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Gläserne AutofahrerWie das Auto als Datenlabor uns analysiert und zum Milliardengeschäft wird

Eine neue EU-Verordnung regelt, dass alle Auto-Verbrauchsdaten an Behörden übermittelt werden müssen. Am Ende könnte der gläserne Fahrer stehen, dem sogar individuelle CO2-Steuern drohen. Die Hersteller denken derweil an neue, datenbasierte Geschäftsmodelle.

Gläsernes Auto, gläserner Autofahrer © Adobe
 

Die Meldung klang so harmlos, deshalb blieben wohl Reaktionen aus. Die Durchführungsverordnung der EU, wonach Autohersteller alle Daten über den tatsächlichen Treibstoff bzw. Stromverbrauch an die europäische Umweltagentur übermitteln müssen, wurde Ende März schlagend.

Kommentare (7)
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paulrandig
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Vorschlag:

Google, Facebook etc. bieten uns Gratisprodukte, die wir mit Daten bezahlen.
Wenn ich aber dann daran denke, dass ICH mit dem von MIR mit Geld bezahlten Auto Daten sammle und dann der ebenfalls von MIR bezahlte Straßenerhalter (Kommune) mit MEINEM Geld vom Autokonzern MEINE Daten zum Straßenzustand kauft, geht mir das Geimpfte auf.
Wenn ich schon dem Autokonzern Daten, die ja Geld wert sind, generiere und dabei keine Wahl habe, dann sollte er mir zumindest das Gerät, mit dem ich ihm die Daten generiere, gratis zur Verfügung stellen! Siehe Google, Facebook etc.

petera
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Das Handy bekommst ja auch nicht gratis

Ganz im Gegenteil. Manche bezahlen dafür €1000 und mehr.

Der Datenkrake Auto wird keine entfliehen können, genauso wenig wie dem Handy.

Außer man verzichtet darauf, was aber den wenigsten gelingt.

Daher sind Datenschutz und Bürgerrechte umso wichtiger.

paulrandig
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petera

Naja,beim Handy habe ich noch ein wenig Einfluss, was ich installiere und welche Rechte ich vergebe. Insofern stimme ich zu: Datenschutz und Bürgerrechte so weit ausbauen, dass man ein Mitspracherecht auch beim Auto hat. Wenn die Autokonzerne die Daten nicht mehr einfach absaugen können wie sie wollen, überlegen sie vielleicht, was sie den Leuten dafür anbieten.

Pablo63
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Wer schaltet eignentlich die Datenkrake auf seinem Mobiltelefon

aus? E-Commerce und Social Media, und damit die Preisgabe unsere Seele sind Teil unseres Alltages und irreversible Realität. Viele Grüße vom Zauberlehrling.

paulrandig
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Pablo63

Ich.
Erstens verwende ich Facebook oder Whatsapp genau dehalb nicht. Zweitens verwende ich möglichst wenige Apps und ganz sicher keine Social Media Apps am Handy. Drittens beschränke ich Berechtigungen wo es nur irgendwie geht. Viertens handhabe ich auch am Rechner den Browser sehr restriktiv. Ich habe auch noch nie personalisierte Werbung erhalten.
Dass ich unter Klarnamen poste, erhält mir auch das Bewusstsein, dass ich mit jedem Posting Information über mich preisgebe und nicht anonym bin.
Dass mich Autofirmen auslesen ohne mir mitzuteilen, was sie da eigentlich lesen, ohne mir die Wahlmöglichkeit zu lassen und ohne mich dafür zu bezahlen, stößt mir sauer auf. Am liebsten würde ich ein Auto aus den 90ern fahren. Schon sauber und sicher, noch keine bevormundende Datenkrake.

Klemens123
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Diese Geschäftsmodelle gibt es ja schon.

Es gibt in Österreich einen Versicherungsanbieter der Personen U24 die Möglichkeit auf eine geringe Versicherungsprämie gibt, wenn man sich ein Blackbox einbauen lässt.

Der Gläserne Mensch bzw. in diesem Fall Autofahrer ist immer Ansichtssache. Wenn ich gezwungen bin meine Daten Preiszugeben und das ganze Personenbezogen, weil eine FIN ist ein eindeutiger Code mit diesem auch ich als Person zu Identifizieren bin ist es eine Absolute Frechheit und eine Schweinerei der EU. In der aktuellen Zeit sollte die Politik beginnen das Volk vor dem Datenklau zu schützen und Unternehmen dazu verpflichten bei Nutzern nachzufragen ob man getrackt werden will und welche Daten man Preisgeben möchte.

Es gibt ja tatsächlich auch Vorteile durch eine Weitergabe Personenbezogener Daten.
1. Internetsuchen werden gezielter.
2. Ich bekomme speziell auf mich zugeschnittene Angebote.
3. Personalisierte Werbung

All diese Aspekte können allerdings auch Negativ sein.

1. Ich kann mir keine bzw. nur schwer eine Objektive Meinung im Internet schaffen (Weil ich nur das zu lesen bekomme was ich lesen will)
2. Werde ich zum kauf von Waren animiert welche ich nicht brauche
3. Bekomme ich zwar Werbung von Produkten welche ich kaufen möchte allerdings beeinflusst das meine Entscheidung und ich kann mich nicht mehr Objektiv für das bessere Produkt entscheiden.

So viel zu viel geschrieben. Das Geschäft mit den Daten ist Riesig und die EU bzw. Österreich sollte und schützen und nicht bestehlen.

styrianprawda
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@Klemens123

Die Blackbox dient aber nur dazu, die Fahrdaten der letzten paar Minuten aufzuzeichnen, damit im Falle eines Unfalls die Verschuldensfrage leichter geklärt wetden kann bzw. um das Fahrverhalten von Fahranfängern zu überprüfen (was sich dann evtl. auf die Prämienhöhe auswirken kann).

Eine Weitergabe von Daten zwecks Marketingmaßnahmen ist damit nicht verbunden.