AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Deutschland"Konversionstherapien" für Homosexuelle sollen verboten werden

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn plant auch, das Bewerben, Anbieten und Vermitteln solcher Behandlungen zu verbieten.

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn will "Konversationstherapien" für Homosexuelle verbieten © APA/dpa/Christoph Schmidt
 

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn hat seine Pläne für ein gesetzliches Verbot von Behandlungen gegen Homosexualität konkretisiert. Diese so genannten "Konversionstherapien" sollen bei unter 18-Jährigen generell untersagt werden, zitierten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Montagsausgaben) aus einem Gesetzentwurf des Gesundheitsministeriums.

Bei einwilligungsfähigen Volljährigen wären diese Behandlungen jedoch grundsätzlich mit bestimmten Einschränkungen zulässig, heißt es weiter in dem Bericht. Die Zulässigkeit gelte allerdings nicht, wenn Menschen, die bei ihrer Entscheidung, sich behandeln zu lassen, einem "Willensmangel" unterlägen - bedingt etwa durch Täuschung, Irrtum, Zwang oder Drohung. Verstöße gegen das neue Gesetz sollten mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder hohen Bußgeldern geahndet werden.

"Schweres körperliches und seelisches Leid"

Minister Spahn sagte dem RND, sogenannte Konversionstherapien sollten soweit wie möglich verboten werden. "Wo sie durchgeführt werden, entsteht oft schweres körperliches und seelisches Leid", sagte der bekennende Homosexuelle. "Diese angebliche Therapie macht krank und nicht gesund."

Homosexualität sei keine Krankheit - "und ein Verbot ist auch ein wichtiges gesellschaftliches Zeichen an allen, die mit ihrer Homosexualität hadern: Es ist okay, so wie du bist", betonte Spahn.

Spahn plant demnach, auch das Bewerben, Anbieten und Vermitteln solcher Behandlungen zu verbieten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sollen die Regelungen des Gesetzes auch für seelsorgerische und psychotherapeutische Gespräche zur Anwendung kommen: "Das Verbot gilt immer dann, wenn der Gesprächspartner unzulässig Einfluss zu nehmen versucht auf die sexuelle Orientierung oder die selbst empfundene geschlechtliche Identität eines Betroffenen", zitiert das RND das Ministerium.

Depressionen, Angsterkrankungen und erhöhtes Suizidrisiko

Hintergrund des Vorstoßes ist laut Gesundheitsministerium, dass auch in Deutschland immer noch Behandlungen gegen Homosexualität angeboten werden. In der medizinischen Fachwelt herrsche seit Jahren Konsens, dass diese schwerwiegende psychische Belastungen wie Depressionen, Angsterkrankungen und ein erhöhtes Suizidrisiko nach sich ziehen können. Zudem gebe es keine Belege für die Wirksamkeit.

Laut Gesetzentwurf können sogenannte Konversionstherapien unter bestimmten Voraussetzungen bereits nach gegenwärtiger Rechtslage strafbar sein, wie das RND berichtete - etwa als Körperverletzung. Der Schutz durch diese Vorschriften sei jedoch unzureichend.

Von den Verbotsregelungen des Gesetzes seien Behandlungen bei Störungen der Sexualpräferenz wie Exhibitionismus oder Pädophilie ausgenommen, heißt es in dem Bericht. Auch gälten sie nicht für Behandlungen bei Störungen der Geschlechtsidentität. Dabei gehe es um Fälle, bei denen sich jemand nicht mit seinem biologischen Geschlecht identifizieren kann und daher eine Geschlechtsumwandlung anstrebt.

Auch in Österreich ist die Bundesregierung mit der Ausarbeitung eines entsprechenden Gesetzes beauftragt. Im Juli nahm der Nationalrat einstimmig einen von der SPÖ vorangetriebenen Entschließungsantrag bezüglich eines Gesetzes an, mit dem die Ausübung von Konversions- und "reparativen Therapieformen" zur sexuellen Umorientierung an Minderjährigen verboten wird.

 

Kommentare (1)

Kommentieren
Irgendeiner
2
5
Lesenswert?

Na endlich mal was Vernünftiges,

denn was einer pränatale hormonelle Prägung geschuldet ist,ist so fix wie mein Interesse am weiblichen Geschlecht,das ist ubiquitär und kulturübergreifend in ziemlich gleichbleibender Zahl vorhanden,kommt auch bei anderen Wirbeltieren vor und eine Gesellschaft der Leichen im Mittelmeer kein Bauchweh mehr machen hätte moralisch andere Probleme als das schwachsinnige sexualmoralische Reinpfuschen ins Leben einer Minderheit die niemandem etwas tut.Interessanter wäre da, den Zusammenhang von Digitalisierung und dem Neuaufflammen von Schanker zu thematisieren,weils ein echtes Problem ist,
aber da gehts halt nicht um eine Minderheit, das ist haarig.

Antworten