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Winterreifenpflicht ab 1. NovemberWas das EU-Label über Reifen verrät

Aber vor allem, was nicht. Warum das Pickerl das volle Spektrum der Eigenschaften eines Reifens nicht abbilden kann.

Das Winterreifen-Label dient beim Kauf als Orientierungshilfe
Das Winterreifen-Label dient beim Kauf als Orientierungshilfe © (c) grafikplusfoto - Fotolia
 

Seit einigen Jahren informiert das europaweite Reifenlabel über einige Eigenschaften eines Pneus: Aufgeführt sind die Auswirkung auf den Spritverbrauch durch den Rollwiderstand, die Nassbremseigenschaften und Außenvorbeifahrgeräusch in Dezibel eines Reifens.

Dabei ist auffällig, dass es keine Reifen gibt, die in zwei Kategorien Bestwerte einfahren. Das liegt daran, dass es bei der Entwicklung eines Reifens Zielkonflikte gibt. Die Optimierung des Rollwiderstandes bedingt automatisch eine Verschlechterung des Nassgriffverhaltens. Deswegen sind Reifen mit A/A-Werten zwar vorstellbar, diese würden aber geringe Laufleistung und andere verschlechterte Eigenschaften aufweisen.

Rollwiderstand: „Derzeit wird jede fünfte Tankfüllung allein für den Rollwiderstand des Reifens benötigt“, sagt Gerhard Dell, Geschäftsführer des OÖ Energiesparverbandes. Auf dem Label ist die Kraftstoff-Effizienzklasse des Reifens ähnlich wie bei Haushaltsgeräten aufgeführt. Am auffälligsten ist die Farbskala zur Bewertung des Rollwiderstands, der den Kraftstoffverbrauch von Autos beeinflusst. Am Pickerl reichen die Klassen von der grün markierten Stufe A für besonders gut hin zur schlechtesten Klasse G in Rot. „Zwischen den Kategorien A und G liegen 7,5 Prozent Kraftstoffersparnis“, sagt Dell.

Allerdings gibt es Faktoren, die sich stärker auf den Verbrauch auswirken, wie zum Beispiel zu geringer Luftdruck in den Reifen, die Fahrweise, diverse Stromverbraucher im Auto oder montierte Dachträger. Berücksichtigt man das nicht, ist das Spritsparpotenzial der Reifen schnell zunichte gemacht.

Bremseigenschaften bei Nässe: Rechts oben auf dem Label werden ebenfalls mit Buchstaben von A (sehr gut) bis G (sehr schlecht) die Bremseigenschaften auf nasser Fahrbahn beurteilt. Mit Reifen der Klasse A verkürzt sich der Bremsweg eines Pkw bei Tempo 80 bei Nässe im Vergleich zu Reifen der Kategorie F um bis zu 18 Meter. Und es ist ein großer Unterschied, ob man 60 oder 42 Meter Bremsweg hat.

Geräuschentwicklung: Am unteren Rand des Labels findet sich ein Hinweis auf die Geräuschentwicklung beim Abrollen. Entscheidend ist dabei die Anzahl der fett dargestellten Schallwellensymbole. Reifen mit einer schwarzen Welle haben ein um 20 Prozent niedrigeres Abrollgeräusch im Vergleich zu Reifen mit drei schwarzen Wellen. Allerdings sind diese Reifen im Alltagsbetrieb nicht zwangsläufig leiser: Für die Bewertung des Labels wird nur das Außenvorbeifahrgeräusch bei 80 km/h gemessen. Das sagt nichts über das Innengeräusch im Fahrzeug aus.

Was das EU-Label nicht verrät: Andere sicherheitsrelevante Produkteigenschaften bleiben durch die neue Kennzeichnung unberücksichtigt. So sagt das Label etwa nichts über die Wintereigenschaften eines Reifens aus. Über andere Fahreigenschaften als das Nassbremsverhalten oder die Lebensdauer informiert der Aufkleber genauso wenig wie darüber, ob der Pneu zum Auto oder zum Fahrprofil passt. Deshalb kann das Label nur Orientierungshilfe für den Konsumenten sein, darüber hinaus helfen nur Reifentests und Fachberatung weiter.

Sind Reifen mit schlechten Werten verkehrssicher: Weder Spritverbrauch noch Außengeräusch besitzen über das Fahrverhalten Aussagekraft, einzig das Nassbremsverhalten kann da für eine Beurteilung herangezogen werden. Ein Reifen der schlechtesten Klasse weist dabei einen um mehr als 18 Meter längeren Bremsweg (von 80 km/h) auf als ein Reifen der besten Klasse. Trotzdem kann nicht generell von "nicht verkehrssicher" gesprochen werden, da andere Werte ebenso ins Gewicht fallen.

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