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Aufsteiger des Jahres Wie Seat vom Sorgenkind zum Star wurde

Sorgenkind war einmal. Heute ist die spanische VW-Tochter Seat die am schnellsten wachsende Marke am Markt und geht 2019 auch an die Dose.

Gerade präsentiert: Seats größtes SUV, der Tarraco © SEAT
 

Gut zwei Jahrzehnte lang war Seat das Sorgenkind von Volkswagen. Die spanische Tochter verdiente weder Geld noch verfügte sie über Modelle, die sonderlich Lust auf die Marke machten. Zur Verschärfung der Situation trug dann auch noch die Finanzkrise bei, als sich der spanische Markt nahezu halbierte und Seat schon als Wackelkandidat galt. Doch Ferdinand Piëch hielt stets die schützende Hand über die notleidende Tochter. „Ein Kind in der Familie verstößt man nicht, wenn es einmal krank ist“, pflegte der frühere VW-Patriarch zu sagen. Und bewies mit dem Festhalten an der Einstiegsmarke des Konzerns wie schon oft zuvor Weitblick.

Modellvorstellung: Seat Tarraco

Ateca, Arona – jetzt der Tarraco: Als drittes SUV schickt Seat den Tarraco ins Rennen. Weil er mit einer Länge von 4735 Millimetern auch das größte ist, nimmt er gleichzeitig die Position des Flaggschiffs der Marke ein.

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Und er ist auch ein Vorreiter, weil er als erstes Modell die neue Designsprache der Spanier ausführt, die man unter andere, am markanteren Kühlergrill, flankiert von LED-Scheinwerfern mit dreieckiger Lichtsignatur erkennt. Beim Heck potenziellen Siebensitzers lag das Augenmerk auf einer niedrigen, leicht zugänglichen Ladefläche, aber die Blechschneider haben auch dort mit LED-Lichtern und dynamischen Blinkern optische Höhepunkte gesetzt.

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Egal, ob der Innenraum mit fünf oder sieben Sitzen bestückt ist: Darin prangt das volldigitale das virtuelle Cockpit aus dem Technikbaukasten des Volkswagen-Konzerns. Die individuell konfigurierbare Anzeige liefert dem Fahrer über ein hochauflösendes 10,25-Zoll-Display stets die wichtigsten Informationen direkt in sein unmittelbares Blickfeld. Zusätzlich prangt in der Mitte des Armaturenbretts ein Acht-Zoll-Display, über das die Insassen Zugriff auf die Konnektivitätsfunktionen haben.

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Folgende Motorisierungen werden den Tarraco antreiben: Da wäre ein 1.5-Liter-Benziner mit vier Zylindern und 150 PS, der in Verbindung mit einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe und Vorderradantrieb gereicht wird. Darüber rangiert 2-Liter mit 190 PS, der an ein Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb gekoppelt ist.

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Außerdem wird Seat das SUV mit einem 2-Liter-Diesel in zwei Leistungsstufen mit 150 und 190 PS anbieten. Die schwächere Variante kann mit Vorderradantrieb, Sechs-Gang-Schaltgetriebe oder Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und Allrad verbandelt werden, mit denen die stärkere Version standardmäßig vorfährt. Später wird es für den Tarraco auch alternative Antriebstechnologien geben – wir denken da zum Beispiel an Erdgas.

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Zudem bringt das neue Flaggschiff eine adaptive Fahrwerksregelung und zahlreiche elektronische Schutzengel mit. Bekannte Systeme wie Spurhalteassistent und das Umfeldbeobachtungssystem mit Notbremsfunktion, inklusive Radfahrer- und Fußgängererkennung, sind serienmäßig an Bord.

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Während Systeme wie der Toter-Winkel-Warner, die Verkehrszeichenerkennung, der Stauassistent, die automatische Distanzregelung sowie der Fernlicht- und der Notfallassistent optional erhältlich sind.

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Heute steht Spaniens einziger Automobilhersteller blendend da, erwirtschaftet Gewinne und wächst schneller als jede andere Volumensmarke am Markt. Vor zwei Jahren schrieb Seat endlich wieder schwarze Zahlen, im Vorjahr gab es mit 468.400 Fahrzeugen den dritten Absatzrekord in Folge. Und der Erfolgslauf hält unvermindert an: Mit einem Plus von über 20 Prozent im ersten Halbjahr bleibt Seat auf der Überholspur und ist drauf und dran, sich - ähnlich wie Skoda - zu einer Perle im Wolfsburger Zwölf-Marken-Reich zu entwickeln.

Modellvorstellung: Seat Arona

Der Seat Arona ist der kleiner Bruder des Ateca und steht auf der gleichen Plattform wie der Ibiza (und der VW Polo), überragt ihn mit einer Länge von 4138 Millimetern aber um knapp acht Zentimeter.

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Noch stärker unterscheiden sich die beiden Modelle in der Höhe: Hier misst das SUV 99 Millimeter mehr als der Kleinwagen. Damit bietet der Arona nicht nur größere Bodenfreiheit, leichteres Ein- und Aussteigen, sondern auch mehr Kopffreiheit vorne und hinten – vor allem aber einen größeren Kofferraum mit 400 Litern Ladevolumen.

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Besonderes Augenmerk haben die Designer auf die Gestaltung des Fahrersitzes und des Cockpits gelegt. Sämtliche Instrumente im Arona sind konsequent auf den Fahrer ausgerichtet. Alle wichtigen Bedienelemente befinden sich in seiner unmittelbaren Reichweite.

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In Sachen Konnektivität setzt der Spanier auf Apple CarPlay, AndroidAuto und MirrorLink. Das Premium-Soundsystem von Beats Audio verfügt über sechs Lautsprecher, einen 300-Watt-Verstärker mit acht Kanälen und einen Subwoofer im Kofferraum.

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Ebenfalls an Bord sind eine Rückfahrkamera, ein 8-Zoll-Touchscreen mit Glasoberfläche und die Induktionsladeschale für Smartphones mit Außenantennenanbindung und GSM-Empfangsverstärker.

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Bei den Fahrassistenzsystemen lässt sich der Seat nicht lumpen: Da wäre zum eine das Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“ mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung, die automatische Distanzregelung, Müdigkeitserkennung, Regen- und Lichtsensor, die Multikollisionsbremse sowie das schlüssellose Schließ- und Startsystem „Kessy“.

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Optional verfügbar sind zudem der Ausparkassistent, ein Totwinkelassistent und die neueste Generation des Parklenkassistenten, der sowohl bei Längs- als auch bei Querparklücken funktioniert.

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Als Einstiegsvariante wird der Dreizylinder-Benziner 1.0 TSI mit 95 PS in Kombination mit einem 5-Gang-Schaltgetriebe angeboten. Derselbe Motor ist auch in einer Leistungsstufe zu 115 PS und in Kombination mit 6-Gang-Schaltgetriebe oder 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe erhältlich.

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Und schließlich gibt es den neuen Vierzylinder-TSI-Motor mit 150 PS und aktiver Zylinderabschaltung, der ausschließlich mit der Ausstattungsvariante FR erhältlich ist und an ein 6-Gang-Schaltgetriebe gekoppelt ist.

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Auf Seiten der Dieselaggregate steht der 1.6 TDI, der wahlweise 95 PS oder 115 PS leistet. Die 95-PS-Version kann mit 5-Gang-Schaltgetriebe oder mit 7-Gang-DSG kombiniert werden, die 115-PS-Variante mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe. Mitte 2018 wird der mit Erdgas betriebene, 90 PS starke 1.0 TSI nachgereicht.

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Die Ausstattungsvariante FR umfasst optional ein Fahrwerk mit elektronisch steuerbaren Stoßdämpfern, die über zwei Einstellmöglichkeiten verfügen (Normal und Sport). Das Fahrprofil „Drive Profile“ lässt die Wahl zwischen vier Modi: Normal, Sport, Eco und Individual.

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Wie der Leon, der Ateca und der Ibiza ist auch der Arona in den Ausstattungsvarianten Reference, Style, X-Cellence und FR erhältlich. Die duale Farbwahl für die LED-Innenraumbeleuchtung (rot und weiß) und die Zwei-Zonen-Climatronic mit Air-Care-Filter stehen für den Arona ebenfalls zur Verfügung. Farblich ist das SUV in zwei unterschiedlich lackierte Bereiche eingeteilt: die untere Karosserie einerseits und das Dach sowie die A- und die C-Säulen andererseits. Das Dach ist in Grau, Schwarz, Orange oder in derselben Farbe wie die Karosserie erhältlich. Insgesamt gibt es 68 mögliche Farbkombinationen.

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Die Wandlung vom Aschenputtel zur Prinzessin hat Seat mit der dritten Generation des Leon vollzogen. Der schicke Spanier leitete die Wende ein, mit dem kompakten SUV Ateca gelang der nächste große Wurf, auch das City-SUV Arona schlug ein. Mit seinem emotionalen und sportlichen Design und den scharf kalkulierten Preisen ist Seat speziell ein Angebot für junge Menschen. Mit einem Durchschnittsalter von 44 Jahren verfügt die Marke über die jüngste Kundschaft der Autobranche.

Der charismatische Kopf hinter Seat: Luca de Meo Foto © Pablo Tribello

Kritik aus Wolfsburg gibt es lediglich noch zur vergleichsweise jämmerlichen Rendite von knapp zwei Prozent (Skoda: 9 Prozent!), die mittelfristig zumindest verdoppelt werden soll. Dafür wird das neue Flaggschiff Tarraco sorgen, mit dem Seat im margenträchtigen Segment auf Kundenfang geht. Aber auch die neu gegründete Submarke Cupra, die für eine noch stärkere Emotionalisierung steht, soll die Seat-Kasse künftig lautstärker zum Klingeln bringen.

Das ist Seat

Historie. 1950 als Sociedad Española de Automóviles de Turismo gegründet. Seit 1986 im Besitz von Volkswagen. Firmensitz ist Martorell nahe Barcelona.
Markt. Im Vorjahr lieferte Seat 468.400 Fahrzeuge aus und setzte 9,5 Milliarden Euro um. Heuer wurden bereits über 400.000 Autos verkauft.
Österreich. Bei 15.823 Verkäufen von Jänner bis August (plus 22 Prozent) liegt Seat mit einem Marktanteil von 6,1 Prozent hinter Volkswagen und Skoda auf Platz 3.

Überhaupt hat Seat-Boss Luca de Meo so einiges vor. Der charismatische Italiener, der früher bei Fiat und Audi tätig war und seit Ende November die südländische VW-Tochter führt, will Seat zu einer globalen Marke machen und das Wachstum durch einen Markteintritt in Südamerika, China und Nordafrika beschleunigen. Dazu ist für die nächsten drei Jahre ein Modellfeuerwerk geplant, mit Neuheiten im 6-Monate-Takt. Dabei geht Seat auch an die Dose: Für Ende 2019 sind zwei Stromautos angekündigt, der elektrifizierte Mii (Reichweite: 250 bis 300 km) könnte schon bei 20.000 Euro starten.

Übrigens: Das Lieblingsland von de Meo ist Österreich. Sieht man vom Heimmarkt ab, kann niemand einen Marktanteil von aktuell 6,1 Prozent bieten. Hierzulande verkaufen nur die Marke VW und Skoda mehr Autos.

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Danke für Ihr Verständnis.

scionescio
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Audi, VW, Skoda und erst zuletzt Seat - in dieser Reihenfolge werden im VW Konzern neue Technologien eingeführt …

... bis vom Audi Premiumsegment etwas bei Seat ankommt, dauert das schon ein paar Jahre. Seat wurde immer als junge Marke positioniert und hat deshalb hauptsächlich bewährte (veraltete) Konzerntechnologie in eine schicke und hippe Hülle (entsprechend dem Geschmack des größtenteils jüngeren Klientels) gepackt - dass dennoch nur winzige Margen erwirtschaftet werden konnten, ist nicht gerade ein Ruhmesblatt, wenn man sich Skoda anschaut (die bekommen die Technologie eine Generation früher und bauen Autos für ältere und sehr genau rechnende Kunden).

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Carlo62
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Skoda (tschechisch)...

...heißt auf Deutsch „Schaden“ 😎

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