Mit dem Spatenstich heute fiel der offizielle Startschuss für eines der größten Bildungsbauprojekte des Landes: Die Fachberufsschule Völkermarkt wird in den kommenden Monaten umfassend generalsaniert, erweitert und zu einem modernen Kompetenzzentrum für die Bereiche Bau sowie Raum und Design weiterentwickelt. Rund 25 Millionen Euro investiert das Land Kärnten damit „in die Zukunft der beruflichen Ausbildung und in die nachhaltige Sicherung des Wirtschaftsstandortes Kärnten“.

Beim Spatenstich
Beim Spatenstich © Pototschnig/Büro Schaunig

Der Schul-, Werkstätten- und Internatsbetrieb soll während der Bauarbeiten weitgehend ausgelagert werden. Lediglich der Küchen- und Verpflegungsbereich bleibe vorerst am bisherigen Standort bestehen. Ziel ist eine rasche und koordinierte Bauabwicklung ohne parallelen Schul- und Internatsbetrieb auf der Baustelle. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für Ende 2027 vorgesehen.

Mit mehr als 450 Schülerinnen und Schülern aus 179 Wohnorten, 30 Klassen, 25 Lehrpersonen und 151 Lehrbetriebe zähle die Fachberufsschule zu den wichtigsten Berufsschulstandorten Kärntens.

Das Bauprojekt umfasse die Generalsanierung der bestehenden Schul- und Internatsgebäude sowie die Errichtung neuer Werkstättenhallen. Ergänzt wird der Standort durch einen Internatszubau und eine neue Aula, die künftig als zentraler Eingangsbereich dient. Gleichzeitig werde großer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt: Eine energetische Sanierung, moderne Gebäudetechnik sowie eine Photovoltaikanlage würden dazu beitragen, den Schulstandort ökologisch und wirtschaftlich fit für die Zukunft zu machen. Auch das Internat werde deutlich aufgewertet und bietet künftig zeitgemäße Zwei-Bett-Zimmer mit eigenem Sanitärbereich.

Planungsfehler

Erst im April dieses Jahres veröffentlichte der Landesrechnungshof Planungsfehler beim Millionenprojekt. Ein zentraler Kritikpunkt betraf die Standortanalyse. „Das Projekt wurde geplant, ohne eine Verlegung des Standorts in vergleichbarer Tiefe zu prüfen“, so der LRH in einer Aussendung. „Standortentscheidungen sind nur dann nachvollziehbar, wenn alle relevanten Alternativen geprüft, ihre Kosten ermittelt und vergleichend gegenübergestellt werden. Nur auf dieser Grundlage kann die öffentliche Hand einen effizienten Mitteleinsatz gewährleisten“, sagte LRH-Kärnten-Direktor Günter Bauer. 

Günther Bauer, Direktor des Kärntner Landesrechnungshofs
Günther Bauer, Direktor des Kärntner Landesrechnungshofs © Markus Traussnig

Laut Auskunft des zuständigen Büros von Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig (SPÖ) wurde die Standortfrage „tatsächlich intensiv und über einen längeren Zeitraum“ diskutiert. Die Variante einer Verlegung der Fachberufsschule Völkermarkt nach Klagenfurt wurde schlussendlich aus einigen Gründen nicht weiterverfolgt. Investitionen wären an beiden Standorten in ähnlicher Höhe nötig. Daher sei das Fazit: „Die Standortentscheidung ist für Völkermarkt gefallen und wird auch nicht mehr revidiert.“ 

Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig
Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig © Helmuth Weichselbraun

„Wenn wir junge Menschen für die Facharbeit gewinnen wollen, müssen wir das mit zeitgemäßen Ausbildungsstätten tun“, so die Finanzreferentin. Schaunig weiter: „Eine Leichtbauhalle, die zwar abgetragen, aber von einer anderen Gemeinde weiterverwendet wird, Geld, das aus dem Verkauf einer Lackierkabine kommt, wird in die Anschaffung einer neuen investiert – das alles sind Beispiele, die zeigen, dass hier vor allem nachhaltig und ressourcenschonend gedacht und gearbeitet wird. Hier entsteht ein Bildungsstandort, der den Anforderungen der Zukunft gerecht wird und langfristig einen Mehrwert für das ganze Land bietet.“

„Mit dieser Investition schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass junge Menschen unter modernsten Bedingungen lernen und sich optimal auf ihre berufliche Zukunft vorbereiten können. Gleichzeitig investieren wir in die Fachkräfte, die unsere Betriebe künftig dringend benötigen. Bildung ist die wichtigste Investition in die Zukunft unseres Landes“, waren sich Schaunig und Bildungslandesrat Peter Reichmann (SPÖ) einig. Fachberufsschuldirektor Günther Pirker begrüßte bei der Spatenstichfeier unter zahlreichen anderen Ehrengästen Herbert Torta von der Bildungsdirektion, Bürgermeister Markus Lakounigg (SPÖ), Architekt Gregor Tritthart und Bau-Innungsmeister Robert Rauter.

Reichmann ist sich sicher: „Wer in die FBS Völkermarkt investiert, investiert nicht nur in gute Bildung und Ausbildung, sondern auch in das Kärntner Bauwesen, das Handwerk, die Infrastruktur und die regionale Wertschöpfung.“ Pirker: „Mit der Generalsanierung und Erweiterung unserer Schule schaffen wir ein Lernumfeld, das den hohen Anforderungen einer modernen Berufsausbildung gerecht wird. Unsere Schülerinnen und Schüler profitieren künftig von zeitgemäßen Werkstätten, modernen Unterrichtsräumen und einem deutlich aufgewerteten Internat.“ Lakounigg: „Die Fachberufsschule Völkermarkt ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil unserer Stadt und weit über die Bezirksgrenzen hinaus ein Aushängeschild für die berufliche Ausbildung. Dass dieser Standort nun umfassend modernisiert und ausgebaut wird, ist ein starkes Signal für Völkermarkt und die gesamte Region.“