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Europa-VergleichEin Auto zu besitzen ist in Österreich am zweitteuersten

Eine EU-Studie belegt jetzt die hohe laufende Belastung der österreichischen Autofahrer durch die motorbezogene Versicherungssteuer.

© Daniel/stock.adobe.com
 

In der Klima- und Umweltdiskussion wird regelmäßig auf die im Vergleich zum benachbarten Ausland verhältnismäßig niedrigen Spritpreise und Mineralölsteuer-Sätze in Österreich verwiesen. Dabei zeigt eine aktuelle Studie der EU-Kommission, dass das nur die halbe Wahrheit ist: Mit seiner motorbezogenen Versicherungssteuer, die laufend gemeinsam mit der Haftpflichtprämie eingehoben und daher meist nicht als eigenständige Steuer wahrgenommen wird, ist Österreich EU-Vizemeister bei den Besitzsteuern auf einen neuen Pkw.

"Für ein effizientes neues Benzin- oder Diesel-Auto lag die motorbezogene Versicherungssteuer in Österreich 2016 demnach bei über 400 Euro pro Jahr. Nur in den Niederlanden ist der Besitz eines solchen Pkw noch teurer", hält Martin Grasslober, Verkehrswirtschaftsexperte des Mobilitätsclubs, fest. "Es gibt hingegen auch Länder, in denen gar keine Besitzsteuer für ein neues, effizientes Fahrzeug anfällt." Übrigens ist Österreich laut der Studie auch beim Besitz älterer Pkw stets unter den teuersten Ländern der EU.

Österreich und Deutschland im Vergleich

Auch ein aktueller ÖAMTC-Vergleich mit Deutschland zeigt deutlich, dass die Mineralölsteuer allein nichts über die Gesamtabgabenlast für den Autobesitzer aussagt. "Zwar ist die Mineralölsteuer in Österreich für den Liter Benzin um 17,2 Cent, für Diesel um 7,3 Cent niedriger als in Deutschland. Dennoch ist aufgrund der motorbezogenen Versicherungssteuer die jährliche Belastung für den Autofahrer hierzulande bei durchschnittlicher Nutzung deutlich höher – beispielsweise um rund 260 Euro bei einem benzingetriebenen VW Golf und um 180 Euro bei einem Skoda Octavia mit Dieselmotor", rechnet Grasslober vor.

Das bedeutet: Damit man in Österreich trotz niedrigerer Preise an den Zapfsäulen günstiger unterwegs ist als in Deutschland, müsste man mit dem Golf rund 37.000 Kilometer, mit dem Octavia sogar rund 65.000 Kilometer pro Jahr fahren. "In dieser Rechnung ist die Normverbrauchsabgabe, die es in Deutschland überhaupt nicht gibt, noch gar nicht berücksichtigt", erklärt der ÖAMTC-Experte – dann wäre der Unterschied noch gravierender.

Kommentare (16)

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paulrandig
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Wenn Steuer tatsächlich steuert, dann hierzulande sehr bedenklich.

Was ist der Effekt hoher Grundkosten und niedrigerer Kilometerkosten? Man nutzt das Auto intensiv, damit es sich wenigstens auszahlt, wenn man eh die Fixkosten hat.
Wie sollte es eigentlich stattdessen aussehen:
Wenn man einmal ein Auto hat und es kaum fährt, sollte auch kaum kosten, denn dann würde man sich zumindest bei Vorhandensein von Alternativen gelegentlich überlegen, diese zu nutzen.
Würde jeder Liter Treibstoff stärker ins Gewicht fallen, würden sich Leute sparsamere Autos anschaffen und/oder weniger fahren.
Deshalb: Versicherung, Steuer, Maut etc. auf den Treibstoff aufschlagen, aber dafür die Fixkosten abschaffen!

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einmischer
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paulrandi

Aber warum schiesst man sich so auf den PKW ein?
Warum fördert man nicht den Erhalt von Grünland?
Warum durchleuchtet man die unzähligen LKW-Fahrten?
Warum nicht wie in der Schweiz viel mehr davon auf die Bahn?
Warum stoppt man diesen unwahrscheinlich hohen Flächenverbrauch am Stadtrand?

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paulrandig
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einmischer

Das ist ja kein Widerspruch. Es wird ohnehin viel angedacht, geforscht und gefordert. Irgendwo muss man ja einmal anfangen. Wenn alle immer nur sagen: "Warum nicht dort auch?" kommen wir nie weiter.

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einmischer
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Es wird ohnehin viel angedacht..........

Ja, es wird vom Murtal nach Sankt Veit ausgebaut.
Die Süd wird von Wien bis Wiener Neustadt vierspurig
Die A4 wird 3 spurig
Die Planung des Lobautunnels ist im Genehmigungsstadium.
Das Alles doch nicht nur, damit unsere östlichen Nachbarn schneller an der Adria sind
Aus Klagenfurt hört man sogar von Ausbauplänen der Airportbetreiber.
Von nichts ist die Wirtschaft abhängiger als vom PKW.
Sei es bei den Herstellern, den Zulieferern mit Millionen Arbeitnehmern samt Familie, der Tourismus, die "Freizeitindustrie",...…….
Und die Alternativen zum PKW sind noch keine.
Wie sagt man doch: "eine schlauer Bauer verkauft seine Ross erst, wenn der Traktor in der Scheune steht."

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Hazel15
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Österreichs Autokäufer

Genau aus diesem Grund kauft Herr und Frau Österreicher immer mehr PS-starke- und schwerere und größere Autos, die gerade einiges mehr an Steuern kosten. Unter einem SUV geht heutzutage rein gar nichts.

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himmel17
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Österreichs Autokäufer - Melkkuh Europas

Die Abzocke geht noch weiter: Mit dem überhöhten Kaufpreis eines jeden Autos in Österreich werden Autos anderer EU - Länder mitfinanziert, um die dortige Luxussteuer abzufedern. Außerdem sind die Gewinnspannen der Autohändler nirgends so hoch wie in Österreich.

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Butterkeks
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...

Da könnte unsere Regierung ja endlich mal ansetzen und vor allem die arbeitende Bevölkerung die auf das Kfz angewiesen ist unterstützen. Aber das interessiert keinen. Das Einzige was da kommt, ist eine weitere Erhöhung wie schon vor ein paar Jahren als die Kfz Steuer schon mal erneuert wurde und so gut wie jeder am Ende mehr gezahlt hat.

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halelale
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Noch immer zu billig

In den Städten braucht es keine PKWs

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Butterkeks
7
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...

Ihnen ist bekannt, dass nicht jeder in der Stadt lebt? Fahren Sie mal aus irgendeinem Tal in die Stadt zur Arbeit (weil es nunmal dort Arbeit gibt) und nutzen Sie dafür Öffis. Viel Spaß!

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100Hallo
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Teuer

Hat es dazu eine EU Studie gebraucht. das wissen alle österreichischen Autofahrer. Deshalb muß der Dieselpreis erhöht werden, fliest mehr in die Staatskasse.

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domi_01997
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Wenn schon der Dieselpreis

... warum nicht gleich auch die Steuer auf Tschick und Alkohol? Wäre mir egal da ich nicht trinke und nicht rauche.
... warum nicht auch der Benzinpreis?
Nur weil Sie vielleicht keinen Diesel fahren oder in der Stadt wohnen...

Sind Sie schonmal eine Woche lang vom Land aus in die Stadt mit dem Zug gependelt ?! Dann würden Sie vielleicht anders denken. Fast 1.5 Stunden braucht man in der Früh mit den Öffis von Eibiswald bis nach Graz...

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halelale
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1,5h nutzbare Zeit gegen 1h nicht nutzbare Zeit

entscheiden Sie selbst!

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einmischer
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halelale

Stadtmensch nehme ich an.
Haben Sie schon einmal versucht nach eine 2. Schicht öffentlich nach Hause auf´s Land zu fahren? Nicht jeder reist mit Aktenkoffer bzw. Notebook.
Mit Schraubenzieher und Kombizange kann man sich am Heimweg ja wohl nur schwer beschäftigen.
Ja natürlich könnte man umziehen und die Städte noch mehr aufblähen und die Landflucht beschleunigen. In den leeren Häusern können ja dann die WE-Urlauber wohnen.

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halelale
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@ einmischer

nein, bin Landmensch. Aber ich halte von so stereoptypen Vorurteilen sowieso nix. Sie müssen in Zug oder Bus ja nicht arbeiten. Sie können zB schlafen, etwas lesen, private EMails beantworten, Postings im KZ Forum abgeben. Was auch immer, um dann die restliche Zeit ausschließlich mit ihrer Familie oder Freunden zu verbringen. Das wäre dann wirklich gewonnene Zeit. Muss man halt wollen.

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einmischer
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halelale

Ich weiss was sie meinen, und praktiziere das auch täglich. 70min zur Arbeit und das dann natürlich auch retour. 04.00 aus dem Bett, Frühstück, zu Bus, Bim und Zug.
Aber ich arbeite in einem Betrieb wo viele Mitarbeiter im 2 und 3-Schichtbetrieb tätig sind. Und da lässt sich das in den meisten Fällen nicht vereinbaren.

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einmischer
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domi_01997

Tja nur auf´s Land zu fahren sollte erlaubt sein.
Umgekehrt ist es Umweltverschmutzung.
So denken´s halt die Frischluft nicht so gewohnt sind.

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