Adventmärkte, Punschstände und diverse Feiern der Vorweihnachtszeit fordern auf den Straßen ihren Tribut. Im Dezember des Vorjahres ereigneten sich mit 219 Alkoholunfälle die meisten derartigen Crashes. "In diesem Jahr wird die Opferbilanz möglicherweise höher ausfallen", so Dora Donosa, Verkehrspsychologin vom ÖAMTC.
Kapitaler Crash droht. Bei 0,5 Promille Alkohol im Blut ist die Unfallgefahr doppelt so hoch wie im nüchternen Zustand. Bei 0,8 Promille steigt die Gefahr bereits um das Vierfache. "Mit 1,2 Promille ist die Wahrschein-
lichkeit eines kapitalen Crashs sogar zwölfmal höher", erklärte die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. In der Vorweihnachtszeit sei der Anteil der von betrunkenen Autofahrern verursachten Verkehrsunfälle überdurchschnittlich hoch. Acht Prozent werden in diesen Wochen von Alko-Lenkern verursacht, im Jahresdurchschnitt sind es 6,5 Prozent.
299 Verletzte 2006. Die Punschzeit treibt auch laut einer Untersuchung des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) die Anzahl der Alkohol-Unfälle in die Höhe. Die Wirkung des alkoholischen Heißgetränks werde immer noch von vielen unterschätzt, da durch den hohen Zuckergehalt der Alkohol sehr schnell ins Blut gehe. Im Vorjahr sind allein im Dezember 299 Menschen bei von Alko-Lenkern verursachten Unfällen verletzt worden. Sieben Unfallopfer starben. "Alkohol am Steuer ist jetzt in den Wochen bis Weihnachten ein deutlich größeres Problem als in anderen Monaten", sagte Martin Blum vom VCÖ.
Starker Tobak. Ein einziger Punsch habe zwischen fünf bis zehn Prozent Alkoholgehalt. Da reiche ein Glas, um den Spiegel auf 0,2 bis 0,4 Promille ansteigen zu lassen. "Schon ab 0,3 Promille verringern sich Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit. Mit 0,5 Promille erhöht sich das Unfallrisiko auf das Doppelte", erklärte Blum.
Gefahren lauern. Es kommt zu einer deutlichen Verlängerung der Reaktionszeit, Abstand und Geschwindigkeit werden falsch eingeschätzt, das Blickfeld beginnt sich immer mehr einzuengen. Die Hell-Dunkel-Anpassung der Augen ist verlangsamt. Dadurch entsteht eine erhöhte Blendempfindlichkeit durch entgegenkommende Fahrzeuge. Risikobereitschaft und vor allem Selbstüberschätzung nehmen zu.
ÖAMTC warnt: Am öftesten kracht es im Dezember
Adventmärkte, Punschstände und diverse Feiern der Vorweihnachtszeit fordern auf den Straßen ihren Tribut - laut ÖAMTC könnte die Opferbilanz auf den Straßen heuer noch höher ausfallen.
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