AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

JapanVan der Bellen eröffnete Habsburger-Ausstellung in Tokio

1869 hätten die beiden Kaiserreiche Japan und Österreich-Ungarn Kontakte geknüpft. Am Samstag eröffnete Bundespräsident Van der Bellen die Ausstellung "The Habsburg Dynasty: 600 Years of Imperial Collections" im Museum of Western Art in Tokio.

© APA (Schneider)
 

Zwar drängten sich schon Gäste durch die seit Freitag besuchbare Ausstellung "The Habsburg Dynasty: 600 Years of Imperial Collections" im Museum of Western Art in Tokio, doch erklärte Bundespräsident Alexander Van der Bellen die Exposition am Samstagnachmittag (Ortszeit) auch offiziell für eröffnet. Er erinnerte dabei auch an das 150-Jahr-Jubiläum der bilateralen Beziehungen Japan-Österreich.

1869 hätten die beiden Kaiserreiche (eben Japan und Österreich-Ungarn) Kontakte geknüpft. Zudem habe sich Japan 1873 erstmals an einer Weltausstellung beteiligt, die damals in Wien stattfand. Die Folge sei eine "Welle der Begeisterung" gewesen, die damals "Japonismus" genannt worden sei, erklärte Van der Bellen im Beisein der Direktorin des Museum of Western Art, Akiko Mabuchi, und der Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums in Wien, Sabine Haag.

Viele Exponate aus Wien

Das Kunsthistorische Museum steuerte auch den Großteil der Exponate für die Ausstellung bei, die eine Sammlung der Habsburger Dynastie aus sechs Jahrhunderten umfasst. Van der Bellen erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass es sich dabei aber nicht um eine Kollektion österreichischer sondern vielmehr europäischer Kunst handle.

Schließlich hätte die Habsburg-Familie damals weit über Österreich hinaus Kontakte geknüpft, sagte Van der Bellen. "Nach Tschechien, Italien, Spanien und auch Lateinamerika, aber das lassen wir vielleicht besser." Er erinnerte auch an Kaiser Karl V., in dessen Reich die Sonne sprichwörtlich nicht unterging. Die Exponate seien also auch Ausdruck eines "in Vielfalt vereinten Europas, das in der Gegenwart in anderer Form wieder erweckt wurde."

Japans einziges staatliches Museum für westliche Kunst geht auf eine Kunstsammlung des Unternehmers Matsukata Kojiro zurück. Seine Sammlung befand sich in Frankreich und wurde dort im Zweiten Weltkrieg als "Feindvermögen" beschlagnahmt. Ende der 1950er Jahre gab Frankreich einen Teil der Kollektion als Versöhnungsgeste an das japanische Volk zurück. Der französische Stararchitekt Le Corbusier wurde mit dem Museumsbau in Tokio beauftragt.

Schüler trafen Van der Bellen in Yanaka

Später wurde der Bundespräsident im Altstadtviertel Yanaka von einer Schülergruppe empfangen, die japanische und österreichische Fähnchen schwenkte. Yanaka ist einer der wenigen Stadtteile Tokios, die den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschädigt überstanden. Mehr als die Hälfte Tokios wurde damals durch US-amerikanische Brandbomben zerstört. Wegen seiner zahlreichen Heiligtümer wird das Viertel auch "Tempelstadt" genannt.

Van der Bellen wird im Laufe seiner Japan-Visite am Montag auch ein bilaterales Wirtschaftsforum besuchen und am Dienstag an der feierlichen Zeremonie der offiziellen Thronbesteigung des neuen japanischen Kaisers Naruhito teilnehmen.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren