Wer an Neuseeland denkt, hat oft ein Bild vor Augen: Schafe, so zahlreich, dass sie fast zur Landschaft gehören. Dieses idyllische Bild prägt das internationale Image von Aotearoa, dem „Land der langen weißen Wolke“, wie Neuseeland in der Sprache der Māori heißt, bis heute. Lammfleisch, Hammel und Wolle gehörten fast ein Jahrhundert lang zu den wichtigsten Exportgütern des Landes. In den 1980er-Jahren kamen auf jeden Einwohner über 20 Schafe – ein Verhältnis, das weltweit einzigartig war. Mehr Schafe als Menschen – das war über Jahrzehnte ein „Running Gag“ und ein Wirtschaftsfundament zugleich. Doch seit einiger Zeit sinkt nicht nur die Zahl der Wolltiere rapide – auch immer mehr Neuseeländerinnen und Neuseeländer kehren ihrer Heimat den Rücken. Zwei Entwicklungen, die symptomatisch sind für den strukturellen Wandel des Landes.
Wirtschaftlicher Wandel
Neuseeland gehen die Schafe aus – und die Menschen auch
Das Land steht vor großen wirtschaftlichen und demografischen Umbrüchen. In vielen Kleinstädten ist der Strukturwandel längst spürbar. Die Regierung will gegensteuern.
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