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Europäischer GerichtshofKirche des Fliegenden Spaghettimonsters brachte Beschwerde ein

Das Kultusamt hatte den Pastafaris, wie sich die Anhänger der Kirche nennen, eine Anerkennung versagt.

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Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters, die sich satirisch für eine Trennung von Staat und Religion einsetzt, hat eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingebracht. Das Kultusamt hatte den Pastafaris, wie sich die Anhänger der Kirche nennen, eine Anerkennung versagt. In der Beschwerde, die der APA vorliegt, macht man das Menschenrecht auf Glaubensfreiheit geltend.

Der Antrag der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters auf Rechtspersönlichkeit als religiöse Bekenntnisgemeinschaft war im Jahr 2014 negativ entschieden worden. Laut Kultusamt entsprachen die durch die Pastafaris vorgelegten Statuten nicht den formalen Kriterien des Bekenntnisgemeinschaftsgesetzes. Das Bundesverwaltungsgericht hatte eine Revision zugelassen. Nun wurde auch Beschwerde beim EGMR eingebracht.

"Kein ausreichender Ritus"

Die Beschwerde, die dem Menschengerichtshof übermittelt wurde, umfasst 13 Seiten. Geltend gemacht wird darin das Recht auf Glaubens- und Gewissensfreiheit nach Artikel 9 der Europäischen Menschenrechtskonvention. "Diese Rechte werden durch die Verweigerung der Erlangung der Rechtspersönlichkeit verletzt", heißt es. Die Gründung von religiösen Gemeinschaften wäre für den Pluralismus in einer demokratischen Gesellschaft aber "unverzichtbar".

Die Österreichischen Gerichte stützten sich in ihren Entscheidungen darauf, dass die Pastafaris keinen "ausreichenden Ritus" aufwiesen, wie etwa Gottesdienste. "Dabei verkennen sie, dass ein regelmäßiger Gottesdienst in den Glaubensgrundsätzen der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters schlicht nicht vorgesehen ist", argumentiert die Kirche. Zudem stelle die Verweigerung der Rechtspersönlichkeit auch einen Eingriff in das Recht der Vereinigungsfreiheit dar, heißt es in der Beschwerde.

Kommentare (3)

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levis555
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Ich wäre dafür, in den EU-Gesetzen den Passus des groben Unfugs einzuarbeiten,

und diesen mit entsprechenden Sanktionen zu versehen. Meinetwegen können sich die Pastafaris auch ein Federl in den Hintern schieben und laut gackernd - wann immer es ihnen gefällt - um einen von ihnen selbst definierten Brunnen oder wasauchimmer tanzen.
Nur sehe ich nicht ein, warum ich eine EU Institution finanzieren soll, die mit derlei Ansinnen zugemüllt wird.

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hbratschi
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da hast vollkommen recht, levis...

...aber, wenn ich das richtig verstehe, geht's den "pastafaris" mit dieser (und ähnlichen) aktion ja genau darum, dass endlich gesetzlich festgeschrieben wird, das religion und politik strikt getrennt gehört. also dass sich religion (egal welcher richtung) aus der politik raus zu halten hat. und wenn das gelänge, wär schon viel erreicht, denn dann hätte man auch endlich eine brauchbare handhabe gegen jegliche art von religiöser verblendung/sektiererei/radikalisierung...

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paulrandig
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levis555

Der Passus des Groben Unfugs würde zuallererst die Internetforen treffen!
Ich persönlich finde die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters einen sehr intelligenten Ansporn, sich mit Staat, Religion und genereller menschlicher Ethik auseinander zu setzen.

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