Sie kam unerwartet, die Nachricht, dass Georg Ferstl verstorben ist. Es sei ein plötzlicher Tod gewesen, der den 89-Jährigen am Montag, dem 13. Juli, aus dem Leben riss. Ein Leben, das erfüllter nicht sein konnte, bei all den Tätigkeiten, die der Trofaiacher nicht nur ausübte, sondern mit Leidenschaft lebte.

Eine dieser Leidenschaften war die Feuerwehr. Seit 23. März 1964 war er aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Trofaiach. 14 Jahre später übte er bereits die Funktion des stellvertretenden Kommandanten aus, die er bis 1992 innehatte. Nahtlos daran schloss seine Karriere als Bezirksfeuerwehrkommandant, wie es damals hieß, an. Durch seine Expertise und seinen Einsatz folgte 1996 der Ruf zum Landesfeuerwehrkommandanten. Diese Funktion übte er bis zum Jahr 2000 aus. Bis kurz vor seinem Tod nahm Ferstl immer wieder an den Seniorenstammtischen der Trofaiacher Feuerwehr teil und war so bis zuletzt seiner Feuerwehr verbunden.

Gastronomie und Fernweh

Beruflich kam Georg Ferstl aus der Gastronomie. Nach seiner Lehre als Koch und Kellner beim damaligen Grand Hotel Baumann in Leoben konnte er im Parkhotel Graz weitere Erfahrungen sammeln. Doch schon damals ereilte ihn der Ruf in die Ferne und so war der begeisterte Musiker als singender Kellner in Deutschland, der Schweiz und Österreich unterwegs und baute sich eine große Fangemeinde auf. Das Fernweh ließ ihn nicht los und sein nächster beruflicher Hafen war ein Kreuzfahrtschiff, mit dem er mehrmals die Welt umrundete.

Nach acht Jahren im Ausland zog es ihn zurück in die Heimat, wo er das elterliche Gasthaus übernahm. Nach 30 Jahren als Gastwirt trat er in den Ruhestand. Doch diesen lebte er nur theoretisch. Als Funktionär des FC Trofaiach, dessen Obmann er drei Jahre lang war, oder als jahrzehntelanges Mitglied der Chorgemeinschaft Trofaiach, der er 43 Jahre lang als Obmann seinen Stempel aufdrückte, war seine Zeit mehr als ausgefüllt. Nicht zu vergessen, seine „D’sakrischen Steirer“, die auch zu seinem 80. Geburtstag aufspielten.

Doch auch politisch engagierte sich Ferstl, der im Jahr 2000 für die FPÖ in den steirischen Landtag einzog und diesem fünf Jahre lang angehörte. Sein ausgefülltes Leben blieb auch offiziellen Stellen nicht verborgen. Der Ehrenlandesbranddirektor der Feuerwehr erhielt 2015 den Ehrenring der Stadtgemeinde Trofaiach.

Georg Ferstl hinterlässt seine Ehefrau Karin und seine Tochter Ines.