Fünf Jahre nach dem das neuartige Coronavirus erstmals weltweit für Aufsehen sorgte, alarmiert erneut ein Atemwegsvirus die chinesischen Behörden. Das HMP-Virus, das grippeähnliche Symptome bis hin zu Lungenentzündungen hervorruft, erlebt besonders in China seit Mitte Dezember einen sprunghaften Anstieg. Insbesondere Kinder sollen betroffen sein. Was über das humane Metapneumovirus - kurz HMPV - bekannt ist.

HMPV sorgt derzeit für viele Atemwegserkrankungen

Ausbrüche werden nicht nur in China, sondern auch in anderen asiatischen Ländern wie Malaysien oder Indien verzeichnet. Besonders betroffen scheint jedoch China, dort melden zuständige Behörden für Krankenhäuser hohe Belastungen und fordern zu erhöhten Hygienemaßnahmen auf. Infizierte klagen über Fieber, Kopfschmerzen, Schnupfen und Husten. Verantwortlich für all das ist das humane Metapneumovirus.

Erstmals wissenschaftlich isoliert und genetisch analysiert wurde das Virus 2021. Das Pneumovirus ist jedoch schon lange bekannt und eng mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus verwandt. RS-Viren sorgen jedes Jahr als „klassische Erkältung“ für Husten und Schnupfen. Vor allem bei Kleinkindern ist es jedoch sehr häufig für eine Bronchitis verantwortlich. Und worauf muss man sich nun beim HMP-Virus einstellen?

So groß ist die Gefahr von HMPV

Wissenschafter sind sich derzeit darüber einig, dass vom humanen Metapneumovirus keine erhöhte Gefahr ausgehe. Eine Pandemie, wie sie Sars-Cov-2 auslöste, ist nicht zu befürchten. Das liegt zum einen daran, dass das Virus seit Jahrzehnten bei Menschen weltweit auftritt, viele Teile der Weltbevölkerung also bereits Kontakt hatten und damit eine Grundimmunisierung haben, so das Wissenschaftsmagazin Scientific American. Jedoch besteht für immungeschwächte Risikogruppen sowie Babys und Kleinkinder erhöhte Vorsicht.

Wie jedes RS-Virus ist auch HMPV leicht übertragbar, da es Nase und Rachenraum befällt. Im Winter häufen sich die Ansteckungen und können - wie aktuell in zahlreichen asiatischen Ländern - zu sprunghaften Anstiegen führen. Da das Virus inzwischen auch in der medizinischen Fachwelt bekannter ist und sich mithilfe entsprechender Tests leichter nachweisen lässt, steigen auch die bekannten Fälle.