Fans des gepflegten Fußballs fragten sich zur Pause der Halbfinalpartie zwischen England und Argentinien schon, ob das von Brasilien geprägte „Jogo bonito“, also das schöne Spiel, nicht in „Jogo feio“, das hässliche Spiel umbenannt werden sollte.
Doch nach der Halbzeit wurde aus der übermäßig kampfbetonten und immer wieder zu schmutzigen Begegnung ein Erlebnis für die breite Masse. Zwar gingen die Engländer mit dem ersten Torschuss in Front, doch der Traum vom ersten WM-Titel seit 1966 platzte ohne große Überraschung.
Die Argentinier überrollten die „Three Lions“, die als Mutterland des Fußballs eine ähnliche Dürreperiode durchleben wie kanadische Eishockeyklubs in der National Hockey League und ließen die Löwen wie zahme Kätzchen aussehen.
Die Wucht, mit der die Südamerikaner das nächste Comeback bei dieser WM in die Tat umsetzten, lässt zumindest neutrale Fußballfans hoffen, dass das Finale gegen die furios auftretenden Spanier eine ausgeglichene Angelegenheit werden könnte.
Für die enttäuschenden Engländer heißt es nach dem Spiel um Platz drei gegen Frankreich erneut ohne Titel nur: „England‘s coming home!“