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Flüchtlingsdrama vor LampedusaMutter mit Baby umarmt am Meeresgrund: Suche nach Leichen geht weiter

Die Suche nach Leichen geht nach dem Bootsunglück vor Lampedusa weiter. Zu den Leichen, die in einer Tiefe von 60 Metern gesichtet wurden, zählen auch jene einer Frau und ihres acht Monaten alten Kindes, die umarmt auf dem Meeresgrund lagen.

Vor einer Woche kam es vor Lampedusa zu dem Unglück - die Suche nach Leichen geht weiter © AP
 

Nachdem am Dienstag ein Unterwasser-Roboter ein Wrack mit zwölf Leichen vor Lampedusa entdeckt hat, wird nach weiteren Opfern des Schiffsunglücks vor der italienischen Insel vor einer Woche gesucht. Tauchereinheiten der italienischen Küstenwache vermuten, dass sich weitere Leichen unweit des Wracks befinden, berichtete der ermittelnde Staatsanwalt Salvatore Vella laut Medienangaben vom Mittwoch.

Mindestens drei Tage lang werden die Taucher im Einsatz sein müssen, um die Leichen zu bergen. "Wir haben nie aufgegeben und weiterhin unermüdlich nach den Vermissten gesucht. Unsere Tauchereinheiten haben all ihre Kompetenz und ihr Herz bei der Suche eingesetzt", berichtete Vella.

Umarmt am Meeresgrund

Zu den Leichen, die in einer Tiefe von 60 Metern gesichtet wurden, zählen auch jene einer Frau und ihres acht Monaten alten Kindes, die umarmt auf dem Meeresgrund lagen. "Keiner der Migranten hatte eine Schwimmweste an, die ihnen das Leben hätte retten können", sagte Vella.

Beim Flüchtlingsdrama vor Lampedusa am 7. Oktober waren mindestens 13 Frauen ums Leben gekommen. Das Flüchtlingsboot mit etwa 50 Personen an Bord war in der Nacht vor der Insel gekentert. 22 Überlebenden wurden gerettet und aufs Festland gebracht. Nach etwa 20 Personen wurde noch gesucht. Für die 13 verstorbenen Frauen hatte in der vergangenen Woche eine Trauerzeremonie auf Lampedusa stattgefunden.

250 Menschen gerettet

Unterdessen haben Italien und Malta am Dienstag mehr als 250 Migranten im Mittelmeer gerettet. Ein Schiff mit rund 180 Menschen sei in maltesischen Gewässern in Schwierigkeiten geraten, teilte die italienische Küstenwache mit. Die Migranten seien aufgenommen worden, man warte nun auf eine Einfahrterlaubnis in einen Hafen auf Malta. Die maltesische Armee nahm 76 Menschen auf. Sie sollten nun auf den Inselstaat gebracht werden, teilten die Streitkräfte mit.

Am Mittwoch wird in der süditalienischen Stadt Taranto außerdem das private Rettungsschiff "Ocean Viking" mit 176 Migranten an Bord eintreffen. Das italienische Innenministerium hatte der Crew am Montagabend die Genehmigung zur Landung in Tarent erteilt. Die "Ocean Viking" wird neben SOS Mediterranee auch von Ärzte ohne Grenzen betrieben.

 

Kommentare (2)

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techwag
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11
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Menschlichkeit und Menschenrechte...

Könnten wir bitte die FPÖ und alle ihre Sympathisanten und Gesinnungsgenossen dorthin schicken, woher diese Leute flüchten...? Dann hätten wir genügend Platz :(

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eleasar
1
9
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Ich sehe die Verantwortung eher bei jenen, ...

... die mit einer Politik der Einladung und offenen Türen in den Flüchtlingen unerfüllbare Träume erzeugen, die oft in der Katastrophe enden. Es sollte Asyl-Sammelzentren an der afrikanischen Küste und der Türkei geben, wo jeder um Asyl in der EU ansuchen kann und die Verfahren schnell abgewickelt werden. Wird jemand abgelehnt, darf er nicht einreisen. Dann würden sich viel weniger auf die gefährliche Reise machen, um dann erst wieder abgeschoben zu werden.

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