Im Kletterwald Graz am Hilmteich tummelten sich in den vergangenen Wochen die Schulklassen, nun ist er Ziel für viele Familien, die beim „Urlaub daheim“ gemeinsame Abenteuer im schattigen Hochseilgarten erleben wollen. Jakob Kalas hat die Anlage 2023 von Wiki übernommen, umgebaut und mit einem neuen Sicherungssystem ausgestattet. Läuft alles so, wie sich der Grazer das vorstellt, wird er 2027 auch am Schöckl einen Kletterpark aufsperren. „Das wird allerdings kein Hochseilgarten, wie es ihn schon am Fuß des Schöckls gibt, sondern ein neuartiger Baumklettergarten. Meines Wissens gibt es das im deutschsprachigen Raum sonst noch nirgends“, verrät der Grazer.

Ein Vorgeschmack auf die geplante neue Attraktion am Schöckl ist im Kletterwald am Hilmteich bereits zu sehen. Elemente, wie man sie vom Bouldern kennt, wurden dort mit Spanngurten an einem Baum befestigt. Mit ihrer Hilfe kann man den astlosen Baumstamm hinaufklettern. 16 Bäume auf einem Areal in der Nähe der Seilbahnbergstation soll man in Zukunft am Schöckl erobern können. Kleine Exemplare für Nachwuchskraxler im Kindergartenalter sollen ebenso darunter sein wie bis zu 20 Meter hohe Baumriesen. Nicht notwendig ist es, die Abenteuerlustigen dabei vom Boden aus zu sichern. Ein eigenes Sicherungssystem, in das man sich beim Start einklinkt, lässt alle, die nicht mehr weiter können oder wollen, zu Boden schweben. Zusätzlich zu den Kletterbäumen ist eine Art Baumhaus geplant, das zwischen den Wipfeln schwebt. Dort soll man picknicken und mit Blick auf den Sternenhimmel sogar übernachten können.

Finanzierung steht bereits, Genehmigungsverfahren läuft noch

Entwickelt hat Kalas das Konzept auf Initiative der Holding Graz, die das Freizeitangebot am Hausberg der Grazer erweitern wollte und mit der er bereits am Hilmteich zusammenarbeitet. Dort stemmt der Grazer den Bootsverleih und bei entsprechender Witterung auch den Eislaufbetrieb. „Ich denke, der Baumkletterpark passt gut zum Schöckl und ist eine super Ergänzung zum bestehenden Angebot“, unterstreicht Oliver Wieser, Chef der Holding Graz Freizeit. Vieles auf dem Weg zur Umsetzung der Pläne ist bereits abgehakt: Pachtvertrag und Finanzierung stehen, auch eine Förderung konnte man an Land ziehen. Aktuell läuft das Genehmigungsverfahren. Gibt die Behörde grünes Licht, sollen die Pläne im kommenden Frühling umgesetzt werden. „Wir machen das alles natürlich in enger Abstimmung mit einem Baumschutzexperten“, versichert der Ideengeber, dass man umsichtig vorgeht.

Viel Erfahrung beim Bau von Seilgärten im In- und Ausland

Was den Bau von ähnlichen Anlagen betrifft, hat der Sportwissenschafter und Erlebnispädagoge nicht nur neue Ideen. Mit seinem Unternehmen alpland outdoor professional baut er seit vielen Jahren Hoch- und Niedrigseilgärten sowie Spielplätze im In- und Ausland. Kalas bildet außerdem Menschen aus, die in Seilgärten als Trainer tätig sind und im Ernstfall auch überforderte Freizeitsportler wieder sicher auf den Boden bringen. Dazu kommen Lehraufträge bei Organisationen wie dem Alpenverein oder Fachhochschulen und Unis.