Wer derzeit in Thailand unterwegs ist und in einer der vielen Bars bei einem Getränk die Zeit vergessen will, sollte seine Uhr trotzdem im Auge haben. Denn seit 8. November gilt ein neues Gesetz, das den Ausschank von Alkohol in der Öffentlichkeit regelt - oder vielmehr zu gewissen Zeiten verbietet. Vor allem kleine Cafés, Bars und Restaurants, die auch Alkohol ausschenken, sind davon betroffen. Für Gäste, die zu den Verbotszeiten Alkohol trinken, kann das ein teurer Spaß werden.

Eigentlich sollte der „Alcoholic Beverage Control Act (No. 2) B.E. 2568 (2025)“ das bisherige Gesetz modernisieren und - so heißt es von offizieller Seite - „um den Verkaufspraktiken des digitalen Zeitalters Rechnung zu tragen“. Doch der Teufel steckt wie so oft im Detail, genauer gesagt in Abschnitt 32. Denn dort heißt es, dass der Konsum von Alkohol nur noch zwischen 11 und 14 Uhr sowie zwischen 17 Uhr und Mitternacht erlaubt ist. Wer außerhalb dieser Zeit in der Öffentlichkeit - also auch auf der Straße oder am Strand -Alkohol trinkt und erwischt wird, für den kann es teuer werden. Rund 10.000 Baht - umgerechnet 265 Euro - kann der Drink dann zusätzlich kosten. Ziel des neuen Gesetzes ist, die Konsumenten stärker in die Verantwortung zu nehmen und direkt belangen zu können.

Diese Bars und Restaurants sind betroffen

Die Gastronomie ist entsprechend empört, da vor allem kleine Restaurants oder Bars, die keine Unterhaltungslizenz haben, betroffen sind. Denn hier dürfen Gäste zwischen 14 und 17 Uhr sowie nach Mitternacht keine alkoholischen Getränke konsumieren. Sie sehen hier eine Ungleichbehandlung. Das Gesetz gilt auch für Bahnhöfe und Züge.

Ausnahmen gibt es aber. So sind lizenzierte Unterhaltungsbetriebe wie Pubs und Bars, Hotels und Abflughallen internationaler Flughäfen explizit ausgenommen. Kurios, selbst ein Drink, der noch vor der jeweiligen Sperrzeit gekauft wurde, darf dann nicht mehr getrunken werden. Mit der Gesetzesverschärfung will die thailändische Regierung vor allem gegen exzessives Trinken in der Öffentlichkeit vorgehen.

Daher wurde auch das Werbeverbot für Alkohol ausgeweitet. Wer in Thailand künftig mit Namen oder Marken alkoholischer Getränke in der Öffentlichkeit - etwa auf Social Media - wirbt und zum Konsum anregt, macht sich ebenfalls strafbar und muss mit empfindlichen Geldstrafen von 500.000 Baht (rund 13.300 Euro) rechnen.

Die Regierung hat auf die Proteste der Gastronomie inzwischen reagiert. Der nationale Ausschuss für Alkoholpolitik will das Gesetz nochmals prüfen, um Unklarheiten zu beseitigen, meldet der „thaienquirer“.