Wer heute gut „vernetzt“ ist, gilt als erfolgreich. Ein Netz knüpfen, bedeutet aber auch Sicherheit geben. Für jene, die gestrauchelt sind, sich verfangen haben, die von dem Sicherheitsgriff abgerutscht sind. Alleine würden sie es nicht mehr schaffen, wieder hochzukommen, sich aufzurichten.

Vernetzen im Sinne der Menschlichkeit, das macht „Kärntner in Not“. Lobby sein für jene, deren Hilferuf vermeintlich niemand hört oder hören will.

Als bewährte Hilfseinrichtung im Land finden wir Gehör, wenn der Einzelne glaubt, keiner nähme seine Ängste wahr. So hat eine Recherche, die „Kärntner in Not“ für eine Klientin veranlasst hat, beim Sozialreferat des Landes erfolgreich dazu geführt, dass eine Pflegemutter nicht mehr in ihrer Existenz bedroht ist (siehe Bericht nächste Seite).

Bei Delogierungen oder Stromabschaltungen kann – im Schulterschluss mit anderen Hilfseinrichtungen oder Beratungsstellen – oft ein Aufschub, meist eine Absage der Räumung oder die Wiederherstellung der Energielieferung bewirkt werden.

Viele engagierte Freiwillige im Land ermöglichen, was für vom Schicksal schwer gebeutelte Menschen unmöglich schien. So konnte für einen Jungen, der nach einem unverschuldeten Unfall schwer beeinträchtigt ist, unter anderem gemeinsam mit dem Rotary Club Bad Kleinkirchheim ein für den Rollstuhltransport taugliches Auto angeschafft werden.

„Music Challenge“

Nach der medialen Wasserschlacht rund um die Ice-Bucket-Challenge für die unheilbare Nervenkrankheit ALS ist die „Music Challenge“ von Musikschülern und ihren Lehrern in Grafenstein, Poggersdorf und Brückl entstanden, die tatsächlich einen Klagenfurter ALS-Patienten mit Unterstützung durch „Kärntner in Not“ finanzielle Hilfe angedeihen lässt.

Aber all das ist nur durchführbar, weil Sie liebe Leserinnen und Leser treu spenden. Bis 23. Dezember 2014 wurden uns inklusive Barspenden 446.961,82 Euro in die Hand gegeben, um jenen 1300 Menschen zu helfen, die sich an uns gewandt haben, weil sie unverschuldet in eine schwierige Situation geraten sind. Inklusive ihrer Angehörigen sind es mehrere tausend Personen, denen „Kärntner in Not“ nachhaltig helfen kann.

Allen voran den Familien unserer fünf „Weihnachtsfälle“: Mit Ihrer Unterstützung ist es möglich, das meiste von dem umzusetzen, was im vornherein mit den Betroffenen vereinbart wurde. Johannes (Fall eins) kann die Baustelle in seinem kleinen Haus vorantreiben, von der Bedrohung der Zwangsversteigerung ist er erlöst. Auch Andrea (Fall zwei) schaut ohne finanzielle Ängste ins neue Jahr, endlich gibt es für sie und ihre Zwillinge nach jahrelangem Existenzkampf Aussichten auf unbelastete Weihnachtsferien.

Für Nicolas (Fall drei) kann der neue Rollstuhl schon bestellt werden und seine Mama freut sich darauf, vom Deckenlifter beim Heben des starken, kleinen Mannes entlastet zu werden. Auch wenn sich diese Tage für die Kinder und ihren Vater von Fall vier als besonders schwierig erweisen, weil das erste Weihnachten ohne die geliebte Mutter überstanden werden muss, ist doch die finanzielle Hilfestellung, die die Haushaltshilfe über längere Zeit sicherstellt, ein Lichtblick.

Manuela (Fall fünf) ist dankbar, dass sie mit Unterstützung der Leserfamilie der Kleinen Zeitung den wichtigen Schritt in die Unabhängigkeit durch den Bezug einer eigenen Mietwohnung im neuen Jahr wagen kann und so dem gewalttätigen Umfeld entkommen wird.

Mit „Kärntner in Not“ haben sich vor 14 Jahren auf Einladung der Kleinen Zeitung die großen Hilfseinrichtungen des Landes – Caritas, Kinderrettungswerk, Rettet das Kind, Bürgerbüro des Landes – zu einer Plattform zusammengeschlossen, zu der später auch noch die Katastrophenhilfe Österreichischer Frauen stieß. Gemeinsam bildet man sozusagen eine „große Koalition“ für die Bedürftigen im Land.

„Kärntner in Not“-Obmann Walter Walzl begrüßte beim 15. Weihnachtstreffen von „Kärntner in Not“ heuer erstmals auch Landeshauptmann Peter Kaiser und bedankte sich bei allen Partnern für die gute Zusammenarbeit. Kaiser sprach der Initiative der Kleinen Zeitung herzlichen Dank aus, nannte sie „einen kleinen Sozialgipfel und bezeichnete sie ist ein Synonym für Menschlichkeit. „Ein starkes Zeichen der Mitverantwortlichkeit der Gesellschaft gegenüber.“ Kaiser mahnte aber auch ein, dass die, gerade zu Weihnachten viel strapazierte Herbergssuche auch in Hinblick auf Flüchtlinge gelebt werden müsse.

Elisabeth Scheucher-Pichler, Präsidentin des Kärntner Kinderrettungswerkes und seit der ersten Stunde mit dabei, stellte fest, „dass wir nachhaltig helfen können, weil wir gut vernetzt sind. So arbeiten wir alle im Interesse der Menschen“.

Aus terminlichen Gründen fehlte diesmal Herta Stockbauer, die Vorstandssprecherin des langjährigen „Kärntner in Not“-Sponsors BKS Bank. Vergessen hat sie auf „Kärntner in Not“ aber nicht: Die stellvertretende Obfrau Antonia Gössinger nahm 2000 Euro in Empfang, den Erlös der Internet-Kerzerlaktion der BKS für „Kärntner in Not“

Vorstandssprecherin Herta Stockbauer (links) übergab die Spende der BKS Bank an Antonia Gössinger
Vorstandssprecherin Herta Stockbauer (links) übergab die Spende der BKS Bank an Antonia Gössinger © Markus Traussnig