Rund zehn Jahre wurde der Radweg zwischen Gmünd und Eisentratten gebaut. Start war die Herstellung der Rohtrasse für den Kanal der Gemeinde Krems im Jahr 2016. Das nahmen die beiden Gemeinden zum Anlass, eine rund vier Kilometer lange Radwegverbindung zu planen. Vor wenigen Wochen wurde der Weg, der rund 1,3 Millionen Euro gekostet hat, für Radfahrer offiziell freigegeben.
Allerdings meldeten sich Leser bei der Kleinen Zeitung, um auf Mängel hinzuweisen. So gibt es weder am Beginn des Weges in Gmünd noch in Eisentratten Hinweisschilder. Für nicht ortskundige Benützer ist der Weg kaum zu finden. Er sei mit sehr grobem Material geschottert. Ein Leser weist darauf hin, dass man beim Bremsen rasch ins Rutschen kommt. Weiters fehlt an einer steileren Stelle flussseitig ein Geländer beziehungsweise eine Absturzsicherung. Außerdem würden die vertikalen Geländerstäbe ein Risiko darstellen, sollte man mit dem Knie oder dem Fahrradlenker darin hängenbleiben.
Christian Rudiferia, Amtsleiter der Stadtgemeinde Gmünd, klärt auf: „Bezüglich Beschilderung muss geregelt werden, ob der Weg in das Radwegekonzept des Landes aufgenommen wird. Erst dann können die grünen Tafeln montiert werden. Die Schotterung des Weges bleibt erhalten, eine Asphaltierung ist derzeit nicht vorgesehen.“ An der aktuell mit rot-weißen Stehern gesicherten Stelle wird noch eine fixe Absicherung zum Lieser-Fluss gebaut, die Planungen laufen.
Sicherheitsrisiko bei horizontalen Geländerstäben
Das Geländer mit vertikalen Stäben sei vorgeschrieben. Amtsleiterkollege Christoph Pirker aus Krems sagt, dass horizontale Stäbe ein Hinaufklettern ermöglichen und daher nicht zur Sicherheit beitragen würden. Auf dem Weg, der sich zu 80 Prozent im Gemeindegebiet von Gmünd und zu 20 Prozent in Krems befindet, werden in den kommenden Monaten noch Rastplätze eingerichtet.
Befremdlich muten in regelmäßigen Abständen aufgestellte Schilder an, wonach das Verlassen des Radweges und das Betreten der Böschung „strengstens verboten!!!“ ist. „Diese Schilder wurden von der Strabag aufgestellt, die oberhalb des Radweges die Autobahnbrücke saniert. Sie dienen der rechtlichen Absicherung“, sagt Rudiferia. Weil die Tauernautobahn oberhalb des Radweges verläuft, wird dessen Benützung in den Wintermonaten verboten sein. Es besteht nämlich die Gefahr, dass bei Räumungsarbeiten Schneebrocken auf den Radweg fallen.
Ein erstes Resümee ziehen die Amtsleiter, was die Frequenz des Weges betrifft. Für viele sei er ein willkommener Zubringer für Radtouren in Richtung Nöring und weiter auf die Millstätter Alm. Für Eisentrattener Familien sei er ideal für einen kurzen Abstecher nach Gmünd.