AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

MOTORRÄDER

KTM 1290 Super Duke GT: Gelse trifft Stier

Gerald Kiska gehört zu den Top-Designern der Welt. Der KTM-Guru über Frauen-Design und wie man aus einer Gelse und einem Stier ein Bike macht. Von Didi Hubmann

KTM 1290 Super Duke GT, mit V2 und mehr als 172 PS
KTM 1290 Super Duke GT, mit V2 und mehr als 172 PS © KTM
 

Gerald Kiska ist - natürlich mit KTM-Boss Stefan Pierer - ein Mastermind des KTM-Erfolgs. Er hat als Designer dem Unternehmen eine unverwechselbare Linie verpasst, die weltweit beachtet wird. Heute begleitet Kiska mit seiner Firma den gesamten Entstehungsprozess eines KTM-Motorrads - vom ersten Strich bis über die Kommunikation in den sozialen Netzwerken. Die grandiose KTM Superduke 1290 GT (ab 21.198 Euro) ist sein jüngster Wurf.

KTM Gerald Kiska, KTM-Chefdesigner
Gerald Kiska, KTM-ChefdesignerFoto © KTM

Herr Kiska, das Autodesign ist aufgrund vieler Vorgaben (Fußgängerschutz etc.) eingeschränkt. Wie weit kann man sich als Motorrad-Designer noch entfalten?
GERALD KISKA: Auch bei uns liegt die Latte zunehmend höher. Wir müssen viel beachten, begonnen bei technischen Maßnahmen aufgrund von Emissionsbeschränkungen bis hin zur Elektronik. Wir müssen immer mehr Dinge in das Design einbauen.

Wie lange dauert der Designprozess bei einem Motorrad?
KISKA: Wenn wir mit einem weißen Blatt Papier beginnen: Dann brauchen wir bis zu fünf Jahre.

Bei den Autos hört man immer wieder vom weiblichen Design -siehe Twingo. Würde das auch beim Motorrad funktionieren?
KISKA: Nein, es gibt auch kein weibliches Design beim Automobil. Die Frauen würden sich verwehren. Wir können beim Motorrad eher über Ergonomie unterschiedliche Fahrgruppen ansprechen. Wie Sie sehen: Es sitzen heute nicht nur große kräftige Kerle auf unseren Motorrädern, sondern auch Frauen.

E-Mobilität ist ein zentrales Thema, auch für das Motorrad. Wie verändert diese Technik das Motorraddesign?
KISKA: Es gibt noch keine Batterie, die den herkömmlichen Verbrennungsantrieben ebenbürtig wäre. Es wird deshalb noch etwas dauern, wir werden also keine Designrevolution erleben, sondern eine Evolution. Große Veränderungen kommen erst, wenn Antriebssysteme flächendeckend ausgetauscht werden. Das wird noch dauern.

Wenn Sie jetzt die 1290er Super Duke GT jemandem erklären müssten, der die Maschine nicht sehen kann - wie würde die Beschreibung ausfallen?
KISKA (lacht): Ein dynamisches Rieseninsekt würde ich zuallererst sagen. Die Maschine schaut so aus, als ob man eine Gelse mit einem Stier gekreuzt hätte. Ja, dann kommt so etwas raus.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren