Wer schreit, hat recht. Oder gibt den Ton im politischen Diskurs an. US-Präsident Donald Trump macht es vor. Auf Social Media ist er omnipräsent, kommentiert, beschimpft, hetzt. Kommunikation in der Politik hat sich drastisch verändert. Sie ist laut, schrill, im Ton rau und gerne peinlich. Eine Mischung aus Entertainment und Diskreditierung des politischen Gegners. Hauptsache „dagegen“. Die Entertainer sind vor allem männliche Politiker. Und wir alle schauen uns das gerne an, weil es Unterhaltung ist und provoziert. „Einen trockenen, grauen Politiker will keiner sehen“, sagt Wolfgang Kühnelt, Dozent am Institut für Journalismus und digitale Medien an der FH Joanneum.
Politiker auf Social Media
Hauptsache Entertainment: „Es wird noch lauter und schriller werden“
Politik ohne Social Media? Undenkbar. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder isst und schimpft auf fleischlose Ernährung, Sepp Schellhorn kocht und schimpft auf Bürokratie, US-Präsident Donald Trump verachtet alle, die gegen ihn sind. Was hinter dem Polit-Entertainment steckt, analysiert Kommunikationsexperte Wolfgang Kühnelt.
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