„Wir haben in Seeboden etliche Betriebe, die sich der naturnahen Produktion verschrieben haben. Die Vielfalt ist groß: Fisch- oder Fleischveredler, Imker oder Berghütten-Betreiber – wir hatten von Anfang an den Plan, sie miteinander zu vernetzen und ihnen eine gemeinsame Plattform zu bieten“, erinnert sich Wolfgang Tölderer, Obmann der „Slow-Food-Gemeinschaft Seeboden“. Der Verein wurde vor fünf Jahren gegründet – ein Jubiläum, das die Erfolgsgeschichte verdeutlicht.
„Das Interesse an unserer Arbeit wächst. Wir bieten Interessierten beispielsweise an, selbst bei der Produktion vor Ort zu sein. Sie lernen unter anderem, wie man Reindling bäckt und erfahren im Zuge dessen, woher die Zutaten kommen. Es ist eine tolle Möglichkeit, die Produzenten persönlich kennenzulernen. Die Teilnehmer sehen die Hühner, die jene Eier legen, die sie später kaufen werden, auf der Wiese herumlaufen. Das verändert den Zugang zu Lebensmitteln. Das bemerken wir auch am Kaufverhalten. Eine 24-Stunden-Selbstbedienungshütte, die von einem unserer Produzenten eröffnet wurde, erfreut sich großer Beliebtheit. Immer mehr Menschen setzen auf heimische Produkte“, sagt Tölderer.
Mittendrin statt nur dabei
17 Betriebe haben sich inzwischen dem Motto „gut, sauber und fair“ verschrieben. Dieses bezieht sich auf frische und saisonale Lebensmittel, umweltfreundliche Anbaumethoden sowie angemessene Preise. Erst kürzlich kam ein neuer Betrieb hinzu. Bei Interesse wird vereinsintern besprochen, ob der Bewerber den Anforderungen entspricht. Laut Tölderer sei Bildung für alle Beteiligten ein zentrales Anliegen. „Wir arbeiten mit Kindergärten und Schulen aus der Umgebung zusammen, um es Kindern zu ermöglichen, die Arbeit am Bauernhof kennenzulernen. Sie sind beim Brotbacken dabei, können selbst ihre Weckerln formen und erfahren währenddessen, wie aus einem Korn Gebäck wird.“
Auch die Produzenten selbst vernetzen sich regelmäßig miteinander. „Wir organisieren gemeinsame Veranstaltungen, sind auf den Bauernhöfen unterwegs und beliefern den örtlichen Wochenmarkt. Erst kürzlich haben wir ein Bauernhoffest ausgerichtet. Alle Mitglieder hatten die Möglichkeit, ihre Produkte zu präsentieren“, schildert Tölderer. Regionalen Produzenten eine Bühne zu bieten sei das Hauptanliegen. „Es handelt sich um ehrliche Produkte, die zu fairen Preisen verkauft werden und auch von zahlreichen heimischen Gastronomiebetrieben verwendet werden. Wir freuen uns sehr darüber, dass das Interesse an den Betrieben unserer Region stetig wächst“, sagt Tölderer.
Weitere Informationen zu allen Betrieben finden Interessierte online auf der Homepage: www.slowfood-kaernten.at.