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"Gelbwesten"-RandaleEmpörung über Suizid-Aufrufe bei "Gelbwesten"-Protesten

Für große Empörung sorgte ein Video mit Suizid-Aufrufen an die Polizei, das ein Journalist während der Proteste am Samstag veröffentlichte - die Justiz leitete Ermittlungen ein.

Auch am Osterwochenende kam es wieder zu Ausschreitungen
Auch am Osterwochenende kam es wieder zu Ausschreitungen © (c) AP (Francisco Seco)
 

Bei Demonstrationen der regierungskritischen "Gelbwesten" ist es in der französischen Hauptstadt Paris auch am Osterwochenende zu Ausschreitungen gekommen. Für große Empörung sorgte ein Video mit Suizid-Aufrufen an die Polizei, das ein Journalist während der Proteste am Samstag veröffentlichte.

Ermittlungen eingeleitet

Die Justiz leitete Ermittlungen ein. Wie die Staatsanwaltschaft in der französischen Hauptstadt am Sonntag erklärte, geht es um den Vorwurf der "gemeinschaftlichen Beleidigung von Amtsträgern". Die größte französische Polizeigewerkschaft Alliance sprach am Sonntag von einem "Höhepunkt des Hasses" auf Polizisten. Auch französische Politiker zeigten sich entsetzt. Innenminister Christophe Castaner schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, die betreffenden Personen sollten sich schämen.

Bei den Protesten am Samstag hatte es aus den Reihen der Teilnehmer den Sprechchor "Bringt euch um, bringt euch um" gegeben - eine Anspielung auf eine Reihe von Selbstmorden unter Polizisten seit Beginn des Jahres. Frederic Lagache von der Gewerkschaft Alliance sagte zur AFP: "Das ist eine Beleidigung für die verstorbenen Polizisten, ihre Familien und die gesamte Polizei." Die Äußerungen von Kundgebungsteilnehmern seien "unerträglich und inakzeptabel". Lagache forderte, die Verantwortlichen zu identifizieren.

Die Gewerkschaft Unite SGP Police bezeichnete den Vorfall als "Schande" und "Skandal". Die Gewerkschaft Alternative Police CFDT rief die Behörden auf, der "Hasswelle gegen Polizisten" ein Ende zu setzen.

In Paris waren am Samstag rund um die Kathedrale Notre-Dame und die Champs-Elysees keine Proteste erlaubt. Auf der Prachtmeile war es immer wieder zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Die Anhänger der "Gelbwesten" sammelten sich schließlich auf dem Platz der Republik im Osten der Stadt. Es kam erneut zu Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften - Fahrzeuge und Autos gingen in Flammen auf.

Für das Osterwochenende hatten einige Führungsfiguren der zersplitterten Bewegung zu heftigen Protesten aufgerufen. Ärger gab es bei einigen Anhängern der Bewegung über die hohen Spenden, die für den Wiederaufbau der bei einem Brand schwerbeschädigten Kathedrale Notre-Dame zusammenkamen.

27.900 Menschen protestierten

Behördenangaben zufolge gingen 27.900 Menschen in ganz Frankreich auf die Straße, davon 9.000 in Paris. Die "Gelbwesten" machten deutlich höhere Angaben. Eine Woche zuvor hatten etwas mehr Anhänger, 31.000, demonstriert. Allerdings hat sich die Zahl für Paris fast verdoppelt.

Journalisten beklagten, dass während der Demonstrationen am Samstag Reporter festgenommen worden seien. "Zwei unabhängige Journalisten festgenommen und mehrere andere im Visier von Hartgummigeschoßen, obwohl sie eindeutig als Presse identifiziert wurden", teilte die Organisation Reporter ohne Grenzen mit.

"Wenn Journalisten festgenommen werden - was passieren kann -, werden sie natürlich nicht in ihrer Eigenschaft als Journalisten festgenommen, sondern wegen der festgestellten Straftaten", sagte Innenminister Castaner der französischen Nachrichtenagentur AFP.

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