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Proteste in BarcelonaNach Gewalteskalation beruhigt sich die Lage ein wenig

Kataloniens Regionalregierung fordert von Madrid Gespräche "ohne Vorbedingungen". Barcelona ähnelte in der Nacht auf Samstag einem Schlachtfeld. Radikale Demonstranten, die Barrikaden errichtet hatten, warfen Steine und Metallgegenstände auf Polizisten.

Die Demonstranten in Barcelona folgten am Samstagabend einem Aufruf linker Befürworter eines von Spanien unabhängigen Kataloniens © (c) APA/AFP/LLUIS GENE (LLUIS GENE)
 

Nach den heftigen Unruhen in Barcelona hat sich die Lage in der katalanischen Metropole in der Nacht auf Sonntag leicht entspannt. Am Samstag, dem sechsten Protesttag in Folge, versammelten sich noch einmal 6.000 Unabhängigkeitsbefürworter im Stadtzentrum. Im Vergleich zum Vortag blieb es aber vergleichsweise ruhig.

Die katalanischen Separatisten hatten erneut gegen langjährige Haftstrafen für neun Führer der Unabhängigkeitsbewegung protestiert. Rund 6.000 Menschen versammelten sich am späten Samstagabend nach Medienschätzungen im Zentrum der Regionalhauptstadt Barcelona.

Es war bereits der sechste Protesttag in Serie in der abtrünnigen Region im Nordosten Spaniens, nachdem das Oberste Gericht in Madrid die Haftstrafen von bis zu 13 Jahren am vorigen Montag bekanntgegeben hatte. Mehrere Dutzend vermummte Demonstranten errichteten in der Nähe des Polizeipräsidiums in Barcelona wieder brennende Barrikaden. Sie setzten dafür unter anderem Müllcontainer in Brand.

Weltweite Proteste: Barcelona, Hong Kong, Santiago

Proteste in Barcelona

Rund 6.000 Menschen versammelten sich am späten Samstagabend im Zentrum von Barcelona.

(c) AP (Emilio Morenatti)

Zunächst friedlich

Nachdem in Katalonien insgesamt rund 525.000 Menschen friedlich protestiert hatten, eskalierte die Situation am Freitagabend.

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Verhaftungen

Die katalanischen Separatisten protestieren erneut gegen langjährige Haftstrafen für neun Führer der Unabhängigkeitsbewegung.

(c) AP (Emilio Morenatti)

Gewalt

Erst in der Nacht von Freitag auf Samstag hatte Barcelona die gewalttätigste Nacht seit Beginn der Proteste erlebt.

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Kein Ende in Sicht

In ganz Katalonien gab es 83 Festnahmen. 182 Menschen, darunter 22 Polizisten und zwei Journalisten, wurden verletzt.

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Radikal

Die Beamten reagierten auf Steine und Metallgegenstände mit dem Einsatz von Tränengas und Gummigeschoßen.

(c) APA/AFP/PAU BARRENA (PAU BARRENA)

Treffen

Regionalpräsident Quim Torra habe Ministerpräsident Pedro Sánchez angerufen, um ein Treffen vorzuschlagen. Der Sozialist sei aber nicht ans Telefon gegangen, heißt es.

(c) APA/AFP/LLUIS GENE (LLUIS GENE)

Hong Kong

Trotz eines Verbots der Polizei sind in Hongkong erneut zehntausende Menschen gegen die Regierung auf die Straße gegangen, um gegen ihre Regierung und den wachsenden Einfluss der kommunistischen Führung in Peking zu demonstrieren.
 
 

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Angriff

Jimmy Shan, einer der Anführer der Hongkonger Demokratiebewegung wurde vergangene Woche ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem er mit einem Hammer niedergeschlagen worden war.

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Anfänge

Die Proteste in der Finanzmetropole hatten sich anfänglich gegen ein geplantes Gesetz gerichtet, das die Überstellungen von Verdächtigen an Festland-China vorsah.

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Hilfe

Die  Menschen widersetzen sich dem Demonstratoionsverbot und hoffen auf Unterstützung aus den USA.

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Abwehr

Neben dem friedlichen Demonstrationszug warfen radikale Aktivisten Brandsätze. Die Polizei wehrte sich mit Tränengas und Wasserwerfern.

(c) AP (Kin Cheung)

Vermummungsverbot

Die seit dem 9. Juni andauernden Proteste haben zuletzt etwas an Fahrt verloren, nachdem die Regierung ein Vermummungsverbot verhängt hatte.

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Mit Gewalt

Radikale Aktivsten verwüsten die chinesischen Sonderverwaltungszone.

(c) AP (Kin Cheung)

Forderungen

Gefordert werden der Rücktritt von Regierungschefin Carrie Lam, eine Durchleuchtung der Polizeigewalt und freie Wahlen.

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Stopp

In Santiago de Chile gingen die Menschen auf die Straße, um gegen die Kluft zwischen Arm und Reich zu demonstrieren. Den Ausschlag gab eine Fahrpreiserhöhung für die U-Bahn von 1,01 auf 1,05 Euro.

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Verwüstung

Seit der Ankündigung der Fahrpreiserhöhung für die U-Bahn wurden 78 der 164 U-Bahn-Stationen in Santiago verwüstet.

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Brennende Busse

Nachdem auch 16 Busse in Brand gesetzt und neben dem U-Bahn- auch der Busverkehr ausgesetzt wurde, lag in der Hauptstadt am Sonntag der öffentliche Verkehr nahezu vollkommen still.

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Barrikaden

In verschiedenen Stadtteilen von Santiago errichteten Demonstranten am Samstag Barrikaden, es gab Zusammenstöße mit der Polizei.

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Tausende Militärs

Es ist das erste Mal seit dem Ende der Diktatur unter General Augusto Pinochet 1990, dass in der chilenischen Hauptstadt Militär patrouillierte. Die Regierung mobilisierte 9.500 Sicherheitskräfte.

(c) APA/AFP/PABLO VERA (PABLO VERA)

Zerstörung

In der Nacht auf Sonntag kamen drei Menschen ums Leben, als ein Supermarkt im Süden Santiagos geplündert wurde und in Brand geriet. Sebastián Piñera sagte, es gebe "gute Gründe" für die Proteste und nahm eine Fahrpreiserhöhung für die U-Bahn zurück.

(c) APA/AFP/PABLO VERA (PABLO VERA)

Auch in Valparaiso

Die Unruhen beschränkten sich aber nicht nur auf die Hauptstadt Santiago mit sieben Millionen Einwohnern. In der Hafenstadt Valparaíso steckten Demonstranten den Sitz der Tageszeitung "El Mercurio" in Brand.

(c) APA/AFP/PABLO VERA (PABLO VERA)

Ausgangssperre

Präsident Piñera erteilte General Javier Iturriaga del Campo den Auftrag, binnen zwei Wochen wieder für Sicherheit in Santiago zu sorgen. Eine nächtliche Ausgangssperre wurde für 22 bis 7 Uhr Ortszeit verhängt.

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Ausgangssperre

Es ist noch nicht klar, an wie vielen Tagen sie gelten soll.

(c) APA/AFP/MARTIN BERNETTI (MARTIN BERNETTI)
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Sie bewarfen die zahlreichen Polizisten auch vereinzelt mit verschiedenen Gegenständen. Im Gegensatz zu den Abenden zuvor hielten sich die Unruhen am Samstag aber zunächst in Grenzen. Gemäßigtere Demonstranten hätten beschwichtigend eingegriffen, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE.

Proteste auch in Madrid und San Sebastian

Proteste gab es auch in San Sebastián sowie in Madrid. In der spanischen Hauptstadt gab es Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei. Rund 4.000 Menschen gingen dort aus Solidarität mit den katalanischen Separatisten auf die Straße. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden 26 Menschen verletzt, ein Mann sei zudem festgenommen worden.

Erst in der Nacht von Freitag auf Samstag hatte Barcelona die gewalttätigste Nacht seit Beginn der Proteste erlebt. In ganz Katalonien gab es 83 Festnahmen. 182 Menschen, darunter 22 Polizisten und zwei Journalisten, wurden verletzt.

Regionalpräsident Quim Torra habe Ministerpräsident Pedro Sánchez angerufen, um ein Treffen vorzuschlagen. Der Sozialist sei aber nicht ans Telefon gegangen, berichteten die Zeitung "El País" und andere Medien unter Berufung auf beide Seiten. Madrid habe am Samstag wissen lassen: Erst müsse das Gesetz respektiert werden, dann könne es auch einen Dialog geben. Torra hatte zwar ein Ende der Gewalt gefordert, diese aber nach Ansicht der Zentralregierung nicht ausdrücklich verurteilt. "Die Gewalttätigen werden den Staat nicht bezwingen", schrieb Sánchez am Samstag auf Twitter.

Die Anfänge

Nachdem rund 525.000 Menschen friedlich protestiert hatten, eskalierte die Situation am Freitagabend in der katalonischen Hauptstadt. Radikale Demonstranten, die Barrikaden errichtet hatten, warfen Steine und Metallgegenstände auf Polizisten, wie Journalisten berichteten. Die Beamten reagierten mit dem Einsatz von Tränengas und Gummigeschoßen.

 

 

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