KultkistenMit dem Renault Spider hatte man den Orkan in der Nase

Mit dem Spider zeigte Renault, dass sogar die Windschutzscheibe maximaler Gewichtsersparnis nur im Weg steht.

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Beim Renalt Spider musste man die Windschutzscheibe extra dazubestellen © Renault
 

An Ideen mangelte es Renault noch nie. Beispiele gefällig? Bitte sehr. Mit dem R4 gossen die Franzosen 1961 das Thema „Alltagsnutzen für alle“ in einen Pkw. Mit der Alpine A110 zeigten sie im Motorsport zeitgleich, wo der Bartl den Most holt. Mit dem Espace brachten sie 1984 die Familienvans so richtig ins Rollen. Und im Fall des Spider, stellte sich die Marke mit dem Rhombus 1995 dem Experiment, was man bei einem Auto alles weglassen kann.

Und das war ziemlich viel: Immerhin sollte das primäre Revier des Renners eine eigene Trophy im Vorprogramm der Formel 1 sein. Die Kunststoffkarosserie der – inklusive Überrollbügel, übrigens – 1,25 Meter flachen Flunder bestand mitsamt der nach oben schwenkenden Scherentüren aus nur fünf Teilen. Darunter verbarg sich ein Gitterrohr-Chassis.

So simpel war der Spider aufgebaut Foto © Renault

Eine Winschutzscheibe stand dem Gewicht von 930 Kilogramm nur im Weg – deshalb wurde sie schlicht und ergreifend weggelassen. Schließlich geht nichts über wenig Gewicht, wenn man möglichst viel Fahrdynamik verwirklichen möchte.

Und auch als das Go-Kart schließlich auf die Straße kam, gab es die Sturmfrisur serienmäßig. Zwar musste man keinen Helm tragen, ein Schutz für Nase, Augen und Ohren wurde von Renault dennoch wärmstens empfohlen. Heizung, Radio und Servolenkung suchte man auf der Ausstattungsliste vergebens.

Heizung, Radio und Servolenkung - Fehlanzeige Foto © Renault

Die Musik spielte vielmehr hinter den beiden Sitzen, wo der aus dem Megané stammende Zwei-Liter-Vierzylinder mit 147 PS zwar keine Wunder wirkte, in derart exponierter Lage waren ein Sprint von 0 auf 100 in 6,9 Sekunden und ein Topspeed von 215 km/h aber wahrlich angsteinflößend genug. Noch puristischer konnte man die Fahrt in keinem anderen Serienwagen erleben.

Inklusive Überrollbügel war der Spider nur 1,25 Meter hoch Foto © Renault

Und zwar dermaßen puristisch, dass es selbst den Hartgesottensten schon eine Brise zu viel war. Die zweite Serie des insgesamt 1493 Mal bei Alpine in Dieppe gebauten Spider gab es dann nämlich gegen Aufpreis mit Windschutzscheibe – und Scheibenwischern. Dann allerdings 35 Kilogramm schwerer.

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