Rechtlich sind gut ein Jahr nach dem umstrittenen Einsatz am Peršmanhof noch immer mehrere Fragen offen: Es gibt Verfahren wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, die gegen zwei Teilnehmer geführt werden. Und: Es gibt Ermittlungen gegen den Bezirkshauptmann von Völkermarkt und den polizeilichen Einsatzleiter.
Wie berichtet, gab es damals eine Nachschau, die in Phasen eskalierte. Anlass waren vermeintliche Verstöße gegen das Kärntner Campinggesetz. Eine Sonderkommission des Innenministeriums erkannte, dass der Einsatz in Teilen rechtswidrig war, sich allerdings nicht gegen die slowenische Volksgruppe richtete.
Museum zieht Konsequenz
Wenige Tage vor dem Jahrestag des Einsatzes zogen nun auch die Betreiber des Peršmanhof-Museums eine Konsequenz: Es wird in diesem Jahr kein antifaschistisches Bildungscamp am Gelände des Museums geben. Markus Gönitzer vom Verein Peršmanhof: „Wir sind vor zwei Jahren schon für einen anderen Veranstaltungsort eingesprungen. Es war ohnehin keine Ideallösung.“ Dass es auch eine Empfehlung der Sonderkommission war Gedenkstätten nicht politisch oder ideologisch vereinnahmen zu lassen, spielte bei der Entscheidung wohl auch eine Rolle.
Der Ort, den sich die Veranstalter des antifaschistischen Bildungscamps, der Klub der slowenischen Studierenden in Wien, stattdessen ausgesucht haben, hat nicht weniger Geschichtsbezug zur NS-Zeit aufzuweisen: Das ehemalige „Karl-Hönck-Heim“. Erst im Vorjahr wurde das Heim am Turnersee in „Naturquartier Turnersee“ umbenannt, um den SS-Offizier Hönck aus dem Namen zu entfernen. Der See selbst trägt im Deutschen aus touristischen Gründen weiterhin den Namen „Turnersee“, im Slowenischen ist der ursprüngliche Name „Zablaško jezero“ gebräuchlich.