Das Haus am Neuen Platz mit der Nummer 10 in der Kärntner Landeshauptstadt blickt auf eine lange Geschichte zurück. Zunächst war die bekannte Konditorei Liebhart dort untergebracht. Danach folgte die Ära der Konditoren-Familie Walter. Edith Walter führte 30 Jahre lang das gleichnamige Café, im Jahr 2017 verabschiedete sie sich in die Pension. In ihre Fußstapfen trat Gernot Siebert, der vielen vom Benediktinermarkt als „Der Gurktaler“ ein Begriff ist, und löste mit dem Café Auszeit das Café Walter ab. Doch sein Engagement in dem Lokal währte nicht lange und Christa Graggaber übernahm.
Die bald 62-Jährige ist eine Vollblut-Gastronomin und seit 47 Jahren in der Branche tätig. Mit dem Café hat sie sich einen kleinen Traum erfüllt, das bekommen auch die Gäste zu spüren. Sie verwöhnt mit hausgemachten Mehlspeisen, vor allem der Topfenstrudel und der Marillenkuchen finden reißenden Absatz. Mittags wird ein täglich wechselndes Menü angeboten, wie beispielsweise Spaghetti Bolognese, Faschierte Laibchen mit Püree, Tiroler Gröstl oder Grenadiermarsch, geröstete Leber mit Reis, Kasnudel mit brauner Butter oder Marillenknödel mit Butter und Nussbrösel.
„Bis ich jemanden finde, mache ich weiter!“
Trotz ihrer Liebe zur Gastronomie, zu ihrem Lokal, ihren drei Mitarbeitern und in erster Linie zu ihren Gästen denkt Graggaber ans Aufhören. „Ich suche einen passenden Nachfolger“, verrät sie im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. Die 62-Jährige will ihr Lebenswerk aber in besten Händen wissen. „Finde ich niemanden, mache ich so lange weiter, bis ich jemanden finde.“ Im Anfangsstadium würde Graggaber – sofern gewünscht – begleitend mitarbeiten.
Geboten wird ein voll ausgestattetes Lokal im Herzen von Klagenfurt, am Neuen Platz. Die Nutzfläche beträgt rund 120 Quadratmeter, die (inklusive Gastgarten) für 100 Gäste Platz bietet. Eine kleine Küche ist ebenfalls vorhanden, Sanitäranlagen verstehen sich von selbst. Der erwähnte Gastgarten gewährt einen einzigartigen Blick auf Klagenfurts Wahrzeichen, den Lindwurm. Der zukünftige Pächter bekommt neben dem guten Ruf des Lokals auch noch eine große Stammkundschaft geboten.
Das Haus selbst gehört der BKS-Bank. Diese plant für das Haus, das übrigens nicht unter Denkmalschutz steht, einen großen Umbau, genauer gesagt eine Aufstockung. Sechs Maisonettewohnungen und eine eingeschossige Wohnung sollen dort entstehen.