Er ist der älteste und wohl auch härteste Bergmarathon ganz Österreichs, und so anstrengend er für die Läufer und Läuferinnen sein wird, so hart ist auch alljährlich die Vorbereitung dafür. Und am 2. August ist es wieder soweit: Der wilde Ritt über das steirische Mittelgebirge geht in die 35. Auflage.

Ausgesteckt sind heuer wieder verschiedene Routen. Die Königsdisziplin ist der Ultra-Marathon, 44 Kilometer gespickt mit 1.800 Höhenmetern auf Single-Trails, Wanderwegen und Forstwegen. „Nach dem Start in Kainach führt der Kurs zur Zeissmannhütte, weiter auf Roßbachkogel, Gleinalm-Schutzhaus und Prentl-Alm, der Sommerweide der berühmten Lipizzaner-Pferde. Danach über das Krautwasch zum Heiligen Wasser und zurück nach Kainach“, schildert August Kriebernegg, Obmann des Veranstalters TUS-Kainach.

Zum Ultramarathon gibt es noch die Walking- und Bergsprint-Strecke über 18,5 km mit 650 Höhenmetern. Eine Besonderheit ist der Zieleinlauf in Kainach. „Wenn man aus dem Millionengraben wieder in Kainach eintrifft“, schildert Kriebernegg, „wähnt man sich schon im Ziel, doch dann kommt erst die legendäre Sadistenschleife, ein letzter kräfteraubender Anstieg zwei Kilometer vor dem Ziel am Dorfplatz in Kainach“.

Aufwendige Vorbereitung

Damit die Strecken jetzt schon rennfertig sind, sind Kriebernegg und sein Team die Routen dreimal im Vorfeld abgegangen. Am Renntag selbst ist eine Hundertschaft an Helfern im Einsatz. Eine Mammutaufgabe, denn: „Wir müssen sicherstellen, dass die Läufer sich auch bei Nebel oder Starkregen problemlos zurechtfinden und bringen deshalb neben gelben Richtungstafeln und Markierungen auch gelb-schwarze Plastikstreifen an Bäumen an“, so Kriebernegg. „Diese werden in den Tagen nach dem Rennen wieder eingesammelt und entsorgt. Wir bitten um Verständnis, dass wir einige Tage brauchen, um insgesamt 50 Kilometer Laufstrecke zu säubern.“

Heuer findet der Bergmarathon zum 35. Mal statt
Heuer findet der Bergmarathon zum 35. Mal statt © Karl Mayer

Das Schlimmste, das während des Rennens passieren kann, ist ein Gewitter auf der Alm. Deshalb betreuen 20 Mitarbeiter von den Bergrettungen Köflach, Übelbach und Voitsberg die ausgesetzten Passagen auf der Alm. Die Notfallpläne sehen im Worst Case Fall vor, das Rennen zu neutralisieren und die Teilnehmer in Sammelzonen in Sicherheit zu bringen. „Auf Basis langjähriger Wetteraufzeichnungen haben wir heuer beschlossen, den Start von 9 Uhr auf 7:30 Uhr vorzuverlegen und so den Sommergewittern zur Mittagszeit auf der Alm zu entgehen“, so Kriebernegg.

Medaillen & Co

Bis dato haben sich 160 Läufer angemeldet, bis zum Start rechnen die Veranstalter mit rund 250 Teilnehmern, die heuer aus Österreich, Ungarn, Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Rumänien, Slowenien, Tschechien und sogar aus Argentinien stammen. Mit dabei sind etwa die ehemalige Siegerin Sigrid Sabbadini-Tengg, ebenso die Siegläufer Stefan Schriebl und Thomas Unger. Für die Teilnehmer gibt es eine ganze Menge an Goodies, ein besonderes Highlight sind die Finisher-Medaillen. Sie werden von der Kainacher Künstlerin Beate Götschmaier in Handarbeit gefertigt, jedes Stück ist ein Unikat. Weitere Infos zum Rennen unter: www.tus-kainach.at.