„Es wird bei mir keinen Mahi-Mahi geben“, stellt Joachim Peinsipp gleich zu Beginn des Gesprächs in seinem neuen Lokal in der Hartberger Michaeligasse 33 klar. Und trotzdem möchte er, dass sich seine Gäste wie im Urlaub fühlen. Dass es dafür nicht zwangsläufig einen Pazifikfisch braucht, leuchtet ein, denn auch in der Adria schwimmen Fische.

Dabei positioniert sich die „Gusterei“ keineswegs als neue Fine-Dining-Destination: „Wir wollen gute Qualität zu leistbaren Preisen anbieten“, schildert Peinsipp seine Motivation rund um die Neueröffnung einer altbekannten Adresse in der Innenstadt.

Der gebürtige Hartberger war schon früher gern in der Taverne, wie das Lokal mit dem ummauerten Garten am Fuß der Wiener Straße hieß. Das Gewölbe habe ihn immer begeistert, aber aus dem Dornröschenschlaf hat es erst die Verlobte von Peinsipp geholt. Mit ihrem „dekorativen Auge“, einem neuen Farbkonzept und modernen Leuchtelementen ist das „Gwölb“ nun keine finstere Höhle mehr. Vielmehr sei ein Stück Mittelmeer nach Hartberg geschwappt.

„Man sollte das kulinarische Leben entschleunigen“

„Wir schauen, dass wir ein bisschen Urlaubsküche nach Hartberg bringen“, so Peinsipp, dessen gastronomischer Ursprung bereits mit 16 Jahren in der Haubenküche lag. Seine Kochkünste weiterentwickelt hat der Junggastronom dann über einen Zeitraum von dreizehn Jahren im Gasthof Pack in Hartberg. Hier hat er bis zuletzt als Küchenchef gearbeitet, bis sich der Wunsch, ein eigenes Gasthaus zu führen, nicht mehr verneinen ließ.

Rund 25 Leute finden in dem alten Gewölbe der „Gusterei“ Platz, das eigentliche „Highlight“ sei aber der Schanigarten, der sofort an laue Nächte in Istrien erinnert. Die Küche im Inneren ist dafür weniger großzügig, aber noch ist der Koch hier allein am Werk. Speisen im Sekundentakt hinausfeuern sei ohnehin nicht das Ziel. Vielmehr plädiert Peinsipp dafür, sich wieder mehr Zeit für das Essen zu nehmen: „Man sollte das kulinarische Leben wieder etwas entschleunigen“, ist er überzeugt.

Zur Überbrückung der Wartezeit hat er deshalb ein reiches Weinangebot mit „über 60 Positionen auf der Weinkarte“. Mindestens zehn davon hat er sogar offen. Hinzu kommen jede Menge alkoholfreie Alternativen und Bio-Bier, das es so auch nicht oft in Hartberg gebe.

Vom Bistrotisch zu Mittag bis hin zur privaten Feier

Aber Joachim Peinsipp und sein kleines Team, das bislang überwiegend aus der eigenen Familie besteht, wollen „nichts anbieten, wo wir nicht einhundert Prozent dahinterstehen“. Deshalb kommt beispielsweise ein Großteil der Lebensmittel aus der Region. Das grundlegende Konzept der „Gusterei“ ist simpel. In der Früh auf einen Kaffee und eine Mehlspeise vorbeikommen? Kein Problem.

Das Hauptgeschäft liegt allerdings in der Bistroküche zu Mittag, mit der man Geschäftsleute abholen will, und dem Abendgeschäft. „Wir haben glaube ich eine sehr faire Preispolitik“, ordnet der Koch Speisen wie ein Cordon-Bleu mit Schafskäse, Schinkenspeck und Erdäpfeln um 18 Euro ein. Und wer es exklusiver möchte, der kann mit Menüwünschen für private Feiern ab 20 Personen an ihn herantreten. Dann hat man das Lokal sogar ganz für sich allein.