ReifenabriebDiese Modelle verursachen am wenigsten Mikroplastik

Reifenabrieb schlägt sich nicht nur aufs Geldbörserl, weil die Pneus schneller verschleißen. Er ist auch Mikroplastik, das die Umwelt belastet. Diese Reifenmarken schneiden am besten ab.

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© srzaitsev/stock.adobe.com (Sergey Zaitsev)
 

"Laut einer aktuellen EU-Studie werden europaweit jährlich rund 500.000 Tonnen Reifenabrieb produziert", weiß ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Wissenschaftler der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien errechneten für Österreich eine Menge von 21.200 Tonnen an Mikroplastikpartikeln, die in der Umwelt landen - und dort fatale Auswirkungen haben.

Grund genug für ADAC und ÖAMTC sich anzuschauen, wie viel Reifenabrieb bei gängigen Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen entsteht. Dafür wurden von den Mobilitätsclubs die Reifentests der vergangenen Jahre verglichen und die Ergebnisse der Reifenverschleißmessungen ausgewertet. "Im Durchschnitt liegt der Reifenabrieb eines Fahrzeugs bei knapp 120 Gramm pro 1000 Kilometer", lautet das Fazit Kerbls.

Sicherheit und wenig Verschleiß: kein Widerspruch

Insgesamt wurden die Verschleißdaten von knapp 100 Modellen verschiedener Reifendimensionen ausgewertet. "Auffallend ist, dass es in jeder Reifendimension Modelle mit wenig Reifenabrieb gibt, die trotzdem über sichere Fahreigenschaften verfügen", so der ÖAMTC-Techniker.

Besonders positiv fällt diesbezüglich die Marke Michelin auf: "Beinahe in allen Dimensionen überzeugen die Michelin-Modelle mit einem sehr geringen Reifenabrieb von durchschnittlich nur 90 g auf 1000 Kilometer", erläutert der Reifen-Experte. "Gleichzeitig schneiden diese Reifen auch in den sicherheitsrelevanten Kriterien gut ab." Bestes Beispiel ist diesbezüglich der "Cross Climate+" in der für Kleinwagen passenden Reifengröße 185/65 R15. Hier stellten die Tester einen Abrieb von lediglich 58 g pro 1000 Kilometer fest.

So schneiden die Reifenmarken in puncto Verschleiß ab Foto © ADAC

Premiummarken unter den Schlusslichtern

Am unteren Ende der Auswertung finden sich mit Pirelli, Bridgestone und Continental drei Premiumhersteller, die in Sachen Reifenabrieb deutlich Nachholbedarf haben. "Pirelli belegt mit durchschnittlich 134 g auf 1000 Kilometer zusammen mit Nokian den letzten Platz", zitiert Kerbl aus dem Abschlussbericht.

Unter den einzelnen Modellen schneidet der "Blizzak LM005" von Bridgestone in der Dimension 195/65 R15 für Kompaktfahrzeuge und Vans besonders schlecht ab. Pro 1000 Kilometer produziert dieser Reifen 171 Gramm an Abrieb, die ungefiltert in der Umwelt landen.

Reifenabrieb

Auf Modelle mit möglichst geringem Verschleiß zu achten, schont nicht nur die Umwelt, sondern auch die Geldbörse - besonders, wenn man viel fährt.

Das kann man selbst tun, um den Verschleiß möglichst gering zu halten:

  • Reifendruck regelmäßig überprüfen
  • Achseinstellungen in der Fachwerkstatt regelmäßig kontrollieren lassen
  • auf eine gleichmäßige, vorausschauende Fahrweise achten

Breite Sportreifen erzeugen besonders viel Abrieb

Es ist also mittlerweile möglich, geringen Reifenabrieb und sichere Fahreigenschaften unter einen Hut zu bringen - anders bei besonders sportlichen Reifen. In der Sommerreifengröße 225/40 R18 wurde bei allen untersuchten Modellen ein überdurchschnittlich hoher Reifenabrieb von bis zu 160 Gramm festgestellt.

"Der Nutzen dieser Reifen ist allerdings zweifelhaft, denn sie überzeugen zwar in der Regel auf trockener Fahrbahn mit einer hohen Performance", erklärt der ÖAMTC-Techniker. "Bei Nässe müssen aber enorme Nachteile in Kauf genommen werden." Der Trend zu immer größeren und sportlicheren Reifendimensionen ist unter Nachhaltigkeitsaspekten alles andere als sinnvoll. Auch unter dem Aspekt, dass diese sportlichen Reifen im alltäglichen Straßenverkehr kaum zusätzliche Sicherheit bringen.

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Danke für Ihr Verständnis.

stefstef
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Zielkonflikt

Mir geht es primär darum, dass mich der Reifen auf der Straße hält. Das Thema Reifenabrieb nannte man früher halt Verschleiß und da war Michelin immer schon top. Ich war mit den Michelin Alpin sehr zufrieden und jetzt ist es eben ein Blizzak der auch super funktioniert. Bei 8-10 tkm im Jahr ist Abrieb aber sicher nicht meine höchste Priorität. @Breite Reifen: Der deutlich geringere Bremsweg ist für mich schon ein Vorteil und mit breiteren Reifen und Allrad hat man auch deutlich weniger Reifenabrieb. :-)

scionescio
7
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Da hat man vergessen zu erwähnen, dass der Abrieb der eAutos im Vergleich katastrophal ist …

… viel zu viel Gewicht und starke Beschleunigung ist der Grund dafür - das sieht man auch am enormen Reifenverschleiß von eAutos

DergeerdeteSteirer
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@scionescio, .................. Es ist im allgemeinen das Fahrzeuggewicht der ausschlaggebende Punkt, ..................

dann kommt in der Folge die Achs und Fahrwerksgeometrie und deren qualitative (leider in manch Fahrzeugen durch die "Billigschiene mangelhaft und billigst im Aufbau ..........Stabilisatoren, Stoßdämpfer usw.) Konstruktion und Ausführung dazu!
Der Reifendruck muß eben geschuldet durch höheres Fahrzeuggewicht auch um einiges höher sein, aus eigenen Erfahrungen um ca. ein Viertel bis zu einem Drittel, dies hat natürlich auch höheren Abrieb zur Folge, bei sportlicheren Fahrzeugen und auch bei E - Fahrzeugen ist der starke Drehmoment (schnellere Beschleunigung) welcher die Kraft massiver auf den Asphalt bringt maßgeblich am Mehrabrieb beteiligt!

Miraculix11
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Was dieser Test verschweigt

Jeder alte Käfer- oder Entenreifen haben weniger Abrieb als die heutigen Reifen. Einfach weil sie viel schmalere Reifen haben.

unterhundert
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Diese Autos,

hatten aber auch unter 5 PS., und sind Geschichte.

scionescio
3
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@unterhundert: keiner dieser Autos hatte unter 5 PS ….

… und die Dauerleistung mancher eAutos liegt auch heute nicht so weit darüber!

Selbst mein Tesla Model S mit angeblich über 500PS Spitzenleistung hatte im Fahrzeugschein nur 69kW Leistung eingetragen!