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WALTER RÖHRL TESTETDer Audi Q5 ist der Mustermann unter den SUV

Walter Röhrl, Doppel-Rallye-Weltmeister und Kleine-Zeitung-Cheftester, über den Audi Q5.

Voll des Lobes. Nur der Preis des Audi Q5 legt Röhrls Stirn etwas in Falten © OLIVER WOLF
 

Zuerst, weil ich etwas sagen muss dazu: Es tut mir in der Seele weh, was da gerade bei und mit Audi passiert. Ich bin der Marke durch meine Rallye-Zeit emotional bis heute verbunden, deshalb leide ich da ganz besonders. Vieles ist mir unerklärbar und schockiert mich. Die Dieselaffäre hängt der gesamten Branche wie ein Mühlstein um den Hals. Jetzt muss ein Schlussstrich gezogen und die Schuldigen müssen festgemacht werden, sonst droht weiterer Schaden.

Das einzige Gegengift zur aktuellen Situation sind neue Produkte, die begeistern sollen und Audi wieder nach vorne bringen müssen, weil es ja auch gilt, im Dreikampf der Premium-Marken nicht den Anschluss an Mercedes und Audi zu verlieren. Und diese Produkte hat Audi bei der Hand. Auch mit dem Q5 können die Ingolstädter wieder im positiven Sinn die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Das Mittelklasse-SUV ist eine Erscheinung und für mich der Player im Segment, der durch Solidität und das hohe Maß an Perfektion die Latte legt. Das gilt übrigens auch für die makellose Qualität, falls sich jemand Sorgen macht wegen „Made in Mexiko“.

Autosalon Paris: Audi Q5

4,66 Meter Länge, 1,89 Meter Breite, 1,66 Meter Höhe und 2,82 Meter Radstand – gegenüber dem Vorgängermodell hat der neue Audi Q5 in fast allen Abmessungen zugelegt. Gleichzeitig ist sein Leergewicht je nach Motorisierung um bis zu 90 Kilogramm gesunken.

AUDI

Die Scheinwerfer sind auf Wunsch als LED oder in der hochauflösenden Matrix LED-Technologie mit dynamischem Blinklicht erhältlich. Die Heckleuchten sind optional ebenfalls mit dynamischem Blinklicht erhältlich. Audi bietet den neuen Q5 in 14 Lackfarben an, fünf neue Ausstattungslinien stehen zur Wahl.

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Der Innenraum hält Platz für fünf Personen bereit. Ein Dreispeichen-Multifunktionslenkrad ist Serie, optional gibt es Zusatzfunktionen wie die Beheizung des Lenkrads. Das Ausstattungsangebot der Sitze reicht bis hin zur pneumatischen Massagefunktion.

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Die Rücksitzlehne des neuen Audi Q5 ist in drei Segmente geteilt, auf Wunsch lässt sie sich längs verschieben und die Neigung einstellen. Je nach ihrer Position bietet der Gepäckraum im Grundmaß 550 bis 610 Liter Volumen, 10 Liter mehr als beim Vorgängermodell. Mit umgeklappter Fondlehne wächst er auf 1550 Liter.

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Intelligente Lösungen wie eine serienmäßige, variabel faltbare Matte, die optionale Sensor-Steuerung der elektrisch betätigten Heckklappe sowie eine manuelle Absenkung über die optionale Luftfederung erleichtern das Beladen.

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Der Audi Q5 startet mit vier TDI und einem TFSI: Den 2.0 TDI gibt es mit 150, 163 PS und 190 PS, der 3.0 TDI bringt es auf 286 PS und 620 Newtonmeter Drehmoment. Der 2.0 TFSI gibt 252 PS ab, soll sich jedoch auf 100 Kilometer mit 6,8 Liter Benzin begnügen (154 g CO2/km). Sie werden kombiniert mit Front- oder Allradantrieb, einen Sechsgang-Schaltgetriebe, der Siebengang- oder der Achtstufen-Automatik.

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Der neue Quattro-Triebstrang mit Ultra-Technologie ist für den 2.0 TDI mit 163 und 190 PS)und für den 2.0 TFSI mit 252 PS serienmäßig an Bord, beim Einsteiger-Diesel mit 150 PS liefert ihn Audi auf Wunsch. Der quattro mit ultra-Technologie koppelt den Hinterachsantrieb immer dann ab, wenn er nicht gebraucht wird.

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Bei Federung und Dämpfung stehen zwei Ausbaustufen zur Wahl: Das Fahrwerk mit Dämpferregelung kann man über das Audi Drive Select anpassen. Die neue optionale Luftfederung kann neben der Anpassung der Dämpferregelung auch die Trimmlage der Karosserie in fünf Stufen variieren.

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Die Bedienung des neuen Audi-SUV ist intuitiv und von drei großen Neuerungen geprägt. Das optionale Audi Virtual Cockpit präsentiert auf seinem hochauflösenden 12,3-Zoll-Bildschirm die wichtigen Informationen. Der Fahrer kann zwischen zwei Darstellungen wählen – einer klassischen Ansicht mit großen Rundinstrumenten und einem Modus, in dem die Navigationskarte oder Listen dominieren.

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Das ebenfalls optionale Head-up-Display projiziert die wichtigsten Informationen auf die Windschutzscheibe. Als Haupt-Bedienelement fungiert das MMI-Terminal in der Mittelkonsole. Beim optionalen Top-Infotainmentsystem, der MMI Navigation plus mit MMI touch und 8,3-Zoll-Display, integriert der Dreh-/Drück-Steller ein Touchpad auf seiner Oberfläche.

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Der neue Audi Q5 verfügt wie der Q7 und der A4 über die selbst lernende „Persönliche Routenassistenz“. Hat der Kunde die Funktion aktiviert, lernt das Navigationssystem dabei die regelmäßig gefahrenen Strecken und angefahrenen Ziele und verknüpft diese Information mit dem Abstellort sowie der Tageszeit. Das System lernt, solange es aktiv ist, vom Verhalten des Kunden und gibt ihm auf dieser Basis bei der nächsten Fahrt Vorschläge für eine optimierte Routenplanung – und das sogar bei inaktiver Zielführung.

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Auf Wunsch ist die Audi phone box erhältlich. Sie verbindet Smartphones mit der Bordantenne und sorgt für eine optimale Empfangsqualität, zudem lädt sie Smartphones, die den Qi-Standard unterstützen, induktiv.

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Fahrerassistenzsysteme fehlen natürlich auch nicht: Der prädiktive Effizienzassistent unterstützt den Fahrer durch gezielte Nahumfeld-Informationen beim Kraftstoffsparen. Die adaptive cruise control (ACC) inklusive Stauassistent kann im zähfließenden Verkehr teilweise die Lenkarbeit übernehmen. Der Active Lane Assist erleichtert das Halten der Spur. Die Abstandsanzeige warnt bei Unterschreitung des Sicherheitsabstandes.

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Der Querverkehrassistent hinten, die Ausstiegswarnung, der Ausweichassistent und der Abbiegeassistent sind weitere Neuerungen, die gute Dienste für die Sicherheit leisten. Das Gleiche gilt für die Pre-Sense-Systeme die vor Fußgängern und Fahrzeugen warnt sowie innerhalb der Systemgrenzen eine automatische Notbremsung einleitet. Der Parkassistent, die kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung und der Bergabfahrassistent komplettieren das Angebot.

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Der Dauerläufer der Motorredaktion hat eine Zweiliter-TDI-Maschine unter der Haube, die 190 PS leistet und ein sehr anständiger Kraftspender mit ordentlichem Durchzug ist. Und auch auf die Gefahr hin, dass jemand aufheult: Ich halte diese Motorisierung für die beste in der Angebotspalette. Und breche eine Lanze für den Diesel, weil ich ihn – vor allem in höheren Fahrzeugklassen – immer noch für das effizienteste und wirtschaftlichste Triebwerk halte. Ich bin mir sicher, dass der Diesel nicht am Ende ist, auch wenn er am Pranger steht.

Plus & Minus

+ Antrieb. Durchzugsstarke Maschine, exakte Lenkung, makelloses Getriebe.
+ Fahrwerk. Sauber abgestimmt,
genügend Komfort. Allradsystem arbeitet perfekt.
+ Cockpit. Erhöhte luftige Sitzposition, klare Instrumente, Top-Verarbeitung, gutes Platzangebot.

- Preis. Der fährt in die Knochen, und dann erst die Aufpreisliste, die richtig schmerzt.

Was ist die Königsdisziplin des Audi, was macht den Q5 aus, worin beeindruckt er mich am meisten? Sein bevorzugtes Terrain ist fraglos die Langstrecke: Auf weiten Strecken lernt man den Komfort und die Souveränität des Allradlers zu schätzen, es begeistert, wie der 1,7-Tonner geschmeidig abrollt. Das Fahrwerk ist am Punkt, der Quattro-Antrieb für mich unverzichtbar: Die Ultratechnologie treibt meist nur die Vorderräder an, bei Bedarf schaltet sich aber die Hinterachse innerhalb von Millisekunden zu – der Fahrer merkt davon freilich nichts. Die erhöhte Sitzposition sorgt nicht für nur gute Übersicht, sondern ist auch ein Wohlfühlfaktor.

Audi Q5 2.0 TDI quattro

Basispreis: 53.565,24 Euro
Motor: Vierzylinder-TDI, 1968 ccm, 190 PS, 400 Nm.
Kraftübertragung: Allradantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.
Fahrleistungen: 0–100 km/h in 7,8 Sekunden, Spitze 218 km/h.
Abmessungen/Gewichte: 4663/1893/1659 mm (L/B/H), Radstand 2819 mm, Gewicht 1779 kg, Tank 65 l, Kofferraum 550–1550 l.
Testverbrauch: 8,2 l/100 km.

Dass der Dauerläufer mittlerweile 20.000 Kilometer am Tacho hat, weist auf eine hohe Begehrlichkeit und Reisetätigkeit der Redaktion hin. Eine Nachfrage ergab: null Faxen, nur Genuss. Bisher wurden lediglich zehn Liter AdBlue und ein Liter Motoröl gefasst. Zuletzt: der Preis. Für den Testwagen werden – schluck – 71.205 Euro aufgerufen. Über 17.000 Euro davon sind Mehrausstattung, ohne die ich auch leben könnte. Darüber wird wohl noch zu reden sein.

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