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Kein hitzefrei für gutes Schuhwerk im AutoWenn's kracht, drohen strafrechtliche Folgen

Warum Flip-Flops oder Highheels schlechte Beifahrer sind und es auf Nacktfahren empfindlich hohe Strafen gibt.

© Leonid/stock.adobe.com
 

Los geht's, vom Schwimmbad mit den Badeschlapfen ins Auto, anstarten – und dann kracht's, weil man vom Pedal abgerutscht ist. "Nicht alles, was bei den sommerlichen Temperaturen bequem ist, ist auch zum Fahren empfehlenswert", sagt ÖAMTC-Jurist Nikolaus Authried.

Allerdings verbietet das Gesetz Fahren mit Flip-Flops und Co nicht direkt. "Grundsätzlich darf sich ein Lenker aber nur in einem Zustand hinter das Steuer setzen, in dem er das Fahrzeug sicher beherrschen kann. Das beinhaltet auch das geeignete Schuhwerk. Rechtliche Auswirkungen und strafrechtliche Konsequenzen sind dann denkbar, wenn ein Verkehrsunfall durch ein bestimmtes Schuhwerk zumindest mitverursacht wurde. Dazu zählen Fälle, in denen eine andere Fußbekleidung das Unglück hätte verhindern können", erklärt der ÖAMTC-Jurist.

Highheels und Schlapfen sind schlechte Beifahrer

"Es gibt drei Arten von Schuhen, die zum Autofahren nicht empfehlenswert sind", weiß Roland Frisch, Pkw-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik. Mit sehr hohen Absätzen hat man mit der Ferse keinen Halt. Bei offenen Schuhen wie Flip-Flops, Badeschlapfen oder Sandalen besteht die Gefahr, dass sich das Pedal zwischen Schuh und Fuß verheddert. Außerdem hat man ebenfalls kaum Halt. Und mit sehr klobigen Schuhen hat man kein Gefühl mehr für die Pedale.

"Gerade in Schreck- und Notsituationen sollte man automatisch das richtige Pedal treten. Da ist keine Zeit zum Korrigieren", betont der Fahrtechnik-Profi. Barfuß zu fahren ist eine noch gefährlichere Idee. Bei einer Gefahrenbremsung kann so unmöglich der erforderliche Druck auf die Pedale ausgeübt werden.

So soll der perfekte "Fahrschuh" sein

"Autofahrer sind am besten mit einem Schuh aus festem und bequemem Material, mit guter Passform und flacher, dünner, rutschfester Sohle unterwegs. Das sorgt für einen guten Halt, verhindert das Einfädeln zwischen den Pedalen und sorgt für optimale Kraftübertragung auf die Pedale", weiß Frisch.

Er rät, zur Sicherheit immer ein Paar "fahrtaugliche" Schuhe im Auto zu haben, auf die man vor Fahrtantritt wechseln kann. "Die ausgezogenen Schuhe sollten sicher verstaut werden – am besten in Kofferraum oder im Fußraum des Beifahrers. Keinesfalls dürfen sie im Lenkerfußraum liegen, dort können sie sich unter den Pedalen verklemmen", sagt der Fahrtechnik-Profi.

Bestimmungen in Europa

In den meisten Ländern Europas bestehen keine Vorschriften bezüglich bestimmter Schuhe beim Lenken eines Fahrzeuges. Nur Spanien verbietet ausdrücklich Flip-Flops und Barfuß zu fahren. Das heißt aber nicht, dass es überall sonst erlaubt ist, zu fahren wie man will. Bei einem Unfall kann eine unpraktische Bekleidung dazu führen, dass man für nachteilige Folgen haftet und auch eigene Ansprüche verloren gehen können.

Auf dem Motorrad besteht, unabhängig von den Außentemperaturen, immer Helmpflicht. Es ist zwar nicht verboten, mit T-Shirt und kurzer Hose zu fahren, allerdings kann es nach einem Unfall zu einer Kürzung der eigenen Schmerzengeldansprüche kommen, auch wenn man den Unfall nicht selbst verschuldet hat.

"Wir hören auch immer wieder von Fällen, in denen Fahrer ihr Auto nackt lenken", berichtet Authried. Das kann als Verletzung des öffentlichen Anstands nach dem jeweiligen Landesgesetz geahndet und dementsprechend teuer werden. Der Strafrahmen ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und reicht von 200 Euro in Vorarlberg bis zu 2000 Euro in der Steiermark.

Strafrahmen bei Nacktfahren in den Bundesländern

Steiermark: 2000 Euro
Niederösterreich: 1000 Euro
Wien: 700 Euro
Salzburg: 500 Euro
Burgenland: 500 Euro
Oberösterreich: 360 Euro
Tirol: 360 Euro
Kärnten: 218 Euro
Vorarlberg: 200 Euro

Kommentare (3)

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ronin1234
17
7
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Reaktion

Ich fahre im sommer nur barfuß,das schon seit jahrzehnten und konnte immer genug druck auf die bremse ausüben.

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DLer
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Warum

soll man barfuß weniger Druck ausüben können? Eigentlich hat man ohne Schuh eine kleinere Querschnittsfläche und somit bei gleicher Kraft mehr Druck! ;)

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Amadeus005
1
25
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Ich hab den Sicherheitsgurt noch nie gebraucht

Trotzdem schnalle ich mich an. Weil es genau in dem einen Extremfall wichtig ist, denn ich hoffentlich nie haben werde.

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