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Isolierte FamilieErinnerungen an Josef F. und Natascha Kampusch werden wach

Der Fall der isolierten Familie in Ruinerwold erinnert an Fälle in Österreich, bei denen Menschen jahrelang isoliert und gefangen gehalten wurden - allen voran der Fall des Inzestvaters Josef F. in Amstetten.

In diesem Haus im hölländischen Ruinerwold hauste eine Familie neun Jahre in einem Keller © APA/AFP/ANP/VINCENT JANNINK
 

Ob der Österreicher die Familie in den Niederlanden gegen ihren Willen festgehalten hat, ist noch unklar. Die Causa erinnert aber an Fälle in Österreich, bei denen Menschen jahrelang isoliert und gefangen gehalten wurden - allen voran der Fall des Inzestvaters Josef F. in Amstetten.

Tochter 24 Jahre gefangen gehalten

2008 wird in Amstetten der in seiner Dimension unfassbare Inzestfall bekannt. Ein damals 73-Jähriger hält seine Tochter 24 Jahre lang im Keller seines Hauses gefangen, vergewaltigt sie und zeugt mit ihr sieben Kinder. Seit ihrem 18. Lebensjahr war die Frau eingekerkert. Drei der in dem unterirdischen Verlies zur Welt gebrachten Kinder holt der Mann im Lauf der Jahre aus dem Verlies und gibt sie als Enkelkinder aus. Er zieht sie mit seiner Ehefrau groß, wobei er angibt, seine angeblich untergetauchte, möglicherweise bei einer Sekte gelandete Tochter hätte die Kleinen weggelegt. Deren Geschwister wachsen bis zu ihrer Befreiung 2008 im Keller auf, ohne jemals Tageslicht, Wind, Sonne und Natur erlebt zu haben.

Aufgeflogen war der Fall, weil Josef F. auf Drängen seiner Tochter ein schwer krankes Kind ins Spital gebracht hat. Auf der Suche nach für die Behandlung nötigen näheren Daten zu der jungen Frau ergeht via Medien ein Aufruf, die - als vermisst geltende - Mutter der 19-Jährigen möge sich melden. Als Josef F. mit der damals 42-Jährigen im Spital auftaucht, wird er festgenommen. Der Pensionist wird ein Jahr später zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Kellerverlies wird unzugänglich gemacht.

Fall Natascha Kampusch

1998 wird die zehnjährige Natascha Kampusch auf dem Schulweg in Wien entführt und von dem Niederösterreicher Wolfgang Priklopil acht Jahre lang in einem nicht einmal sechs Quadratmeter großen Kellerverlies in seinem Haus in Strasshof an der Nordbahn eingesperrt. Im August 2006 gelingt ihr nach Jahren der Gefangenschaft, in der sie misshandelt wird, die Flucht. Ihr Peiniger wird am selben Tag tot aufgefunden, er ist von einem Zug erfasst worden. Er nimmt sich laut Ermittlern das Leben. Der Fall wird mehrfach neu aufgerollt. Dabei werden den Behörden zwar Ermittlungsfehler attestiert, Gerüchte über etwaige andere Täter oder Mitwisser werden aber zurückgewiesen.

Fall in Linz

2007 wird bekannt, dass eine Mutter aus dem Großraum Linz ihre drei Töchter sieben Jahre lang in ihrem Haus eingesperrt hat. Auslöser für die Tat ist eine Scheidung. Die Frau verbarrikadiert sich im Haus, zieht die Vorhänge zu, schraubt alle Glühbirnen heraus und lässt die Kinder nicht mehr in die Schule gehen. Den Behörden erzählt die Oberösterreicherin, dass sie die Kinder selbst unterrichtet. Dem Vater sagt sie entweder, dass die Kinder krank oder bei der Oma sind. In ihrem Gefängnis entwickeln die drei Kinder eine eigene Sprache und spielen vor allem mit Mäusen, denen sie Kosenamen geben. Erst als die Nachbarn wiederholt Anzeige erstatten, schreitet die Fürsorge ein.

Familie verhungert

2019 verhungert eine Frau und ihre Zwillingstöchter in einer Wohnung in Wien-Floridsdorf. Aufgrund einer psychischen Erkrankung der 45-Jährigen dürfte sie ihre 18-jährigen Töchter völlig isoliert haben. Die Familie hatte wenig soziale Kontakte, die Kinder gingen auch nicht zur Schule. Die Wohnung verlassen Mutter und Töchter immer nur gemeinsam. In der Küche werden keine Lebensmittel gefunden. Erst zwei Monate nach ihrem Tod werden die Leichen der drei entdeckt.

 

Kommentare (1)

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wolfisch
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Lesenswert?

Josef F.

Warum wird eigentlich dessen Name nicht ausgeschrieben?

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