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Mehrere Tote in LondonKeine Einsturzgefahr nach Hochhaus-Brand

Zwölf Tote beim verheerenden Feuer in einem Hochhaus im Zentrum Londons sind bestätigt, weitere Opfer werden befürchtet. Bürgerbewegung prangert seit Jahren mangelnde Sicherheit an. Laut Experten keine Einsturzgefahr.

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Die Löscharbeiten sind extrem schwierig © (c) APA/AFP/ADRIAN DENNIS
 

Bei einem verheerenden Feuer in einem Hochhaus im Zentrum Londons sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei befürchtete weitere Opfer, da mehrere Menschen noch vermisst wurden. Bis zum frühen Mittwochabend waren nach Angaben der Rettungskräfte mindestens 79 Patienten in Spitälern behandelt worden, 18 von ihnen seien in einem kritischen Zustand.

65 Menschen wurden aus den Flammen gerettet. Der Einsatz wird nach Angaben der Polizei mehrere Tage dauern. Die Ursache des weiterhin nicht gelöschten Brands war zunächst unklar.

Das Feuer war in der Nacht ausgebrochen, am frühen Morgen stand das Gebäude mit 24 Stockwerken im Stadtteil Kensington noch lichterloh in Flammen. Trotz der Katastrophe blieb das Hochhaus bis zum Abend stabil genug, um darin nach eingeschlossenen Menschen zu suchen. Ein Experte überprüfe laufend die Statik des Grenfell Towers, sagte Feuerwehrchefin Dany Cotton.

Missstände offenbar seit Jahren bekannt

Auf einem Blog im Internet kritisiert die Grenfell Action Group bereits seit mehreren Jahren, dass es im Hochhaus schwere Mängel gebe, was die Sicherheit der Mieter betrifft. Vor allem was den Brandschutz angeht. "All unsere Warnungen sind auf taube Ohren gestoßen", heißt es in einem aktuellen Statement der Gruppe auf ihrer Website. Darunter sind Links zu Beiträgen gelistet, die sich mit dem Thema befassen. Der älteste Eintrag stammt offenbar vom Jänner 2013.

Eine Person blickt aus einem Fenster des brennenden Gebäudes. Foto © AP

Das 1974 errichtete Gebäude war von 2014 bis 2016 saniert worden. Die Baufirma Rydon reagierte schockiert auf den Brand. Sie war für die Sanierung des 24-stöckigen Grenfell Towers zuständig. Alle erforderlichen Kontrollen, Bestimmungen im Brandschutz und die sonstigen Sicherheitsstandards seien eingehalten worden, teilte die Firma mit.

Bürgermeister Sadiq Khan versprach umfassende Aufklärung. "Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben und ich möchte den Londonern versichern, dass wir dazu alle Antworten bekommen werden." Premierministerin Theresa May zeigte sich nach eigenen Worten "tief betroffen von den tragischen Todesfällen".

Die britische Premierministerin Theresa May hat eine "sorgfältige Untersuchung" angekündigt. Wenn aus dem Feuer Konsequenzen zu ziehen seien, würden Maßnahmen ergriffen, sagte May am Mittwochabend. Die Regierungschefin würdigte den Einsatz der Rettungskräfte und sprach den Betroffenen ihre Anteilnahme aus. "Heute Abend haben viele Menschen keinen Ort, wo sie hingehen können, sie haben absolut alles verloren. Ihnen zu helfen, muss für uns im Mittelpunkt stehen."

Die Einsatzkräfte waren nach eigenen Angaben innerhalb von sechs Minuten vor Ort. Demnach ging der erste Notruf um 0.54 Uhr (Ortszeit) ein. Die Crews arbeiteten "unter extrem schwierigen Bedingungen, um Menschen zu retten und den Großbrand unter Kontrolle zu bekommen", hieß es in einem Statement der Feuerwehr. Im Einsatz waren demnach 200 Feuerwehrkräfte und 40 Löschfahrzeuge. Bei dem Einsatz wurden mehrere Feuerwehrleute verletzt.

Mutter warf Baby aus Hochhaus

Ein Polizeisprecher bestätigte zwölf Tote. Er bezeichnete die Bergungsarbeiten als "komplex". Sie würden sich über mehrere Tage hinziehen. Es sei "wahrscheinlich", dass während dieser Zeit weitere Todesopfer entdeckt würden.

Feuerwehrchefin Dany Cotton nannte den Brand "beispiellos". "In meinen 29 Jahren bei der Feuerwehr habe ich noch nie etwas in dieser Größenordnung gesehen", sagte sie.

Großbrand: 24-stöckiges Haus in Flammen

Mindestens 200 Feuerwehrmänner und 40 Fahrzeuge waren auf dem Schauplatz des riesigen Feuers am Grenfell-Turm in der Latimer Road, in der Nähe von Notting Hill, in Westlondon. Zunächst hieß es, es herrscht akute Einsturzgefahr.

(c) AP (Matt Dunham)

Mindestens 70 Personen wurden bei dem Brand verletzt. Bis Donnerstagmittag wurden 17 Todesopfer bestätigt.

(c) AP (Matt Dunham)

Mehrere Personen dürften sich in ihrer Verzweiflung aus dem brennenden Haus gestürzt haben.

(c) APA/AFP/Natalie Oxford/NATALIE OXFORD (NATALIE OXFORD)

Am Donnerstag wurde die Suche nach Opfern in den oberen Stockwerken abgebrochen. Das Gebäude ist zu instabil.

(c) APA/AFP/Natalie Oxford/NATALIE OXFORD (NATALIE OXFORD)

Auch 24 Stunden nach Ausbruch des Feuers kam noch immer Rauch aus dem Gebäude. 

APA/AFP/TOLGA AKMEN

In dem Gebäude sollen zwischen 400 und 600 Personen gelebt haben. Wie viele Personen in der Unglücksnacht tatsächlich im Haus waren, ist noch immer unklar.

AP

Die Zahl der Todesopfer ist noch immer unklar.

(c) APA/AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS (DANIEL LEAL-OLIVAS)

Die Rauchsäule war in ganz London zu sehen.

(c) AP (Steve Paston)

Helden: Die erschöpften Rettungskräfte. Sie konnten zahlreiche Menschen aus dem brennenden Haus retten.

(c) AP (Matt Dunham)

Die Hilfsbereitschaft in London ist enorm: Innerhalb kurzer Zeit wurden große Mengen an Lebensmitteln und Kleidung für die Überlebenden der Katastrophe gespendet.

AP

Weitere Bilder

(c) APA/AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS (DANIEL LEAL-OLIVAS)
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(c) AP (Jonathan Brady)
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Augenzeugen hatten in der Nacht auf Twitter von Schreien berichtet. Menschen seien aus dem brennenden Gebäude gesprungen. Eltern warfen demnach in ihrer Verzweiflung Kinder aus dem brennenden Hochhaus. Eine Mutter habe ihren Säugling aus dem "neunten oder zehnten Stock" geworfen, sagte eine Augenzeugin der britischen Nachrichtenagentur PA. Ein Mann habe das Baby aufgefangen.

Augenzeuge: "Helf mir, helft mir"

Die BBC zitiert mehrere Augenzeugen:

"Du konntest Leute schreien hören, 'helft mir, helft mir'."

"Es waren Leute, die ihre Kinder aus den Fenstern warfen, sie schrien 'rettet meine Kinder'."

"Die Feuerwehr sagte den Leuten, sie sollten dort bleiben, wo sie waren, sie sagten den Leuten, dass sie kommen werden."

"Alle hatten wirklich Angst, und sie wussten nicht, was zu tun war und es war wirklich traurig zu sehen."

"Es war schockierend."

Trümmerteile flogen aus dem Gebäude. Mehrfach waren Knallgeräusche zu hören. Die Polizei sperrte die Umgebung weiträumig ab. Die Menschen wurden gebeten, die Gegend nordwestlich des Hyde Parks zu meiden. Eine Schule blieb geschlossen. Für Bewohner wurden Notfallzentren eingerichtet.

 

Kommentare (16)

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apnoetaucher
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zum aktuellen hochhausbrand

was noch in keinem beitrag erwähnt wurde, ist die tatsache, dass stiegenhäuser und liftschächte eine ganz wesentliche rolle bei hochhausbränden spielen.
nämlich durch den sog. kamineffekt. warme luft steigt bekanntlich auf. um so höher die gebäude, desto grösser der sog nach oben.
da nun stiegenhäuser, sowie luft - u. liftschächte in ihrer funktion nach horizontalen keine brandabschnitte haben können, verbreitet sich ein brand, wenn er das stiegenhaus erreicht, rasend schnell nach oben.
brandschutztüren sind nur bedingt brandausbreitungs - verhindernd. nach bauvorschriften u. zertifizierungen geben deren hersteller eine branddurchschlagszeit von einer halben stunde an. wenn man bedenkt , dass diese türen niemals luftdicht sein können, selbst wenn an diesen dichtungen angebracht sind, verbrennen diese durch die enorme hitzeentwicklung, die bei einem vollbrand entsteht. ausserdem verziehen sich die türen. so kann sich der rauch in andere bereiche des hauses in wenigen minuten ausbreiten. die wohnungstüren sind nicht luftdicht. rauch dringt daher sofort in wohnbereiche ein. deshalb sterben die meisten bewohner schon vorher an rauchgasvegiftung, bevor sie verbrennen, denn in deren panik sind nur wenige zu klaren gedanken fähig. das schnellstmögliche abdichten mit klebebändern an der innenseite der eingangstüre ist deshalb absolut lebensverlängernd!!!!!!
ich hoffe, das dieser tipp, im falle eines falles, lebensrettend ist.

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ami666
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ami666

Wenn es keine Möglichkeiten mehr gibt werfe ich das Baby auch aus dem Fenster mit dem gewissen vielleicht überlebt Es ! ...

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flotschi86
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Die Kleine Zeitung

kann sich auch nicht entscheiden, ob das Gebäude 24 oder 27 Stockwerke hat.

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arsen
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Wäre eine Brandbekämpfung aus der Luft (Hubschrauber mit Löschwasser,

Löschflugzeuge) vielleicht wirksamer gewesen ? Die Royal Air Force hätte sicher 50 Hubschrauber stellen können.....

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BigBang12
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@arsen

Das wäre eventuell tatsächlich eine zusätzliche Möglichkeit, sie setzt aber speziell dafür geeignetes Equipment voraus. Meine Kritik ist eher allgemein: Schon eigenartig, welche Fähigkeiten heutzutage Militär und Polizei haben verglichen mit den Möglichkeiten, welche einer Feuerwehr zugestanden werden. Die bringt das Löschwasser gerade einmal in den 15.Stock

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tannenbaum
12
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"arsen" Ihr Kommentar passt besser in die Kronenzeitung! Was sich dort abspielt, spottet jeder Beschreibung! Die Krone kann echt Stolz sein auf ihre Leser! Anscheinend das Blatt für rechte Verschwörungstheoretiker!

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arsen
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Tannebaum: Wieso stellen Sie ein Verbindung zur Kronenzeitung

her ? In meinem Beitrag habe ich eine Frage aufgeworfen und keine Verschwörungstheorie geäussert. Außerdem: Bei Waldbränden funktioniert die Bekämpfung aus der Luft auch.

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Oreidon
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Leider unmöglich...

Funktioniert aufgrund der Hitze- und Rauchentwicklung leider nicht.

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BigBang12
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@oreidon

Na klar kann so etwas funktionieren, Rauch und Hitze gibt es bei Waldbränden viel mehr als bei einem Brand der Fassade, welcher erst nach und nach die Wohnungen in Brand setzt.

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9956ebjo
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@BigBang12

Und wie soll der Löschhubschrauber oder -flieger das Wasser IN das Gebäude reinbringen? WEnns nur außen runterrinnt, hilfts keinem was.

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sistra
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So gewaltig brennen eigentlich nur

schlechte Wärmedämmfassaden!

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zyni
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Wenn das ein Terrorakt war,

dann wäre das eine neue Dimension. Schrecklicher Gedanke.

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Giuseppe08
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Bauausführung

Jedes Hochhaus ist üblicherweise in Brandzonen unterteilt. Dass sich ein Feuer so rasend schnell über alle Stockwerke ausbreiten kann (Terrorakt hin der her) scheint ein Problem bei der Bauausführung zu sein. Wurde da geschlampt?

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Redridinghood
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so wie das brennt -- muss da was getrickst worden sein!

ich glaube auch an einen Terrorakt

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henslgretl
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Re: so wie das brennt -- muss da was getrickst worden sein!

Das war auch mein erster Gedanke. Ich hoffe inständig, unrecht zu haben.

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checker43
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Keine

Ahnung von der Bauausführung, aber gleich auf Terror tippen. Dass der Brandschutz miserabel war, steht ja im Artikel. Da muss man nicht wie bei Bauten mit anständigen Brandabschnitten überall Feuer legen, ein Brandherd reicht aus.

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