Rund eine Million Menschen haben gravierende Probleme beim Lesen und Schreiben in Deutsch. Viele davon leben seit Jahrzehnten im Land oder wurden bereits hier geboren. Noch heute verlassen viel zu viele Schüler – und deutlich weniger Schülerinnen – die Pflichtschule ohne ausreichende Deutschkenntnisse, um ein eigenständiges und erfülltes Leben führen zu können. Der gesamtgesellschaftliche wie individuelle Schaden daraus ist unermesslich.

Aber Veränderung, ja Verbesserung ist möglich. Heuer wird die Sommerschule in den letzten beiden Ferienwochen für Kinder mit Deutschdefiziten erstmals verpflichtend sein. Prompt ist die Anzahl der Teilnehmenden um fast ein Drittel auf rund 60.000 gestiegen. Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber trotzdem. Druck ist nicht immer die richtige Lösung, manchmal aber, wenn so viel auf dem Spiel steht, für den Staat wie die Einzelnen, eben doch. Sogar genug Lehrkräfte haben sich zu diesem Dienst freiwillig gemeldet. Die Erde dreht sich also doch weiter.