Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA verlangt von Tesla Auskunft über dessen neuen Robotaxi-Dienst. Anlass sind Online-Videos, die zeigen sollen, wie eines der fahrerlosen Fahrzeuge die falsche Spur benutzt und ein anderes zu schnell fährt. „Wir sind uns der genannten Vorfälle bewusst und stehen mit dem Hersteller in Kontakt, um zusätzliche Informationen zu sammeln“, teilte die Behörde am Montag mit.
Tesla erklärte der NHTSA daraufhin, seine Antworten auf Fragen zur Sicherheit des Robotaxi-Einsatzes in Texas seien vertrauliche Geschäftsinformationen und sollten nicht veröffentlicht werden. Der Elektroautobauer hatte am Sonntag in Austin im US-Bundesstaat Texas einen begrenzten, kostenpflichtigen Testdienst mit rund einem Dutzend selbstfahrender Autos gestartet.
Die NHTSA untersucht bereits seit Oktober Kollisionen von Tesla-Fahrzeugen, die die Fahrassistenz-Software „Full Self-Driving“ (FSD) bei schlechter Sicht nutzten. Diese Untersuchung umfasst 2,4 Millionen mit FSD ausgestattete Tesla-Fahrzeuge und wurde nach vier gemeldeten Kollisionen eingeleitet, darunter ein tödlicher Unfall im Jahr 2023.
Testbetreib in Austin
Tesla hat den von Firmenchef Elon Musk seit langem angekündigten Robotaxi-Dienst zunächst im Kleinformat und mit einem Aufpasser im Beifahrersitz gestartet. In der Stadt Austin im US-Staat Texas können von Tesla ausgewählte Nutzer seit Sonntag per App Fahrten in einigen Autos ohne einen Menschen am Steuer buchen. Der Elektroautohersteller suchte dafür zunächst vor allem dem Unternehmen freundlich gesinnte Online-Influencer aus.
Das Angebot ist zunächst auf einen überschaubaren Teil der Innenstadt von Austin begrenzt. Musk hatte zuvor bereits angekündigt, dass zum Start nur 10 bis 20 Fahrzeuge verfügbar sein würden. Zugleich behauptet er, dass die meisten neuen Tesla-Autos bereits alle nötige Technik an Bord hätten, um autonom unterwegs zu sein. Daher spricht er von Millionen selbstfahrenden Teslas auf den Straßen und einem Anteil von mehr als 90 Prozent am Robotaxi-Geschäft für seine Firma.
Zweifel an Zuverlässigkeit
Doch Experten und Rivalen haben Zweifel daran, wie zuverlässig Teslas autonom fahren können, da Musk nur auf Kameras setzen will und auf die teureren Laser-Radare verzichtet, die die Umgebung abtasten. Mit dieser Technik ist auch der aktuell mit Abstand führende Robotaxi-Anbieter Waymo unterwegs. Waymo macht inzwischen mit über 15.000 Autos mehr als 250.000 Fahrten mit Passagieren ohne einen Menschen am Steuer. Allerdings hätte Tesla einen erheblichen Kostenvorteil, wenn Musks Wette auf Kameras aufgeht.
Tesla Typ Model Y
Tesla setzt in Austin Fahrzeuge des Typs Model Y ein. Die Produktion eines speziellen Robotaxis ohne Lenkrad und Pedale soll im kommenden Jahr beginnen. Derzeit sitzt im Beifahrersitz noch ein Mitarbeiter des Konzerns, der die Wagen bei Bedarf stoppen kann. Bei ihm müssen sich die Fahrgäste auch mit ihren Apps anmelden, wie aus einigen Erlebnisberichten hervorgeht. Vielen der Tesla-Robotaxis folgt ein Begleitfahrzeug - und sie können auch ferngesteuert werden. Waymo ist in einem viel größeren Gebiet von Austin komplett autonom unterwegs.