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Im TestDer Ford Mustang Bullitt ist der King of Cool

Mustang Bullitt, die Geschichte, neu aufgeladen: Süßer Wahnsinn Achtzylinder, 460 PS. Steve, drehen wir eine Runde.

Stilvolles Remake: Ford Mustang, neu interpretiert. Und wie er Zwischengas gibt! © OLIVER WOLF
 

Man muss die ganze Geschichte erfassen, bevor man sich dem Phänomen nähert: Über 40 Jahre galt der Original-Mustang (Bild rechts oben) aus dem Film „Bullitt“ als verschollen. Niemand wusste, dass Sean Kiernans Vater jenes Auto 1974 gekauft hatte, das mit Hollywood-Legende Steve McQueen in einer rund elfminütigen stilprägenden Verfolgungsjagd zu den Kings of Cool von Generationen wurde. Der Mustang wurde zur Familienkutsche, man lebte in Madison, im US-Bundesstaat New Jersey etwa 40 Kilometer von New York City.

Es muss gut geklungen haben, wenn Mrs. Kiernan mit dem Film-Mustang und seinen geraden Auspuffrohren, die den Gehweg erbeben lassen (O-Ton Kiernan), an der Grundschule vorfuhr, wo sie unterrichtete. Aber das Auto gab die Familie nie her, selbst als Steve McQueen höchstpersönlich bei Kiernans Vater anrief und sogar in einem Brief darum bat.

Modellvorstellung: Ford Mustang Bullitt

Der Film schrieb Geschichte und dieses Auto wurde zum „automobilen Kulturgut der Vereinigten Staaten von Amerika“ erklärt: Dafür reichte eine knapp elf Minuten dauernde Verfolgungsjagd in San Francisco, in der Lieutenant Frank Bullitt (Steve McQueen) mit seinem Ford Mustang zwei Mafia-Killer zur Strecke bringt.

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Der Mustang hat tatsächlich filmhistorische Bedeutung: Steve McQueen bannte die Realität mit rauchenden, polternden Autos auf die Leinwand wie niemand zuvor - er war der erste „Fast and Furious“. Der Film-Mustang mit Seriennummer 599, lackiert in Highland Green, galt lange als verschollen und tauchte erst vor Kurzem wieder auf.

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McQueen habe sich damals, so heißt es, ganz bewusst für einen „rohen, starken“ Mustang entschieden. Der Schauspieler, der viel zu früh an Krebs starb, hätte sich in diesem Sinne auch mit dem neuesten Bullitt, anno 2018, angefreundet.

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Der V8 wabert das Lied der guten alten Tage, als ein V8 noch Statussymbol war. Die Motorcharakteristik: Bullig, wuchtiges Drehmoment, Ford arbeitet mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe, das uns beim Runterschalten das Zwischengas-Geben abnimmt - persönlich würde man etwas schneller sein.

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Schaltung? Kurz, knackig und doch smooth.

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Mit dem Fahrwerk des Neuen wäre Frank Bullitt ruhiger unterwegs gewesen: Das Hochleistungsfahrwerk macht die Dämpfer zu willigen Gefährten jedes noch so wilden Ausritts.

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Das Auto pickt (auch mithilfe speziell entwickelter Reifen) auf der Straße, wirkt nie unkomfortabel.

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Bei der Farbe würden wir keine Kompromisse machen: Highland Green. Wie bei Nummer 599.

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Erst Jahrzehnte später wurde der Kontakt zu Ford hergestellt, Kiernan junior hatte das Auto selbst restauriert, der Mustang mit der Fahrgestellnummer 8R02S125559 wurde in das sogenannte National Historic Vehicle Register aufgenommen, als 21. Fahrzeug.

Dass Ford diese Ikone der Automobilgeschichte neu auflegt, liegt auf der Hand. Die Liebe zum Detail überrascht: Das Auto ist voll von Anspielungen (Schaltknauf in Billardkugeloptik, Farbe etc.), es wirkt derb und edel zugleich.

Ford Mustang Bullitt

Preis: ab 67.493 Euro
Motor: 5-Liter-V8-Benziner, 460 PS, 529 Nm  Drehmoment, Hinterradantrieb; 6-Gang-Schalter inklusive Drehzahlanpassung; 4,6 Sek. 0 auf 100 km/h.

Am schönsten ist es aber, wenn man den Startknopf drückt und der V8 sich ins Gehör wummert und um freundliche Behandlung des Gaspedals zu betteln scheint. Erster Gang, scharfer Fahrmodus, und mit einem Schlenkerer geht's auf die ersten Kilometer. Der Mustang ist nicht handlich, aber willig. Das Fahrwerk schenkt in den entscheidenden Phasen das nötige Urvertrauen, dass man so ein Trumm von einem Sportwagen überhaupt bändigen kann. Zwischen 80 und 120 km/h offenbart sich das 460-PS-Kraftwerk in einer Art, dass man glänzende Augen bekommt.

Irgendwie, so scheint es, passt der neue Mustang Bullitt - trotz des Hightech-Einsatzes und Spielereien wie einer 1000-Watt-B&O-Anlage - nicht in unsere Zeit. Das ist gut so. Dieser Bullitt ist eine Hommage an eine Ära, in der ein Auto noch ein Held sein durfte und Steve McQueen die Bösen doch noch zur Strecke brachte. Die Guten, sie bleiben bei uns.

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