AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Explosion in LyonPolizei veröffentlichte Foto von Verdächtigem

Bei einer Explosion in der französischen Stadt Lyon sind am Freitagabend nach Polizeiangaben mindestens 13 Menschen verletzt worden.

© APA (AFP)
 

Die Pariser Staatsanwaltschaft teilte mit, Anti-Terror-Spezialisten hätten die Ermittlungen übernommen. Die Explosion ereignete sich am frühen Abend im Zentrum der Stadt im Südosten Frankreichs.

Die französische Justizministerin Nicole Belloubet sagte allerdings laut Medienberichten: "Es ist zu früh zu sagen, ob man es einen Terroranschlag nennen kann." Innenminister Christophe Castaner wies die Präfekten im ganzen Land an, die Sicherheitsmaßnahmen an Orten zu verstärken, an denen sich viele Menschen aufhalten. Das seien etwa Sport- oder Kulturveranstaltungen.

Die Explosion ereignete sich am frühen Abend im Zentrum der Stadt im Südosten Frankreichs. Die örtliche Präfektur hatte zunächst von mindestens acht Verletzten gesprochen. Die Regierung sei "äußerst schockiert" über die Tat in Lyon, sagte Belloubet. Der Pariser Anti-Terror-Staatsanwalt Remy Heitz und Castaner machten sich nach Angaben des Nachrichtensenders BFMTV am Abend in Lyon ein Bild von der Lage.

Der Sender Franceinfo berichtete unter Berufung auf das französische Innenministerium, dass am Tatort ein Beutel oder Koffer, der einen Sprengsatz mit Schrauben enthalten haben soll, explodiert sei.

Explosion in Lyon: Verletzte durch Paketbombe

Nach der Explosion in Lyon mit mehreren Verletzten haben Anti-Terror-Spezialisten der Pariser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen.

(c) APA/AFP/TWITTER/SAMIEN DALAUD (SAMIEN DALAUD)

Todesopfer war dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zufolge zunächst nichts bekannt. Er sprach von einem "Angriff". Er könne derzeit keine genaueren Angaben machen, aber "heute, bisher, gibt es kein Opfer". Er sei in Gedanken bei den Verletzten und ihren Familien, sagte er zu Beginn eines Live-Interviews mit dem YouTuber J-2 zur Europawahl.

(c) APA/AFP/PHILIPPE DESMAZES (PHILIPPE DESMAZES)

Nach Angaben aus Polizeikreisen enthielt die Paketbombe "Schrauben oder Bolzen". Sie sei vor einer Bäckerei an einer Straßenecke deponiert worden. Der Unglücksort im historischen Zentrum der Großstadt wurde abgesperrt.

(c) APA/AFP/PHILIPPE DESMAZES (PHILIPPE DESMAZES)

Lyon liegt im Südosten Frankreichs, es ist die Hauptstadt des Département Rhône und der Region Auvergne-Rhône-Alpes und mit mehr als 515.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Frankreichs nach Paris und Marseille.

(c) APA/AFP/PHILIPPE DESMAZES (PHILIPPE DESMAZES)
(c) APA/AFP/PHILIPPE DESMAZES (PHILIPPE DESMAZES)
(c) APA/AFP/PHILIPPE DESMAZES (PHILIPPE DESMAZES)
(c) APA/AFP/PHILIPPE DESMAZES (PHILIPPE DESMAZES)
1/7

Anti-Terror-Fahnder ermitteln

Die Polizei fahndete am Abend mit einem Foto nach einem Tatverdächtigen. Auf dem Bild ist ein Mann zu sehen, der eine dunkle Sonnenbrille trägt und ein Fahrrad schiebt. Seine Mundpartie ist vermummt. Er trägt kurze, helle Hosen und ein langärmeliges dunkles Oberteil. Es handelt sich um das Standbild der Aufnahme einer Sicherheitskamera. Der Verdächtige soll den Sprengsatz vor einer Bäckerei in der Innenstadt deponiert haben.

Präsident Emmanuel Macron nannte die Explosion in einem Interview des YouTubers Hugo Travers kurz nach dem Vorfall einen "Angriff".

Die Explosion trifft Frankreich kurz vor der Europawahl. Premierminister Edouard Philippe sagte seine Teilnahme an einer Abschluss-Wahlkampfveranstaltung ab, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichte. Die Rechtspopulistin Marine Le Pen sprach von einem "terroristischen Anschlag".

Die Hintergründe der Tat waren jedoch zunächst unklar. Frankreich wird seit Jahren von einer islamistischen Terrorwelle erschüttert, dabei wurden rund 250 Menschen getötet. Erst im Dezember hatte der mutmaßliche Islamist Cherif Chekatt in der Straßburger Innenstadt das Feuer eröffnet - es starben letztlich fünf Menschen, zudem wurden zahlreiche verletzt.

Die Explosion ereignete sich bei der Bäckerei in der Straße Victor Hugo an einer Kreuzung in einer Fußgängerzone. Die örtliche Präfektur dementierte am Abend Gerüchte, wonach es weitere Explosionen gegeben haben soll. Zwei Metrostationen in der Innenstadt wurden geschlossen, der Bereich rund um den Tatort abgesperrt. Die Präfektur rief Bewohner auf, sich fernzuhalten und keine Gerüchte zu verbreiten. Man dürfe nun die Bevölkerung nicht aufschrecken, sagte David Kimelfeld, Präsident der Metropolregion Lyon, dem Sender BFMTV.

Lauter Knall

Augenzeugen der Explosion in Lyon berichteten nach Angaben von Franceinfo von einem lauten Knall. Verängstigte Menschen seien über die Straße gelaufen. Die Polizei war demnach schnell an Ort und Stelle und sperrte den Tatort ab.

Einige der Menschen seien an den Beinen leicht verletzt worden, erzählte ein Apotheker, dessen Geschäft gegenüber der Bäckerei liegt, BMFTV. Die Verletzungen stammten seinen Angaben nach von kleinen Kugeln und Schrauben. Nach der Explosion habe es keine Panik gegeben, sagte Bezirksbürgermeister Broliquier. Es gebe keine Gefahr für die Bewohner des Viertels.

Lyon liegt im Südosten Frankreichs, es ist die Hauptstadt des Département Rhône und der Region Auvergne-Rhône-Alpes und mit mehr als 515.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Frankreichs nach Paris und Marseille.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren