Nach monatelangen Sorgen und viel Ärger rund um eine mögliche Verlegung des Reha-Zentrums Aflenz durfte man sich zuletzt vorsichtig Hoffnung machen. In Gesprächen mit Vertretern des Landes Steiermark hatte die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) zuletzt eine Bereitschaft signalisiert am obersteirischen Standort zu bleiben, sofern ein Investor und zwischen 50 und 100 Betten mehr dazukommen.
Sowohl die an den Gesprächen beteiligte FPÖ (in Form von Landesrat Hannes Amesbauer) und SPÖ (in Form des steirischen Parteichefs Max Lercher und Turnaus Bürgermeister Stefan Hofer) begrüßten diese Entwicklungen rund um einen möglichen Ausbau. „Die Schließung ist noch nicht vom Tisch, aber die bisherigen Gespräche stimmen mich insofern positiv, dass wir zumindest gehört und ernst genommen werden“, betonte Amesbauer bei einem Pressegespräch.
23 Fragen an Kornhäusl
Wer bisher noch dazu schwieg, ist Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP), der ebenfalls an der letzten Gesprächsrunde teilnahm. Man habe Vertraulichkeit und Verschwiegenheit über die Gespräche vereinbart, hieß es bislang aus dessen Büro. Der SPÖ-Landtagsfraktion ist das jedenfalls zu wenig: Sie will genaueres über die Sichtweise Kornhäusls erfahren und stellte deswegen eine parlamentarische Anfrage mit 23 Fragen zum Inhalt der bisherigen Gespräche an den Gesundheitslandesrat.
Darin geht es unter anderem darum, welche Zusagen, Konzepte oder Angebote von Seiten der PVA für einen Erhalt bereits vorliegen, ob und in welcher Form sich das Land beteiligen werde und bis wann man mit einer Entscheidung über die Zukunft des Standorts rechnen könne. Auch eine mögliche Schaffung von Übergangspflegeplätzen wird abgefragt. „Das wäre eine große Chance für das Land Steiermark, dringend benötigte Kapazitäten in der Übergangspflege zu schaffen und gleichzeitig den Standort Aflenz nicht nur zu erhalten, sondern nachhaltig zu stärken“, betont Hofer dazu.
„Den Worten müssen endlich Taten folgen“
Bis zur nächsten Landtagssitzung im September hat Kornhäusl nun Zeit, all diese Fragen zu beantworten. „Wir dürfen uns nicht mit Absichtserklärungen zufrieden geben. Nach dem einstimmigen Bekenntnis aller Fraktionen im Landtag zum Erhalt des Reha-Zentrums Aflenz haben die Menschen in der Region und die Beschäftigten ein Recht darauf zu erfahren, welche konkreten Schritte das Land Steiermark setzt, um den Standort langfristig abzusichern. Den Worten müssen endlich Taten folgen“, fordert Hofer abschließend.