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Mammutexpedition Eisbrecher "Polarstern" auf dem Weg Richtung Arktis

Wissenschafter könnten bereits nach zwei Wochen ihre Zielregion erreicht haben.

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© (c) APA/AFP/NTB Scanpix
 

Nach dem Start der Großexpedition "Mosaic" hat der deutsche Eisbrecher "Polarstern" Kurs auf die Arktis genommen. Das Forschungsschiff des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (Awi) sowie der russische Eisbrecher "Akademik Fedorov" wollten nach der Abfahrt aus dem nordnorwegischen Tromsö am späten Freitagabend zunächst über die Barents- und die Karasee in Richtung der zentralen Arktis fahren.

Läuft alles nach Plan, werden die Wissenschafter schon nach zwei Wochen ihre Zielregion erreicht haben. Dort wartet die erste große Aufgabe auf das erste der sechs Forschungsteams an Bord der "Polarstern": das Finden einer geeigneten Eisscholle.

150 Tage Nacht

Auf dieser Scholle wollen die Forscher das Schiff einfrieren lassen und ein komplexes Forschungscamp errichten, um während der Drift des Eises entscheidende Kenntnisse zum Weltklima zu sammeln. Dabei drängt die Zeit: Bereits wenige Tage nach der geplanten Ankunft beginnt die Polarnacht, bei der die Sonne nicht mehr über den Horizont steigt - rund 150 Tage lang. Erschwerend kommt die Lage des Meereises in dem Gebiet hinzu, dessen Ausdehnung dort nach Angaben des Instituts in diesem Jahr weit zurückgegangen ist.

An der Idee zu der Mammutexpedition haben die Forscher bereits seit rund acht Jahren gearbeitet. "Noch in 2011 hätten wir uns nicht vorstellen können, wie dünn das Meereis und wie warm die Winter geworden sind", erklärte die Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Antje Boetius, vor der Abfahrt der "Polarstern". "Es ist also höchste Zeit für die Expedition, aufzubrechen und Daten und Bilder einer Region zu ermitteln, die sich schneller verändert, als wir sie erforschen können."

Eine Wohlfühlreise wird die Expedition für die Wissenschafter nicht. Neben der Polarnacht warten wahrscheinlich Stürme, Temperaturen von bis zu minus 45 Grad und weitere harsche Wetterbedingungen auf sie. Auch Eisbären stellen eine mögliche Gefahr dar. Die beteiligten Wissenschafter aus fast 20 Ländern, die während der Reise mehrfach ausgewechselt werden, nehmen all das in Kauf, um mit ihren Messungen vor allem den Einfluss der Arktis auf das Weltklima besser verstehen zu lernen. Sie erhoffen sich wichtige Erkenntnisse für die Klimaforschung. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich kaum eine Weltregion so stark erwärmt wie die Arktis. Dennoch fehlt es an ganzjährigen Beobachtungen aus dem Nordpolarmeer.

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