission auf, den Schutz von Frauen vor Gewalt zu verbessern. In einem Brief anlässlich des Tages gegen Gewalt an Frauen am Montag fordern sie unter anderem die Ratifizierung der Konvention von Istanbul des Europarates.

Das Übereinkommen zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt wurde von der EU im Juni 2017 unterzeichnet, jedoch von Bulgarien, Tschechien, Ungarn, Litauen, Lettland, der Slowakei und Großbritannien noch nicht ratifiziert. Auch das Europaparlament will am Montag in Straßburg die säumigen EU-Länder zu einer unverzüglichen Ratifizierung auffordern und am Donnerstag über eine entsprechende Entschließung abstimmen.

Täglicher Missbrauch

Gewerkschaften und Arbeitgeber spielen den Unterzeichnerinnen zufolge eine wichtige Rolle bei der Prävention von Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz, in dem sie Möglichkeiten schaffen, Fälle zu melden, Opfer unterstützen und Wege zu finden, wie mit den Tätern umzugehen ist. "Viele Frauen erleiden am Arbeitsplatz täglich Missbrauch und haben oft zu große Angst, diesen anzuzeigen", so Esther Lynch, Generalsekretärin des Europäischen Gewerkschaftsbundes ETUC. 63 Prozent der Frauen, die europaweit in der Transportbranche arbeiten, haben laut dem Europäischen Gewerkschaftsbund in der jüngsten Vergangenheit zumindest einmal Gewalt erfahren.

Die Gewerkschafterinnen setzen sich außerdem dafür ein, dass Gewalt gegen Frauen der Liste jener Verbrechen hinzugefügt, zu deren Bekämpfung nach Ansicht des Rates der Europäischen Union die Zusammenarbeit der europäischen Staaten notwendig ist. Dazu gehören unter anderem Terrorismus, Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung von Frauen und Kindern, illegaler Drogen- und Waffenhandel, Geldwäsche, Korruption, Computerkriminalität und organisierte Kriminalität.

EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini wies bereits am Freitag darauf hin, dass das Ausmaß des Problems nach wie vor alarmierend ist: Jede dritte Frau in Europa werde Opfer körperlicher und/oder sexueller Gewalt. Die EU wolle an der Spitze der internationalen Mobilisierung bleiben, "um das Recht jeder Frau und jedes Mädchens auf ein freies und sicheres Leben zu verteidigen". "Wir tun es für unsere Zukunft und für unsere Gegenwart, weil Frauen die Säule gerechter, offener, entwickelter und demokratischer Gesellschaften sind. Nichts sollte sie daran hindern, ihre Freiheit uneingeschränkt und in völliger Sicherheit auszuüben", so Mogherini.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren