Hey Google ... So meldet man sich, wenn man in ein Auto einsteigt, das den Silicon-Valley-Giganten Google nicht nur als beiläufige Bespielung über eine Handyverbindung einsetzt, sondern gleich mit dem Google-Betriebssystem Android läuft. Als erstes Auto überhaupt.

Man steigt damit in ein Handy ein, gewissermaßen, auf vier Rädern halt. Mit dem Vorteil, dass Google gleich direkt beim Auto mitdenkt, samt Personalisierungsoptionen und Datenfluss. Beim Handy haben das die meisten Menschen akzeptiert, beim Auto geben sich viele vorsichtiger.

Deshalb hat man die Option, nicht in der vollen Daten-Tiefenschärfe und bei allen Funktionen mitzugoogeln, Pardon mitzumachen. Dann ist das Auto aber auch nur der halbe Spaß.

Bei Polestar begründet man die Android-Wahl so: Google sei Lebensbegleiter, den Menschen besser vertraut als jedes Autobetriebssystem dieser Welt. Niemand könne so schnell updaten, was sich in dieser verändert. In der Tat sind Aufbau/Logik der Funktionen (über Abbildungen auswählbar) sowie Reaktionszeiten am mittigen 11,2-Zoll-Bildschirm besser als in den meisten anderen Autos. Intuitiv, einfach.

Totale Vernetzung

In einem atemberaubenden Tempo wird die alte mobile Welt aus den Angeln gehoben. Jeder ist mit jedem verbandelt, die Technologietreiber und Polestar ein Musterbeispiel dafür.

Noch unbekannt, aber doch mit Potenzial. Erst 2017 wurde man von Volvo mit dessen chinesischen Mutterkonzern Geely, der wiederum Anteile an Daimler besitzt, übernommen. Übrigens: Geely entwickelt den neuen Smart für Daimler.

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Die Polestar-Vorgeschichte als ehemalige externe Hightech-Tuning-Schmiede von Volvo ist gut für das sportliche Storytelling der Marke. Die vielfältigen Fahrwerkseinstellungen oder die fetten Bremssättel des Polestar 2 sind oberflächliche Anspielungen dazu.

Wenn man denn einen Vergleich anstellen will: Volvo ist Familie, Polestar Single. Obwohl auf der gleichen technischen Plattform aufbauend, spürt man, der Polestar 2 ist härter, kompromissloser.

Driven by Google: Polestar-Infotainment
© KK

Man will sich in der Liga eines 3er-BMW oder der Mercedes C-Klasse messen. Das Gewicht der Batterien drückt freilich auf die Agilität. Eckdaten: Zwei E-Motoren, Allrad, 408 PS, 78 kWh-Batterie (155 kW Supercharging DC / 11 kW AC). Das Topmodell startet nach Abzug/Förderungen bei 53.300 Euro.

Dass selbst Benzinbrüder auf das neue Elektroauto schielen, hat mit einem steirischen Designer zu tun: Maximilian Missioni, Absolvent des Royal College of Art in London, prägte schon das Gesicht von Volvo. Knappe 4,61 Meter ist sein Polestar 2 lang, ziemlich kühl bis cool, der Innenraum reduziert und klar.

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Für die Zukunft braucht man nicht viel Fantasie. Die Volvo Car Group – und damit auch Polestar – arbeitet mit Waymo zusammen. Diese Google-Tochter gehört zu den führenden Unternehmen weltweit, was das autonome Fahren betrifft.

Zu guter Letzt: Die Softwareprobleme beim Start habe man inzwischen „im Griff“: „Die Kinderkrankheiten sind weg, alles läuft stabil“, sagt Polestar-Chef Thomas Ingenlath. Upgedatet wird freilich over the Air, also ohne, dass man in Werkstätten muss – die in Österreich genauso wie die Händler bei Volvo-Betrieben andocken.

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